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| A |
|
| abelosen, ablosen |
pflücken, herausziehen |
| Abenddorf |
abendliches Zusammenkommen der Ledigen im Freien |
| Abendmarkt |
Markt am Vorabend des Markttages |
| abgethan |
geschlachtet |
| ablösen |
von einer Verpflichtung befreien, z.B. eine Zinsverpflichtung durch eine einmalige Zahlung für immer abgelten |
| Abschlag |
1. Abzug, Erniedrigung der Forderung; 2. Abschlagszahlung |
| Abseite |
Anbau (eigentlich von Apsis) |
| Abzug |
1. Wegzug; 2. Steuer auf das bei Abwanderung oder Erbschaft in das Gebiet einer anderen Herrschaft zu verbringende Vermögen |
| Ackergült |
Naturalabgabe aus Äckern |
| Äckerich, Äckerichrecht s. Eckern |
|
| äheren |
Ähren lesen |
| Aer s. Er |
|
| ären, ehren |
pflügen |
| ätzen, äsen |
verköstigen (s.a. Atzung) |
| ätzen, etzen |
bekämpfen |
| Aftermontag |
Dienstag |
| Afterschlag |
Gipfel und Äste gefällter Stämme |
| Aftervasall |
Untervasall, Vasall eines Vasallen |
| Aktivlehen |
Lehen, das ein Lehensherr verleiht |
| Albus |
Silbermünze (Weißpfennig) von der auf den Gulden 24-26 gerechnet wurden, zerfiel in 8 Pfennige (Odenwald) |
| Allmende |
gemeinschaftlich genutztes Gebiet einer Gemeinde |
| Altarist |
Inhaber einer auf einen bestimmten Altar gestifteten Pfründe |
| alte Henne |
s. Fastnachthenne |
| Amt |
1. entsprechend zu den heutigen Landkreisen ein territorial definiertes Gebiet mit eigenständiger Lokalverwaltung 2. Aufgabenbereich und Stelle eines Beamten |
| anlangen |
gerichtlich belangen |
| anschlagen |
taxieren |
| Anstößer |
Inhaber des angrenzenden Grundstücks |
| Antvogel |
Wildente |
| antwurten |
überantworten, reichen |
| Anwander, Anwand(el), Anwender |
Landstück an der Schmalseite des Ackers, das zum Wenden des Pflugs oder zur Überfahrt benutzt wird |
| arme Leute |
Angehörige der ländlichen Bevölkerung |
| art, arten |
Pflügen des Ackers |
| Artikel |
Rechtsbestimmungen |
| asangen, osangen |
zu Urbarmachung abbrennen |
| Aße |
Futter |
| Atzung |
Verköstigung, -skosten |
| Auchtert, Auchtweide |
Nachtweide |
| Auffahrtabend |
Abend vor Himmelfahrt |
| Augsten, im |
in der Ernte |
| Ausäcker, Ausgüter |
1. zu einer anderen Markung gehörende Äcker; 2. zu einem Hof gehörende Äcker, die nicht vom Hofinhaber bebaut werden und ihre Abgaben in den Hof leisten |
| Ausmann, Ausgesessener, Ausleute |
1. Fremder; 2. in einem Ort zins- oder steuerbare, jedoch auswärtig wohnende Leute |
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| B |
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| Bache |
Schinken, geräucherte Speckseite |
| Bann |
Ge- oder Verbot unter Strafandrohung (s.a. Zwing und Bann) |
| Badhaus, - stube |
öffentliches Badhaus in Städten und Dörfern |
| Bank |
Verkaufsstand |
| Bannholz, Bannwald |
gebannter, der allgemeinen Nutzung entzogener Wald |
| Bannraitel, Raitel |
junger, beim Abholzen stehen gelassener Baum |
| Bannwein |
das Recht mit Ausschluss anderer Einzelverkäufer, Wein an einem Ort auszuschenken |
| Barn |
Krippe, auch Gebäudeteil |
| Baum, bärender, berhafter |
fruchtbarer, d.h. fruchttragender Baum |
| Baumwein |
Abgabe für die Benützung des Kelterbaums |
| Bauteil |
Abgabe an den Grundherrn beim Tod eines Gutsinhabers, ursprünglich aus den auf dem Gut erwirtschafteten Anbauerträgen (Frucht, Stroh etc.) |
| Beberzagel |
Biberschwanz |
| Bede, Bet |
landesherrliche Steuer |
| beholzen, Beholzung |
einen mit Holz versehen |
| beinschrötig |
verwundet bis auf den Knochen |
| Beisitz, Beisitzer, Beisitz haben, Beisaß |
wer zur Miete wohnt |
| Beit, Beut, auf Beut kaufen |
mit Zahlungsaufschub, auf Borg |
| bejahrt, Bejahrung |
Jahresfrist, Verjährung |
| Bere |
Trage, Traggestell |
| Berein |
s. Artikel Lagerbuch |
| bescheiden |
Bescheid geben, berichten |
| Beschwerde |
Lasten auf den Gütern |
| bessern |
büßen |
| Bestand |
in der Regel ein zeitlich befristeter Vertrag über die Nutzung einer Liegenschaft |
| Besteher, Beständer |
Inhaber eines Bestandgutes |
| Besthaupt |
das beste Stück Vieh als Abgabe bei Todfall oder Besitzwechsel, s.a. Hauptrecht |
| Bestkleid |
das beste Kleidungsstück, Abgabe v.a. von Frauen bei Fall und Hauptrecht) |
| Bettgewat |
Bettzeug |
| Beunde |
innerhalb des Ackerlands liegende, eingezäunte Flurstücke mit Sonderrecht |
| Beutel |
Sack zum Durchschütteln des Mehls |
| Beutelmühle |
Mühle, in der gebeutelt wird |
| bieten |
befehlen, vor Gericht laden |
| billen s. büllen |
|
| Bindhaus |
Gebäude zum Binden und Aufbewahren der Fässer |
| bittin |
Bütte, Butte beim Weinbau |
| Blum |
1. Blume, Saat, Feldfrucht; 2. Jungfrauschaft |
| Blutfrevel |
1. minderschweres Vergehen, bei dem Blut geflossen ist; 2. die dafür zu zahlende Strafgebühr |
| Bodenwein |
Weinabgabe |
| Borgsatzung, Borg |
Schuldenmachen |
| Borkirche |
Kirchenempore |
| Brachmonat |
Juni |
| Brautlauf |
Verlobung, Abgabe bei der Verlobung |
| Brechdarre |
Platz zum Dörren von Hanf und Flachs |
| Breite |
urspr. in den herrschaftlichen Hof gehöriges, ackerbaulich benutztes Grundstück, in den Quellen zumeist Flurname |
| Brief |
Urkunde, im Mittelalter meist aus Pergament, vgl. Zedel |
| Brühl |
ertragreiche Wiesen, oft im Besitz der Herrschaft oder des herrschaftlichen Hofes (Fronhofs), in den Quellen zumeist Flurname |
| Buch |
Papierzählmaß |
| büllen, billen, pullen |
den Mühlstein schärfen |
| Bürgerrecht |
1. Bürgerrecht; 2. die daraus erwachsenden Abgaben und Pflichten |
| Burgstall |
1. alte, meist unbewohnte oder schon zerfallene und abgegangene Burganlage; 2. davon herrührender Flurname |
| Burgvogt |
Vogt (s.d.) der seinen Sitz (ursprünglich) auf einer Burg hatte |
| Butzenkleid |
Vermummung |
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| C |
|
| custerey |
Vermögensverwaltung einer geistlichen Institution |
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| D |
|
| Darre, Dörre |
Vorrichtung bzw. Platz zum Flachs- und Hanfdörren |
| dick |
oft |
| Dienst |
1. Hilfe, Unterstützung; 2. Frondienst, Abgabe, Zins |
| dienstbar |
(fron)dienstpflichtig |
| Dienstgeld |
Geldabgabe statt geschuldeter Dienste |
| Dienstlehen |
Lehen, die ursprünglich Ministerialen verliehen wurden und die weder veräußert noch als Afterlehen weiterverliehen werden durften. Sie wurden i.d.R. ohne Lehenseid und Hulde verliehen, da die Ministerialen dem Lehensherrn ohnehin durch Geburt verpflichtet waren. Dienstlehen wurden seit dem 12. Jh. z.T. in Mannlehen umgewandelt. |
| Dinghof |
herrschaftlicher, von einem Meier bewirtschafteter Hof, bei dem die Herrschaft Gericht (ding) hielt |
| Dirne |
Mädchen |
| dreifällig |
gibt drei Abgaben (Fälle) |
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| E |
|
| Eckern |
1. Bucheckern; 2. Eicheln; 3. Eichelmast |
| Egart |
in einer Art Feld-Gras-Wirtschaft bebautes Flurstück, das nur in größeren Abständen gepflügt wird, oft in abgelegener Lage |
| Ehaft(in) |
lokale(s) Sonderrecht(e), (Dorf)Ordnung(en) |
| Ehehalten, (die) |
Gesinde |
| Eich |
genormtes Maß, insbesondere geeichtes Hohlmaß |
| Eigengut |
das der Herrschaft, der Pfarrei oder den Bauern eigene, z.T. steuer-, zehnt- oder zinsfreie Gut im Gegensatz zum Lehengut |
| Eigenleute s. Leibeigene |
|
| Eigenschaft |
Eigentum, Eigentumsrechte, z.T. gleichbedeutend mit Leibeigenschaft |
| Eimer |
Weinmaß, oberstes Flüßigkeitsmaß (1 Eimer = 16 Imi = 160 Maß) |
| Eimerlin |
mittleres Maß, dem Imi entsprechend |
| einfangen, einfahen, der Einfang |
Land als Eigentum eingrenzen |
| Einkorn |
Weizenart (Triticum monococcum) |
| Einöde |
1. Hof, nicht im Dorfverband stehend; 2. unbebautes Land |
| einschlagen |
auf die Weide tun |
| Einung |
1. Geldbuße 2. Übereinkunft |
| Emer(korn) |
dinkelartiges Getreide (Triticum dicoccum), das als Sommerfrucht gebaut wird |
| End |
1. äußerster Punkt, Ende; 2. Ort, Gegend; 3. Grenze |
| entwerten |
(über)antworten, übergeben |
| Er, Aer |
Eisen |
| Erbiß, Erbis(sin) |
Erbse(n) |
| Erblehen |
gegen Zins verliehenes Gut, bei dem eine mögliche Erbfolge durch Töchter oder Seitenverwandte einbezogen wurde. |
| Erneuerung |
(eines Lagerbuchs) Neuaufnahme eines Lagerbuchs, d.h. "Erneuerung" des alten; auch als Bezeichnung für Lagerbuch gebrauch; s.a. Artikel Lagerbuch |
| Erschatz, Eheschatz, vererschatzen |
Abgabe bei Gutsübernahme |
| Esch s. Zelg |
|
| Espan, Espach |
der zur Viehweide dienende Flurteil |
| Etter |
Dorfzaun, Grenze zwischen dem mit Häusern bebauten Ortsareal, in dem ein erhöhter Friede gilt, und der Feldflur |
| etzen |
speisen, beköstigen, füttern, s.a. Atzung |
| ewig |
nicht ablösbar, unkündbar, beständig |
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| F |
|
| Fabrik |
Kirchenvermögen |
| Fach (vach) |
Vorrichtung zum Aufstauen des Wassers und zum Fischfang |
| fahen, fachen |
u.a. 1. fangen, jagen; 2. empfangen |
| Fall |
nach dem Tod des Bebauers die von dessen Gut zu entrichtende Abgabe; oft synonym mit Hauptrecht |
| Farren |
Zuchtstier |
| Faselvieh |
männliche Zuchttiere |
| Fastnachthenne |
ein zur Anerkennung eines Herrschaftsverhältnisses von dem Untergebenen gereichtes Huhn, z.B. bei Lehen oder von Leibeigenen (s. Leibhuhn); von Zinshuhn zu unterscheiden |
| Faut |
Vogt |
| Felben |
Weidebäume |
| Feld |
1. freies Feld, Feldflur; 2. Zelge (s. dort); 3. Markung |
| Feldlehen |
Lehengut ohne Hof oder häusliches Anwesen |
| Felonie |
Bruch der Lehenstreue 1. durch den Vasallen gegenüber dem Lehensherrn (z.B. durch Verweigerung der Dienste, unerlaubtes Veräußern des Lehens, Versäumnis der Mutung, Bündnis mit Feinden etc.) oder 2. durch den Lehensherrn gegenüber dem Lehensmann (z.B. durch grundlosen Entzug des Lehens, Rechtsverweigerung etc.) |
| Ferlin, Saugferlin |
junges Schwein, Ferkel |
| Fesen s. Vesen |
|
| Feuer und Rauch |
Herdstätte, Haus |
| Fischenz |
1. Fischwasser; 2. Recht, darin zu fischen |
| Floßgerechtigkeit |
Recht zu flößen |
| Forst |
herrschaftlicher Wald |
| Frage, peinliche |
Tortur |
| Frauenfrevel |
Strafe für Vergehen von Frauen |
| Freiheit, gefreit |
Privileg, Recht, privilegiert |
| fretzen, abfretzen |
abweiden lassen |
| Freund, Freundschaft |
Verwandtschaft, verwandt |
| Frevel |
1. Delikt; 2. Strafgebühr |
| Friedhag |
Einfriedigung |
| Frönde |
1. fronpflichtiges Land oder Gut; 2. Fron, Verpflichtung zum Frondienst |
| Froner |
Inhaber einer Frönde |
| fronen |
Dienste verrichten |
| Fronwaag |
herrschaftliche Waage |
| Frucht |
Getreide |
| Fuder |
1. Maß für eine Abgabe an Heu, Brennholz, Mist, Stroh etc.; 2. von der Wagenlast abgeleitetes Maß für Flüssigkeiten lokal unterschiedlicher Größe (1 Fuder = 6 Eimer) |
| fürbaß |
von nun an, weiterhin |
| fürbieten, Fürbot, Fürgebot |
vor Gericht usw. laden |
| Fürpfand |
Unterpfand |
| Furchgenosse |
Angrenzer |
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| G |
|
| Gabholz |
Holz, das unentgeltlich aus gemeindlicher Nutzung unterliegenden Wäldern an Berechtigte abgegeben wird, bzw. das entsprechende Waldgebiet |
| Gaden |
1. Haus, das lediglich aus einem Raum besteht; 2. (Vorrats-)Kammer; 3. Schuppen; 4. Krämerbude |
| Ganerben |
gemeinsame Erben, zumeist von einer Adelsherrschaft oder von Adelsbesitz |
| Ganerbiat |
Ort bzw. Gebiet, das von einer Erbengemeinschaft gemeinsam beherrscht und verwaltet wird |
| Garten |
Grundstück mit dem Recht auf Umzäunung, meist innerhalb des Dorfetters |
| Gartknecht, gartierender Knecht |
umherziehender Knecht |
| Gastgeb |
Gastwirt |
| Gatterzins |
Abgaben, die die Herrschaft am Wohnsitz des Zinspflichtigen abholen (lassen) muss und die ihr über das Hofgatter gereicht werden |
| Geäcker (Äcker, Ecker) |
1. Äckerich, Eicheln- und Buchelnernte; 2. Waldmast |
| gebunden |
verputzt |
| geden |
jäten |
| Geding |
Bedingung, Vereinbarung, Vertrag, übernommene Verpflichtung |
| Geführ (Ehr und Geführ) |
Nutzen, Stellung, Ehre |
| Gehau, Gehäu, Hau, Kau |
ausgehauenes, nachwachsendes Waldstück |
| gehäust, beigehäuset, ingehäuset |
mietsweise bewohnen |
| Geleit |
Gewährung von Schutz und Sicherheit für Reisende gegen eine Abgabe |
| Gelte |
Gefäß für Flüssigkeiten, Kübel |
| Gelter, Geltner |
Schuldner |
| Gemächt, ausgemächt |
Abmachung |
| gemein |
allgemein, gemeinsam, zusammen |
| Gemeinde |
1. Dorfgemeinde; 2. Gremium der dörflichen Selbstverwaltung; 3. Allmende |
| Gemeinder, Gemeiner |
wer an den wirtschaftlichen Gemeinderechten Anteil hat |
| Gemeiner |
Schlichter, Schiedsrichter |
| gemeltz |
Mahllohn, der Teil des Getreides, der dem Müller als Lohn zusteht |
| Gemerz |
Merzlerei, Warenhandel |
| Genoßsame |
Bereich innerhalb einer oder mehrerer Herrschaften, in dem die einzelnen Eigenleute miteinander heiraten dürfen |
| gerben, Gerbmühle |
Korn in einem Mahlgang enthülsen; Mühle zum Gerben |
| Gerechtsame |
rechtmäßiger Anspruch, Berechtigung |
| Gereut |
gerodetes Grundstück |
| Gerichtszwang |
1. Verpflichtung eines bestimmten Personenkreises, ein bestimmtes Gericht zu besuchen; 2. im übertragenen Sinne das von diesen Personen bewohnte Gebiet als Gerichtsbezirk |
| Gesäß |
Sitz, Wohnsitz |
| Geschirr |
Gerät, Werkzeug |
| Gewähr, Währ |
Bürgschaft |
| Gewalt |
Vollmacht, Recht |
| Gewand |
1. lange Ackerseite, an die viele Äcker mit ihrer Schmalseite grenzen; 2. pl. Landstücke am Ackerrand, die von mehreren Grunstücksnachbarn überfahren werden; Reihung von Anwandern |
| Gläser |
Fensterscheiben |
| Glimpf (Ehr und Glimpf) |
1. guter Leumund; 2. angemessenes Benehmen |
| Gnadenlehen (-güter, -höfe) |
Güter, die nach dem Heimfall von der Herrschaft nach Gnaden, d.h. mit willkürlich festgelegter Gült oder Besitzwechselabgabe neu verliehen werden |
| Grüsch, Grüß |
Kleie |
| grun |
roh, frisch, unbehandelt, ungeräuchert, ungesalzen, ungedörrt (Fisch und Fleisch) |
| Gült |
1. Naturalabgabe; 2. Zins für einen Kredit |
| Güßbett, Gießbett |
Kanal |
| Güter, einzechtige |
einzelne, nicht zu einem Hof, Lehen oder Söldgut zusammengeschlossene Liegenschaften |
| Gulden |
Goldmünze, nach dem ursprünglichen Prägeort Florenz auch Floren(us) oder Florin (fl.) genannt; ihr Wert richtet sich nach dem Goldgehalt |
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| H |
|
| Habe, fahrende |
das bewegliche Vermögen im Gegensatz zum liegenden Gut |
| Häs |
die gesamte Kleidung einer Person |
| haft (behaft) |
verhaftet (verpflichtet) sein, haftbar sein |
| Hag |
Zaun, eingefriedete Stelle |
| Hagen |
Zuchtstier |
| Halbteil |
Leihebedingung, wobei der Pächter die Hälfte des Ertrages des Hofes entrichtet |
| Halde |
Grundstück in Hanglage |
| Handlohn |
Besitzwechselabgabe bei Erblehen an den Herrn, um das Einverständnis für den Wechsel zu erlangen |
| Handstreich |
Verlobungsfeier |
| Hanfgarten |
mit Hanf bepflanztes, nicht eingezäuntes Feld |
| Har |
Flachs |
| Hard, Hart |
Weidewald |
| Hau s. Gehau |
|
| Hau Holtz |
Holzmenge, gewisser Anteil am Holz |
| Haufmeß |
Maß für Feld- und Gartenfrüchte meist unregelmäßiger Gestalt (Nüsse, Hülsenfrüchte), das im Gegensatz zum abgestrichenen Meß über den Rand hinaus aufgehäuft wurde |
| Hauptgut |
Kapital, von dem ein jährlicher Zins fällig ist |
| Hauptholz, Hauptbaum |
ausgewachsener Stamm |
| Hauptrecht |
Abgabe nach dem Tod eines Leibeigenen an dessen Herrn, bei Frauen zumeist das beste Kleid (Bestkleid, s.d.), bei Männern häufig das beste Stück Vieh (Besthaupt, s.d.) |
| Hauptvieh |
Zugvieh |
| Hayme s. Heime |
|
| heften, heftende Wunde |
Wunden nähen, genähte Wunde |
| Heidenkorn |
Buchweizen |
| heien, haien, Hayung |
hegen |
| Heiligenpfleger |
Verwalter des Kirchenvermögens |
| Heiliger |
Kirchenvermögen in Form von Kapital oder Grundstücken, dessen Ertrag zum Unterhalt eines Geistlichen oder für den Kirchenbau verwendet wird |
| Heimbürge |
gewählter Rechnungsführer einer Gemeinde |
| Heime, Hayme |
Zuchtstier |
| Heimfall |
Einziehen eines Lehens durch den Lehensherrn, wenn der Vasall erbenlos gestorben ist |
| Heimsteuer |
Aussteuer |
| Helfer |
Hilfspfarrer |
| Heller, Haller |
kleinste Verkehrsmünze, genannt nach der königlichen Münzstätte Schwäbisch Hall. Verhältnis zum Pfennig wie 2:3 oder 1:2 |
| Henne, alte |
einjähriges, wohl legefähiges Huhn, s.a. Fastnachthenne |
| Herbst |
1. Jahreszeit; 2. Weinlese; |
| Herbsthuhn: |
im Herbst fällige Abgabe von (jungen) Hühnern, im Gegensatz zu den im Frühjahr fälligen alten Hennen (Fastnachthennen); |
| Herbststeuer |
im Herbst fällige, jährliche Steuer, die wohl für die Vogtei zu entrichten war |
| Herdhuhn, Herdstatthenne, Herdstattzins |
Abgabe aus Gebäuden mit einer Feuerstelle (= Haushalte) |
| Herrenfall |
Wechsel des Lehensherren durch Tod |
| Herrenweinkauf |
Besitzwechselabgabe beim Verkauf von liegenden Gütern |
| Herrlichkeit |
1. Herrschaftsbereich; 2. herrschaftliche Befugnisse |
| Herstraaß, Herweg |
überörtliche Landstraße |
| Heu und Öhmd |
erster und zweiter Grasschnitt |
| Heubarn |
Ort zur Aufbewahrung des Futters, Heustock, s.a. Barn |
| Heuet |
Zeit der Heuernte |
| Heufang |
Recht, Heu zu gewinnen |
| Hintersassen |
Angehörige eines Orts bzw. eines Amts, die dort auch wohnen |
| Hofman |
Inhaber oder Bewirtschafter eines (herrschaftlichen) Hofs |
| Hofraite |
zu einem Haus gehöriger oder zwischen zwei Häusern gelegener, unbebauter Platz |
| Hofstatt |
Hofplatz, auf dem ein Haus steht oder gebaut werden kann |
| Hofstube, Hochstube |
häusliche Versammlung |
| Holz |
1. Holz; 2. Wald; |
| Holzboden |
Waldstück |
| Holzgehau |
Wald |
| Holzwiese |
eine mit lichtem Wald bestockte meist einmähdige Wiese |
| Hornung |
Februar |
| Hube |
Hufe, Bauerngut unterschiedlicher Größe |
| Hübner |
Inhaber einer Hube |
| Hühner, junge |
10-14 Wochen alte Hühner; |
| Hühnergeld |
Geldablösung für Geflügelabga ben; |
| Hühnervogt |
Beamter, für den Einzug der Leibhennen als Abgabe für die Leibeigenschaft zuständig |
| Hülbe, Hüle |
flacher Dorfteich, in wasserarmen Gebieten zum Tränken des Viehs, zumeist künstlich durch Lehmeintrag angelegt |
| Hüttmeister |
Betreiber einer Glashütte |
| Hummel |
Zuchtstier |
| Hundhofstatt, Hundslehen |
Anwesen, das zur Unterhaltung herrschaftlicher Jagdhunde verpflichtet ist |
| Hundslegin |
Recht bzw. Verpflichtung zum Unterhalt der herrschaftlichen Jagdhunde und zur Verköstigung der Jäger |
| Hut |
Weidegebiet, später auch Forstbezirk; |
| Hutgeld |
Geld für die Aufsicht über Vieh oder Weingärten |
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| I |
|
| Imi |
Trockenmaß, meist der vierte Teil eines Viertels |
| Immen |
Bienen |
| Impter, impten |
veredelter (geimpfter) Baum, veredeln |
| Infel |
Hohlmaß für Getreide (1/4 Simri) |
| Insigel |
Siegel |
| Instrument |
Notariatsurkunde |
| Irrung |
1. Streit, Zwist; 2. Beanstandung |
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| J |
|
| jährliche Abgaben |
Abgaben, die jedes Jahr in derselben Höhe anfallen |
| Jährlinge |
Schafe, die ins zweite Jahr gehen |
| Jahr und Tag |
Frist von i.a. einem Jahr, die jedoch in verschiedenen Rechtsbereichen unterschiedlich lang sein kann. Die Deutung der genauen Länge der Frist ist in der Forschung umstritten. Der Sachsenspiegel gibt für ritterliche Lehen die Frist von 1 Jahr, 6 Wochen und 3 Tagen, für unritterliche Lehen von 1 Jahr und 1 Tag. Die Deutung des Begriffs Jahr und Tag wurde auch schon mit Hilfe des keltischen Mondkalenders versucht, der für das Jahr 364 Nächte zählt. Um auf die julianische Zahl von 365 Tagen zu kommen, wäre der letzte Tag als 365. hinzuzuzählen, was den Begriff Jahr und Tag geprägt haben könnte. |
| Jahren, zu gemeinen |
durchschnittlich |
| Jauchart, Jauchert, Juchart |
Ackermaß, ca 1,5 Morgen, ursprünglich die Fläche, die an einem Tag umgeackert werden konnte |
| Jauner |
Gauner |
| Jungfrau |
1. weibliche Ordensangehörige, Nonne; 2. vornehme Dienerin |
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| K |
|
| Käßgeld |
Geldzins, der anstelle von Käseabgaben gegeben wird |
| Kandel |
Abflussrinne |
| Kante, Kantel, Kandell |
Kanne, Kännchen (Maßeinheit) |
| Karch |
Karren, auch Maß für die Abgabe von Holz oder Mist |
| Kapaun |
zur Mast kastrierter Hahn |
| Kasten |
Fruchtkasten; Gebäude, in welches die Abgaben geliefert werden; |
| Kastenvogt |
Schirmherr eines Kastens oder dessen Beamter mit Aufsicht über die Güter, Einkünfte und Rechnungslegung |
| Keffach |
Spreu, Abfall beim Dreschen einschließlich des darin verbliebenen Getreides, Futtergetreide |
| Keiche, Keichenstrafe |
Gefängnis |
| Kelhof (auch Dinghof, Fronhof) |
Mittelpunkt einer grundherrschaftlichen Wirtschaftseinheit, Sammelstelle für grundherrschaftliche Abgaben |
| Keller |
herrschaftlicher Verwalter von Einkünften |
| Kelterbaum |
der große Balken, der durch die Spindel auf die zu kelternde Masse herabgedrückt wird; |
| Kelterwein |
Weinabgabe für die Benutzung der Kelter |
| Ker, Kern |
Keller |
| Kerfholz |
Holz zum Einkerben von Leistungen oder Zahlungen |
| Kern |
von den Spelzen befreiter Dinkel |
| Kind heben |
als Pate ein Kind über die Taufe heben, die Patenschaft übernehmen |
| Kirchenlösung |
jährliche Abgabe für das Pfarrgut, bzw. dem Archidiakon überlassen (eigentlich an den Bischof zu zahlende) Abgabe |
| Kirchensatz |
Patronatsrecht und die daraus erwachsene Verfügungsgewalt über das Kirchenvermögen und die Besetzung der Pfarrei |
| Kirchgang, zur Kirche gehen |
Hochzeit |
| klauben |
Auflesen (z.B. von Obst, Eicheln etc.) |
| Kleemeister |
Abdecker |
| kleiben |
mit Lehm verstreichen, Fachwerk mit Lehm füllen |
| Kleuder |
Wollmaß |
| Kloben |
Flachsbündel, Maßeinheit für Flachs |
| Kommende |
untere Verwaltungseinheit bei Ritterorden |
| Komtur |
Leiter einer Kommende |
| Korn |
Hauptgetreide einer Gegend, meist Roggen, gebietsweise aber auch Dinkel; |
| Kornaugsten |
Zeit der Kornernte |
| Koste |
1. Zehrung, Speise; 2. Kosten, Ausgaben |
| Krattenmacher, Krättenmacher |
Korbflechter |
| Kreuzer |
Münze und Recheneinheit (60 Kreuzer = 1 Gulden) |
| Kreuzgang |
1. Teil eines Klostergebäudes; 2. Prozession |
| Krieg |
(Rechts)Streit |
| Kuchelgefäll |
Abgaben für die Küche |
| Kundtschaft |
Befragung von Zeugen sowie deren Aussage |
| Kunkel |
Spinnrocken; |
| Kunkelstube |
abendliche Versammlung zum Spinnen und Geselligkeit |
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| L |
|
| Lach s. Lauch |
|
| Land |
Grundstück ohne Umzäunung, auf dem zumeist Gemüse oder Flachs bzw. Hanf angebaut wird, vgl. Garten |
| Landacht, Landgarbe |
1. Abgabe aus in der Regel nur zeitweise bewirtschafteten, vom Landesherrn beanspruchten Gütern; 2. Abgabe einer bestimmten Menge des Fruchtertrages von einem zelglich gebauten Acker ohne Festlegung der Fruchtart |
| landgarbig |
mit Landgarbe belastet |
| Lauch, Lach, Loch |
Grenzzeichen |
| ledig |
frei, unbesetzt |
| Lehensaufsage |
Aufkündigung der Lehensbindung mit damit verbundenem Heimfall. Begegnet auch häufig als Lehensaufsendung |
| Lehensauftragung |
Übertragung oder Auflassung der Gewere an einer Liegenschaft an den Lehensherrn mit dem Zweck, sie anschließend als Lehen wieder verliehen zu bekommen |
| Lehensbrief |
Urkunde über die Vergabe oder Erneuerung eines Lehens |
| Lehensherr |
der gebende Teil in einem Leiheverhältnis, das Formen und Inhalte sowohl des Feudalrechts als der Zinsleihe, also der Leihe im Hofverband und des Patronats umfassen kann |
| Lehensherrlichkeit |
Gesamtheit der Rechte, die einem Lehensherrn am verliehenen Gut und bezüglich der beliehenen Person zustehen |
| Lehensmann |
der nehmende Teil eines Leiheverhältnisses |
| Lehensrevers |
schriftliche Bestätigung des Lehensempfangs durch den Lehensmann |
| Lehensträger |
Person, die treuhänderisch für eine oder mehrere andere Personen (insbesondere Unmündige, Geistliche, Frauen) ein Lehen empfängt und die Lehenspflichten erfüllt oder für deren Erfüllung verantwortlich ist |
| Leibeigene, Eigenleute |
Personen, die unmittelbar von einem (Leib-)Herrn abhängig waren, der Genossame unterlagen und Leibhuhn, Mannsteuer und Hauptrecht zu entrichten hatten. |
| Leibfall |
Abgabe beim Tod eines Leibeigenen vom hinterlassenen Vermögen, vgl. a. Hauptrecht |
| Leibgeding |
Nutznießung auf Lebenszeit |
| Leibhuhn |
ein von einem Leibeigenen seinem Herrn zur Bestätigung seiner Leibeigenschaft gegebenes Huhn, Sonderform von Fastnachthenne |
| letzen, Letzung |
verletzen, Verletzung |
| Leute, arme |
Untertanen |
| Leutpriester |
Seelsorgepriester, Vorsteher einer Pfarrkirche |
| Lichtstube s. Kunkelstube |
|
| Lidlohn |
Lohn für Gesindedienst |
| Linsin |
Linsen |
| Loch s. Lauch |
|
| lösen, Losung |
etwas gegen Bezahlung an sich bringen, Bezahlung |
| Lohmühle |
Mühle, in der Eichenrinde (Lohe) für den Gerbereibetrieb zerkleinert wird |
| losen, Loser |
heimlich horchen |
| Losung |
1. Auslösungsrecht; 2. Vorkaufsrecht an einem Grundstück |
| lußen |
versteckt liegen, auflauern |
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| M |
|
| Mahl |
1. Mahlzeiten; 2. Ausgaben für die Beköstigung von Gästen, Bediensteten und fremden Boten |
| Mahlmann, Mahlleute |
derjenige/diejenige, der/die mahlen lässt/lassen |
| Malbaum, Malhölzer |
Grenzbaum |
| Malefizsache |
Rechtsfall für das Kriminalgericht |
| Malter |
Getreidemaß, 1 Malter = 8-10 Simri oder Viertel |
| Mannfall |
Wechsel des Lehensmannes durch Tod |
| Mannlehen |
gegen Mannschaftsleistung verliehene Lehen im Gegensatz zu den ministerialischen Dienstlehen und der bäuerlichen Leihe. Eng damit verbunden ist die Definition als Lehen, das nur in männlicher Linie vererbbar ist, was jedoch eher idealtypischen Charakter hat, da seit dem Auftreten der Quellengattung Lehensbuch auch solche Lehen begegnen, die an Frauen verleihbar waren |
| Mannsteuer |
Abgabe der männlichen Leibeigenen an den Leibherrn |
| Mannsmahd |
Flächenmaß für Wiesen |
| Marckh |
1. Markung; 2. Grenze |
| Marstaller |
Pferdeknecht, Aufseher über den Marstall |
| Maß |
unteres Flüssigkeitsmaß |
| Meder |
(Heu)Mäher |
| Meier |
1. Hofbesitzer; 2. Inhaber eines Lehens; 2. Bauer |
| Mäne, Mänin, Mene |
Gespann |
| Mäningeld |
Abgabe von Gespannen |
| Merteil |
Mehrheit |
| Merunge |
Vergrößerung, Vermehrung, Werterhöhung |
| Merzler, Metzler |
Viktualienhändler |
| Metze |
Hohlmaß für Getreide und Flüssigkeiten |
| Milstatt |
Mühlenhofstatt |
| Mitfurchgenossen |
Ackerangrenzer |
| Model |
Form, Muster |
| Moden, Modius s. Scheffel |
|
| Mühlwerk |
Vorrichtung zum Mahlen (Mühlrad, Getriebe) |
| Müttlein |
Hohlmaß für Getreide (1 Müttlein = 6 Metzen) |
| Mundmann, Muntmann |
1. Vormund, Vertreter vor Gericht 2. in Bezug auf einen Herren: der von diesem zu schützende Mann |
| Mut |
oberes Getreidehohlmaß (1 Mut = 2 Malter Glatt- und 4 Malter Rauhfrucht) |
| Mutung |
Gesuch um Belehnung |
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| N |
|
| Nachgepaurn |
Nachbarn |
| Nachgült, Nachzins |
eine Abgabe, die erst nach Abzug einer anderen Abgabe entrichtet werden darf, vgl. Vorgült, Vorzins |
| Nachrichter |
Scharfrichter |
| Nachsteuer |
Abgabe bei Wegzug |
| Näher |
Näherrecht, Recht zu bevorzugtem Erwerb |
| Neubruch, - gereut |
erst vor kurzem urbar gemachtes Land, Rodung |
| Neusatz |
neu angelegter Weinberg |
| nichtjährliche Abgaben |
Abgaben, deren Höhe von Jahr zu Jahr schwankt |
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| O |
|
| obgenannt |
oben genannt, weiter vorne aufgeführt |
| Obrigkeit |
Gewalt über etwas |
| Öhmd |
zweiter Grasschnitt |
| Ösch s. Zelg |
|
| Öschhai |
Feldschütz |
| officiales |
spätmittelalterliche Beamte |
| Ohm |
Flüssigkeitsmaß lokal unterschiedlicher Größe (1 Ohm = 60 Maß) |
| Ort |
vierter Teil einer Münze, besonders der vierte Teil eines Guldens |
| Ortpfahl |
Eck-, Grenzpfahl |
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| P |
|
| Passivlehen |
ein von einem Lehensherrn, der auch Aktivlehen verleiht, empfangenes Lehen |
| Petschaft |
Siegel oder Siegelabdruck |
| pfechten, gepfecht, abpfechten |
eichen, geeicht |
| Pfennig |
Hauptverkehrsmünze des Mittelalters aus Silber, Denar (d) |
| Pferch |
eingezäunte Fläche (für Schafe) |
| Pfleger |
Verwalter der Einkünfte und Ausgaben |
| Pfründe |
geistlicher Einnahmetitel |
| Pfund (lb) |
Recheneinheit für Geld (1 Pfund = 20 Schillinge), lb = libra (lat. für Pfund) |
| pullen s. büllen |
|
| pulli (lat.) |
Hühner |
| Präsenz |
1. Vereinigung von Geistlichen, eine Art kirchlicher Korporation, sowie deren Vermögensverwaltung; 2. Bezahlung für die Anwesenheit eines Geistlichen bei einer kirchlichen Handlung |
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| Q |
|
| Quentlein, Quentel |
kleines Gewicht |
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| R |
|
| Rässin s. Rösse |
|
| Rain |
(leicht erhöhter) Geländestreifen zwischen (Acker-)Grundstücken |
| Raitel s. Bannraitel |
|
| Rauch |
eigener Haushalt mit Herdstelle; |
| Rauchhenne |
Abgabe für einen Rauch |
| rechten |
gerichtlich verfolgen |
| rechtvertigen |
im gerichtlichen Verfahren verhandeln |
| reisig, raisig |
zu Kriegsfolge bestimmt |
| Renovation |
s. Artikel Lagerbuch |
| Renovator |
herrschaftlicher Beamter, der mit der Neufassung von Lagerbüchern betraut war |
| Renten |
grundherrliche Abgaben |
| Reute |
Rodung, urbar gemachtes Land |
| Revers |
1. Urkundenausfertigung des Untertanen zu einer vorliegenden herrschaftlichen Urkunde; 2. Anerkenntnis des Lehnsmannes über den Empfang des Lehens |
| Rezeß |
1. Rückstand an Schulden bei der Rechnungslegung; 2. Abschluss der Rechnung |
| Riegel |
waagerechter Balken beim Fachwerkbau |
| Ries |
Papierzählmaß |
| Rödel/Rodel |
amtliches Dokument(e) in Rollenform, s.a. Artikel Lagerbuch |
| Roder |
besondere, wohl durch Rodung gewonnene Güter |
| Röhrbrunnen |
laufender Brunnen |
| Rösse, Rässin |
Röste für Flachs; Wasserloch |
| Ruggericht |
Gerichtssitzung, bei der Vergehen "gerügt", also angezeigt werden mussten |
| Rugung |
1. Anzeige einer kleinen Übertretung; 2. Strafgebühr |
| Rute |
Längen- und Flächenmaß örtlich verschiedener Größe |
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| S |
|
| Sächer |
Täter, Partei |
| Salbuch |
Güterverzeichnis |
| Salzscheibe |
zylindrische Masse feineren Salzes von 1 1/2 Zentnern |
| Satz |
Schatzung, d.h. außerordentliche Steuer vom Besitz oder Erwerb; |
| Satzbuch |
Buch, in das die Steuern eingetragen werden, Schatzungsbuch |
| Schadloshaltung |
Versprechen, für Verluste aufzukommen |
| Schaff, Schäfflein |
hölzernes Gefäß |
| Schaffner |
Verwalter der Einkünfte eines Klosters |
| Schatzung s. Satz |
|
| Schaub, Schob |
Strohbund |
| Schefen, Schäfen |
Erbsen |
| Scheffel |
(auch Moden, lat. modius) Getreidemaß lokal unterschiedlicher Größe |
| Scherkorn |
Lohn an Korn für die Schafschur |
| Scheibe s. Salzscheibe |
|
| schieben, Schub |
an eine andere Instanz weitergeben |
| Schilling |
Recheneinheit für Geld (1 Schilling Heller (ß) = 12 Heller; 20 ß = 1 Pfund (lb)) |
| Schirm |
Schutz |
| schlagen, schlahen |
Eintreiben von Schweinen in die Eichwälder |
| Schlaich |
Wechsel |
| Schlat, Schlät |
Schlot |
| Schmalsaat |
Hülsenfrüchte |
| Schmalvieh, schmales Vieh |
Jungvieh |
| Schmer |
Speck |
| Schochen |
1. Heuhaufen; 2. Heumaß |
| Schock |
Maßeinheit für Eier (1 Schock = 60 Eier) |
| Schor |
Spaten; |
| Schorländer |
Feldstücke, die mit dem Spaten bearbeitet werden |
| Schuh |
Längen- und Flächenmaß (1 Schuh = 12 Zoll) |
| schwächen, der Schwächer |
beischlafen, Beischläfer |
| Schwarzkorn |
Buchweizen |
| Schweher |
Schwiegervater |
| Schwiger |
Schwiegermutter |
| Se(e)ch |
das senkrechte vordere Messer am Pflug |
| Sechter |
Hohlmaß, vor allem für Getreide |
| Seelgerät |
testamentarisch zum Seelenheil des Stifters einer geistlichen Institution vermachtes Vermögen aus Gütern und Einkünften |
| Segenssprecher |
Quacksalber |
| Sendgericht |
geistliches Gericht, vom Archidiakon am Pfarrort abgehalten, zuständig für Vergehen gegen kirchliche Gebote |
| Simri |
1. Hohlmaß für Getreide und Flüssigkeiten 2. Flächenmaß für ein Stück Land, zu dessen Bebauung ein Simri Frucht zur Aussaat nötig ist |
| Sölde |
kleines (Taglöhner- oder Bauern-)Gut mit Anspruch auf Allmendnutzung; |
| Söldner |
Inhaber einer Sölde |
| Sommerfrucht |
meistens Hafer, gelegentliche auch Emer |
| Sommerhuhn |
im Sommer fällige Hühnerabgabe |
| Span |
Holzgefäß von bestimmtem Inhalt, Maßbezeichnung bei (Wein-)Fässern |
| Spann |
Rechtsstreit |
| Speisung |
Geldbetrag, mit welchem die Pflicht zur Verpflegung des Gerichtsherrn am Gerichtstag abgelöst wird |
| Stab |
Gerichtsstab, Rechtssymbol für den Inhaber des Gerichts |
| Standgeld, Stettgeld |
Gebühr für die Nutzung des Marktes |
| Standhölzer |
stehendes Holz, Stammholz |
| Steine, geschworene |
Marksteine |
| Steine, gebackene |
Backsteine |
| Steinung |
Marksteingrenze |
| Stichgeld |
Abgabe des Metzgers für jedes geschlachtete Tier |
| Stiegel, Stügel |
schmaler Durchgang |
| stocken, ausstocken |
Baumstumpen oder Bäume mit Stumpen ausgraben |
| Strohmeier |
Aufseher über die Einbringung des herrschaftlichen Anteils an der Ernte (Auszählen der Garben) |
| Stube |
heizbares Gemach |
| Stuer, Steuer, (gewohnliche) |
dem Landesherrn zustehende Abgabe, die zumeist von der Gemeinde auf die Pflichtigen umgelegt, eingezogen und als Ganzes von der Gemeinde entrichtet wurde |
| stürzen |
Frucht, Getreide umschaufeln, bzw. umschütten und messen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung des Kellers |
| Stoß |
Streit |
| Sulz |
Salzlecke für Wild |
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| T |
|
| Ta(c)hun |
Ton, Lehm |
| Täfer, Tafer |
Gasthaus, Taverne, Dorfschenke |
| Tagwerk |
Flächenmaß für Wiesen, entspricht dem, was ein Mäher an einem Tag mähen kann |
| Teiläcker, Teilgüter |
Äcker von denen ein festgesetzter Anteil des Ernteertrags an den Grundherrn entrichtet werden musste |
| Todfall |
Besitzwechselabgabe beim Tod eines Leibeigenen oder Leheninhabers |
| Torkel |
Kelter |
| Träger |
1. Verantwortlicher für die Abgaben eines Guts, das sich in verschiedenen Händen befindet; 2. Vertrauensmann, Treuhänder; 3. Inhaber eines Lehens |
| Traglehen |
Treuhänderisch für einen oder mehrere Personen empfangene Lehen, für das auch die Lehenspflichten durch den Lehensträger zu erfüllen waren (-> Lehensträger) |
| Trester |
Rückstände von ausgepressten Weintrauben und Obst |
| Trogschwein |
selbst aufgezogenes Schwein für den Eigenbedarf |
| Truche, Trucke |
Truhe |
| Truteren |
Stange, Stecken |
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| U |
|
| Umsassen |
in Nachbargebieten Wohnende |
| Ungeld, Umgeld |
indirekte Steuer, hauptsächlich auf den Umsatz von Lebensmitteln und Getränken (Wein) |
| Ungenossen |
Fremde; Leute, die einen anderen Herren haben |
| Ungenoßsame |
Ehe zwischen Leuten zweier Herren |
| Unrecht |
1. kleines Vergehen; 2. Strafe dafür |
| Unschlitt |
Talg, Eingeweidefett |
| Untergänger |
mit der Begehung und Überwachung einer Grenze beauftragte Person |
| untergehen |
begehen, genau beschreiben |
| Unterpfand |
Sicherheit für ein verliehenes Gut oder Kapital sowie für die Entrichtung eines Zinses |
| Unze |
in der Münzrechnung 1/12 Pfund |
| Urbar |
s. Artikel Lagerbuch |
| Urbarzins |
Zins aus Gütern, welche die Herrschaft verkauft, zugleich aber mit einer Abgabe belastet hat |
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| V |
|
| Vach s. Fach |
|
| Verlag |
Auslage, Umlage |
| verschlaichen |
vertauschen |
| verspähnen, spennen |
amtl. Zuschließen eines Fasses, bzw. Abgabe dafür |
| verteydingen |
vor Gericht verhandeln, vor Gericht laden, ziehen, übereinkommend festsetzen, vergleichen |
| Vesen |
Dinkel |
| Vierling |
ein Viertel einer Maßeinheit, unterschiedlich gebraucht |
| Viertel |
1. Flächenmaß; 2. Getreidemaß (8-10 frt. = 1 Malter) |
| Vogt |
1. weltlicher Schutzherr einer geistlichen Einrichtung; 2. der einem Amt vorstehende herrschaftliche Beamte; |
| Vogtgericht |
regelmäßig unter Vorsitz des Vogtes im Amt abgehaltene Gerichtssitzung; |
| Vogtrecht |
Abgabe für den Vogt als Leistung für seinen Schutz und Schirm |
| Vorgült, -zins |
Gült oder Zins, die vor einer anderen Gült oder Zins eingezogen wird, vgl. Nachgült, Nachzins |
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| W |
|
| Wachs |
ursprünglich meist an Kirchen oder Klöster entrichtete Abgabe für die Herstellung von Kerzen |
| Wärschaft |
Gewährleistung, Bürgschaft |
| Walkmühle |
Stampfwerk, in dem Tuch gewalkt wird |
| Wasen |
grasbewachsene, zum Anbau weniger geeignete Fläche, oft in Überschwemmungsgebieten; oft Synonym für Abdeckplatz (Schinderwasen) |
| Wasenmeister |
Abdecker |
| Wasserbau |
die Gesamtheit der Anlagen zum Betrieb einer Mühle, insbesondere das Mühlwerk (Wasserrad, Getriebe) |
| Wassergeld |
Geldstrafe für verbotenes Fischen |
| Wasserzins |
Zins aus Fischwassern |
| Wechsel |
der Austausch von Leibeigenen durch zwei Leibherren |
| Wechselacker, Wechselfeld(er) |
1. wechselweise bewirtschafteter Acker außerhalb des Flurzwangs; 2. Acker mit wechselnden Besitzern |
| Weglöse, Weglösung |
Besitzwechselabgabe an den Gutseigentümer beim Abzug des Nutzungsinhabers von einem Gut |
| Weidach |
Weidenpflanzung |
| Weidegeld |
Abgabe für Schafweiderecht |
| Weidgang |
Weiderecht |
| Weinkauf |
1. Abgabe (oder Trunk) bei Abschluss eines Verkaufes, Vertrages oder einer Eheberedung; 2. Verkaufssteuer |
| Weisat |
ursprünglich eine Abgabe, welche die Leibeigenen bei der Weisung entrichteten |
| Weisung |
die meist jedes dritte Jahr vom Leibherrn gebotene Versammlung aller - auch der auswärts gesessenen - Leibeigenen eines Amts in der Amtsstadt, bei der die volljährig gewordenen Leibeigenen und Neubürger den Leibeigenschaftseid ablegten, Leibeigenschaftsabgaben entrichtet und die Geburten leibeigener Kinder angezeigt wurden |
| Weitraite |
ödes, ortsfernes, vom Landesherrn beanspruchtes Land, das oft erst spät in Gemeindemarkungen einbezogen wurde |
| Welschkorn |
Mais oder Buchweizen |
| Werkschuh |
Längenmaß |
| wesserin |
Wässerwiese, Bewässerungsanlage |
| Widem(gut), Widdum, Wittum |
Ausstattungsgut einer Pfarrkirche, das jedoch oft nicht vom Geistlichen selbst, sondern durch einen Meier (Widemmeier) bewirtschaftet wurde |
| widerbieten |
1. Fehde oder Krieg ankündigen; 2. Gegenbefehl erteilen; 3. widerrufen |
| Wildfang |
Zuziehende ohne eigenen Leibherrn, die deshalb Leibeigene des Ortsherrn werden |
| Wildheglin |
eingezäunter Bereich für das Wild |
| Winkelehe |
heimliche, wilde Ehe |
| Winkelehehäuser |
heimliche Versammlungen |
| Withau |
jährlich geschlagenes Gemeindeholz, das unter die Bürger verteilt wurde |
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| Z |
|
| zechen, umzechen, der Zech nach gehen, umwechseln, Umzech halten |
der Reihe nach (Dorfdienste) tun |
| Zedel, Zettel |
Urkunde oder sonstiges Schriftstück |
| Zehnt |
1. Zehnt (Naturalabgabe, ursprünglich an die Kirche); 2. Gebiet, auf dem der Zehnt eingezogen wird; 3. Markung (Zehntbezirk) 4. s. Zelg |
| Zelg |
bei der Dreifelderwirtschaft die drei Teile, in welche die gesamte Flur eingeteilt war und die jeweils mit derselben Frucht bestellt wurden; |
| Frucht nach der - |
Getreideabgabe, die nach der Bebauung wechselt |
| Ziel |
1. Abgabetermin 2. (Endpunkt, Grenze), Grenzzeichen |
| Zinshuhn |
ein als materielles Entgelt gegebenes Huhn, im Gegensatz zu Fastnachthenne keine Rekognitionsabgabe; Zinshühner sind u.a. Martins-, Herbst-, Sommer- und Forsthühner |
| Zinslehen |
Lehen, das üblicherweise mit der Auflage der Abgabe einer Natural- oder Geldleistung verliehen wird. Durch den Lehenszins befreit sich der -> Lehensmann von anderen Treue- und Leistungspflichten |
| Zugehörungen |
Zubehör, zu einem Hof gehörige Güter und Einrichtungsgegenstände |
| Zwing und Bann |
Rechtsbereich einer Gemeinde; Grenze der Ortshoheit; Markung; Gerichtsbarkeit
|
|