Außenstellen und externe Forschungsstationen der Universität

Außenstellen

Die Universität Tübingen unterhält drei Außenstellen in Ostasien:

 

  • das 1993 gegründete Tübingen Center for Japanese Studies (TCJS) an der Dōshisha University in Kyoto (Japan),
  • das 2001 gegründete European Centre for Chinese Studies at Peking University (ECCS) in Beijing (Volksrepublik China)
  • und das 2010 gegründete Tübingen Center for Korean Studies at Korea University (TUCKU) in Seoul (Südkorea).

 

Hauptziel der Außenstellen in China, Japan und Korea ist, Tübinger Studierenden der Sinologie, Japanologie und Koreanistik sowie Studierenden einiger anderer Fachdisziplinen die Möglichkeit zu bieten, als integralen Bestandteil ihres Bachelor-Studiengangs die Sprache und Kultur Chinas, Japans und Koreas vor Ort kennenzulernen. Die drei Außenstellen nehmen darüber hinaus eine Plattformfunktion für die internationalen Kooperationen der Universität Tübingen mit den betreffenden ostasiatischen Ländern in Forschung und Lehre wahr.

Seit fast 25 Jahren besteht das Tübinger Zentrum für Japanstudien. Als europaweit erste universitäre Zweigstelle in Japan wurde es 1993 in Kyōto eröffnet. Seine Gastgeberin Dōshisha ist eine der angesehensten Privatuniversitäten in ganz Japan.

 

Für Tübinger Japanologen stellt der 2-semestrige Aufenthalt in Kyōto einen integralen Bestandteil ihres Bachelor-Studienganges dar, sodass die Tübinger Japanologie dank ihres Zentrums in Kyōto ihren Studierenden die europaweit einzigartige Möglichkeit bietet, bereits sehr früh im Studium vor Ort die Sprache und Kultur Japans zu erlernen und zu erleben.

"Während ihrer Zeit am Tübinger Zentrum sind alle Kursteilnehmer in japanischen Gastfamilien untergebracht. Nicht nur aus sprachlicher Sicht, sondern auch für die Kulturvermittlung wird dem Gastfamilien-Aufenthalt große Bedeutung beigemessen, da dieser sonst nur schwer erfahrbare, tiefe Einblicke in die Lebensweise des Gastlandes ermöglicht."

 

aus der Broschüre des Zentrums für Japanstudien in Kyoto

 

 

Anprechpartner: Dr. Michael Wachutka, Geschäftsführer TCJS, michael.wachutka[at]uni-tuebingen.de

 

Homepage des „Tübinger Zentrums für Japanstudien“

Das ECCS wurde im Jahre 2001 von den Universitäten Tübingen und Kopenhagen, in Verbindung mit der Philosophischen Fakultät der Peking-Universität, gegründet.

 

Für Tübinger Studierende des BA-HF-Studiengangs Sinologie/Chinese Studies ist das 4. Semester am ECCS als integraler Bestandteil des Curriculums obligatorisch. Der sehr intensive, anwendungsorientierte Sprachunterricht am ECCS ist ein Eckpfeiler des Gesamtkonzepts der sinologischen Sprachausbildung, die ein Markenzeichen der Tübinger Sinologie ist.

"Mir sind so viele alltägliche Situationen in Erinnerung geblieben. Ich glaube, das war und ist für mich der wichtigste Erkenntnisgewinn, den ich in China gemacht habe: All das in seinen alltäglichen, realen Ausprägungen zu sehen, über das man bisher nur gelesen oder gehört hatte. Die Notwendigkeit sein eigenes „Weltbild“ einmal zu überdenken, wenn man die Dinge „live“ sieht. Ist nicht die Beobachtung und Erfahrung von Alltäglichkeiten neben dem Erwerb von Sprachkenntnissen der beste Weg einer Kultur näher zu kommen?"

 

aus dem Erfahrungsbericht eines Austauschstudenten am ECCS

 

Ansprechpartner: Dr. Alexander Jost, Geschäftsführer ECCS, alexander.jost[at]aoi.uni-tuebingen.de

 

Homepage des „European Centre for Chinese Studies“

Das Tübingen Center for Korean Studies at Korea University (TUCKU) in Seoul wurde 2012 eröffnet und ist auf dem Campus der Korea University untergebracht. Die Korea University zählt zu den ältesten und renommiertesten Privatuniversitäten in Korea.

 

Für Studierende der Koreanistik in Tübingen ist ein einjähriger Aufenthalt am TUCKU im 4. und 5. Semester integraler Bestandteil des BA-Hauptfachstudiums. Neben einem intensiven Sprachstudium nehmen die Studierenden an inhaltlichen Lehrveranstaltungen teil, um ihre sprachliche und regionalwissenschaftliche Kompetenz zu vertiefen.

"Für mich war das Auslandsjahr an der Korea Universität eine fantastische Erfahrung, bei der ich nicht nur meine Sprach- und Kulturkenntnisse erweitern konnte, sondern auch neue Freundschaften knüpfen und mich persönlich weiter entwickeln konnte."

 

aus dem Erfahrungsbericht einer Austauschstudentin an der Korea University

 

Ansprechpartner: Dr. Unsuk Han, Geschäftsführer TUCKU, unsuk.han[at]aoi.uni-tuebingen.de

 

Homepage des „Tübingen Center for Korean Studies“

Externe Forschungszentren

Außerdem besitzt die Universität Tübingen zwei externe Forschungszentren,

  • eines in Gabun, das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL),
  • und eines in Brasilien, die 1996 eingerichtete Tübinger Forschungsstation Pró-Mata im brasilianischen Araukarienwald, das Center for Research and Nature Conservation

Das Zentrum in Lambaréné geht auf die dritte Generation des 1913 gegründeten Albert Schweitzer Krankenhauses in Lambaréné zurück. 2011 wurde es von diesem unabhängig und umbenannt in „Centre de Recherches Médicales de Lambaréné“ (CERMEL). Das Forschungszentrum betreibt angewandte klinische Forschung in Epidemiologie sowie Grundlagenforschung in Immunologie und Molekularbiologie von Infektionskrankheiten und chronischen Erkrankungen, die für die Region typisch sind.

 

Die Universität Tübingen hat im Oktober 2016 erstmals eine Professur in Afrika eingerichtet, die vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der Regierung von Gabun unterstützt wird. Berufen wurde Dr. Ayola Akim Adegnika, derzeitiger Co-Direktor am Centre de Recherches Médicales (CERMEL) in Lambaréné. Die DZIF-Professur befasst sich mit der Immunepidemiologie und der klinischen Infektionsforschung in den Tropen und wird am Forschungszentrum CERMEL angesiedelt. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt in der Malariaforschung und in der Entwicklung neuer Impfstoffe und Therapien.

 

Ansprechpartner: Dr. med. Bertrand Lell, Kodirektor CERMEL, bertrand.lell[at]cermel.org; Dr. med. Dr. rer. nat. Carsten Köhler, Direktor Kompetenzzentrum Tropenmedizin Baden-Württemberg, carsten.koehler[at]uni-tuebingen.de

 

Homepage des „Centre de Recherches Médicales de Lambaréné“

Die Araukarienwaldstation in Pró-Mata entstand in Zusammenarbeit mit der Pontifícia Universidade Católica do Rio Grande do Sul (PUCRS, Porto Alegre), mit der die Universität Tübingen seit 1983 kooperiert.

 

Die Station bietet Raum für etwa 45 Studierende und Lehrende und besitzt Labore, Lehr- und Seminarräume. Zusammen mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg wurden Methoden für die Wiederaufforstung und Wiederbewaldung mit Araucaria angustifolia in zerstörten Waldregionen entwickelt. Zudem entsenden die Universität Tübingen und die Hochschule Rottenburg Studierende für Praktika in den Araukarienwald. Seit 1996 entstanden aus dieser Zusammenarbeit über 100 Diplom-, Master- und Promotionsarbeiten.

 

Tübinger Lehrveranstaltungen: Seit 1998 wird Pró-Mata für Teile der seit 1989 durchgeführten vierwöchigen Zoologischen Exkursion genutzt, seit 2002 jährlich für das dreiwöchige Geoökologische Gelände-Praktikum.

 

Ansprechpartner: Dr. Rainer Radtke, Baden-Württembergisches Brasilien-Zentrum der Universität Tübingen, rainer.radtke[at]uni.tuebingen.de

 

Homepage „Pró-Mata, die Tübinger Forschungsstation im Araukarienwald“ beim Baden-Württembergischen Brasilien-Zentrum der Universität Tübingen