Modellierergruppe
am Institut für Medizinische Biometrie, Universität Tübingen

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Erblindeter, von Kind geführt
Onchozerkose:
Erblindeter, von Kind geführt

(Source: WHO/TDR/image 9103125)
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Patient mit Elephantiasis
Lymphatische Filariose:
Patient mit Elephantiasis

(Source: WHO/TDR/image 01021669)
Die Onchozerkose (Flussblindheit) und die lymphatische Filariose (Elephantiasis) gehören mit ~17 Mio. und ~120 Mio. Infizierten zu den häufigsten Parasitenerkrankungen, die von Fadenwürmern (Filarien) hervorgerufen werden. Beide Erkrankungen beeinträchtigen nicht nur den einzelnen Patienten (Pathologie, Mortalität), sondern aufgrund ihrer starken Verbreitung auch die Bevölkerung als Ganzes (sozio-ökonomische Entwicklung). Ihre Bekämpfung wird daher durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestützt.

Das Onchocerciasis Control Programme (OCP) wurde 1974 in sieben Westafrikanischen Ländern initiiert und unter Einschluss weiterer Länder bis zum Jahr 2002 durchgeführt. Dei Bekämpfung erfolgte durch sogenannte Vektorkontrolle, das ist die Bekämpfung der Übertragermücken durch großflächige Ausbringung von Insektiziden. Das Nachfolgeprogramm, das African Programme for Onchocerciasis Control (APOC) basiert vor allem auf der breit angelegten Behandlung der Bevölkerung mit dem Medikament Ivermectin, einem Mikrofilarizid, das die Überträgerstadien im Menschen (Mikrofilarien) abtötet und damit sowohl die Krankheitssymptome als auch die Übertragung der Infektion reduziert. Das Global Programme to Eliminate Lymphatic Filariasis (GPELF) wurde 1998 initiiert und basiert auf der Massenbehandlung mit mehreren Mikrofilariziden.

Mit unserer Arbeit, mit den Methoden der mathematischen Modellierung und der Simulation, untersuchen wir, mit welchen Strategien die Parasiten ihre Persistenz in der menschlichen Bevölkerung sichern. Ein besseres Verständnis dieser Strategien ermöglicht uns, in entgegengesetzter Zielrichtung Interventionsstrategien zu optimieren, durch die sich die Übertragung der Infektion bestmöglich reduzieren, oder vielleicht sogar ganz unterbrechen lässt. Modellrechnungen und Simulationen ermöglichen uns, epidemiologische Daten zu analysieren und sie in dynamische Modelle des Systems Parasit-Überträger-Mensch zu integrieren, um die Wahrscheinlichkeit oder den Grad eines beabsichtigten Interventionserfolges vorausberechnen zu können. Dies hilft uns, den Erfolg bei der Bekämpfung dieser Erkrankungen zu maximieren und das Risiko von Mißerfolgen zu minimieren, um die Menschen in den betroffenen Ländern bestmöglich unterstützen zu können.
Verantwortlich für diese Seite: Dr. H.-P. Duerr
Webmaster: Prof. Dr. M. Eichner (letzte Änderung dieser Seite am 13. Juli 2009)
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