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Filariosen
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Die
Onchozerkose
(Flussblindheit) und die
lymphatische Filariose
(Elephantiasis)
gehören mit ~17 Mio. und ~120 Mio. Infizierten zu den häufigsten Parasitenerkrankungen,
die von Fadenwürmern (Filarien) hervorgerufen werden.
Beide Erkrankungen beeinträchtigen
nicht nur den einzelnen Patienten (Pathologie, Mortalität), sondern aufgrund
ihrer starken Verbreitung auch die Bevölkerung als Ganzes (sozio-ökonomische Entwicklung).
Ihre Bekämpfung wird daher durch die Weltgesundheitsorganisation
(WHO)
gestützt.
Das Onchocerciasis Control Programme
(OCP)
wurde 1974 in sieben Westafrikanischen Ländern initiiert und unter Einschluss
weiterer Länder bis zum Jahr 2002 durchgeführt. Dei Bekämpfung erfolgte durch
sogenannte Vektorkontrolle, das ist die Bekämpfung der Übertragermücken
durch großflächige Ausbringung von Insektiziden.
Das Nachfolgeprogramm, das African Programme for Onchocerciasis Control
(APOC)
basiert vor allem auf der breit angelegten Behandlung der Bevölkerung
mit dem Medikament Ivermectin, einem Mikrofilarizid, das die Überträgerstadien
im Menschen (Mikrofilarien) abtötet und damit sowohl die Krankheitssymptome
als auch die Übertragung der Infektion reduziert. Das
Global Programme to Eliminate Lymphatic Filariasis
(GPELF)
wurde 1998 initiiert und basiert auf der Massenbehandlung mit mehreren
Mikrofilariziden.
Mit unserer Arbeit, mit den Methoden der mathematischen Modellierung
und der Simulation, untersuchen wir, mit welchen Strategien die Parasiten
ihre Persistenz in der menschlichen Bevölkerung sichern.
Ein besseres Verständnis dieser Strategien ermöglicht uns,
in entgegengesetzter Zielrichtung Interventionsstrategien zu optimieren,
durch die sich die Übertragung der Infektion bestmöglich reduzieren,
oder vielleicht sogar ganz unterbrechen lässt.
Modellrechnungen und Simulationen ermöglichen uns,
epidemiologische Daten zu analysieren und sie
in dynamische Modelle des Systems Parasit-Überträger-Mensch zu integrieren,
um die Wahrscheinlichkeit oder den Grad eines beabsichtigten Interventionserfolges
vorausberechnen zu können. Dies hilft uns, den Erfolg bei der Bekämpfung
dieser Erkrankungen zu maximieren und das Risiko von Mißerfolgen zu minimieren,
um die Menschen in den betroffenen Ländern bestmöglich unterstützen zu können.
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