Die auf dieser Seite präsentierten Ergebnisse wurden mit stochastischen Modellen gewonnen.
Im Gegensatz zu deterministischen Modellen kann man mit stochastischen Simulationsmodellen Effekte untersuchen, die in Populationen realistischer Größe zum Tragen kommen
Lokale Extinktion
Infolge stochastischer Effekte kommt die Infektionsübertragung in kleinen Populationen auch ohne Impfung oft zum Erliegen.
Eine dauerhafte Übertragung erfordert eine kritische Populationsgröße.
Je mehr Kinder in der Bevökerung geimpft werden, desto schneller und wahrscheinlicher erlischt die Übertragung.
Wann können wir sicher sein, dass eine Extinktion stattgefunden hat?
Da nur etwa eine von etwa 100 bis 400 Personen, die mit dem Wildvirus infiziert werden, die gefürchtete Kinderlähmung entwickelt, ist es schwierig, aus dem monate- oder jahrelangen Fehlen von Erkrankungen auf die Abwesenheit der Infektion zu schließen.
Erst etwa 3 bis 5 Jahre nach dem letzten aufgetretenen Erkrankungsfall kann man einigermaßen sicher sein, dass keine Wildviren mehr in der Population vorkommen.
Neueinschleppung
Dieses Erlöschen der Übertragung bedeutet aber nicht, dass der erreichte Zustand auch stabil ist:
Neu eingeschleppte Infektionen können verheerende Epidemien verursachen, wenn die Durchimpfung unter der kritischen Durchimpfung liegt.
Mit Simulationen in strukturierten (d. h. in Dörfer und Städte gegliederten) Bevölkerungen kann man zeigen, dass sich eine erfolgreich neu eingeschleppte Wildvirusinfektion oft schon über viele andere Orte ausgebreitet hat, bevor der erste Lähmungsfall auftritt.
Die Eberhard-Karls-Universität Tübingen,
das Universitätsklinikum Tübingen,
das Institut für Medizinische Biometrie (IMB),
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