In sogenannten Kanopengefäßen wurden die inneren Organe der Toten abgelegt und mitbestattet, die bei der Mumifizierung entnommen worden waren. Im Mittleren Reich haben die Deckel der in der Regel vier Kanopenkrüge meist die Form eines Menschenkopfes. Der hier gezeigte Kanopendeckel ist aus gelb geädertem Marmor gefertigt und bemalt. Die Kanopen standen unter dem Schutz der Horuskinder Amset, Hapi, Duamutef und Kebechsenuef, denen bestimmte Organe zugeordnet waren.
- Mittleres Reich, um 2040-1797 v. Chr. -
Die Sammlung
Einblicke
Die Ägyptische Sammlung zählt zu den wichtigsten ägyptologischen Universitätssammlungen Deutschlands. Der Grundstock wurde Anfang des 20. Jh. vor allem durch zahlreiche Stiftungen von Ernst von Sieglin gelegt. Hierzu gehören die berühmte Opferkammer des Seschemnofer aus Gize und der Sarg des Idi aus Assiut, dessen Deckel mit einer nur selten überlieferten Sternuhr dekoriert ist. Sieglins Schenkungen bilden auch heute noch die Hauptattraktion der Sammlung und haben sie über Deutschland hinaus bekannt gemacht. Nach Gründung des Ägyptologischen Instituts im Jahr 1959 war es vor allem dem Institutsgründer Hellmut Brunner und dessen Frau Emma Brunner-Traut zu verdanken, dass die Sammlung stetig erweitert werden konnte. Neben Ankäufen und Schenkungen wurden die altägyptischen Bestände des Lindenmuseums in Stuttgart erworben; zahlreiche weitere Objekte werden als Dauerleihgabe des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart präsentiert. In erster Linie als Lehrsammlung für Studenten und Forschungseinrichtung für Fachvertreter konzipiert, gibt die Sammlung einen vollständigen Überblick über die Lebenswelt im Alten Ägypten. Aufgrund der außergewöhnlichen Qualität vieler Exponate bietet sie aber auch interessierten Laien eine hervorragende Möglichkeit, sich mit der Kultur des pharaonischen Ägypten vertraut zu machen.