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Ethnologie    
     
Ein Höhepunkt der Sammlung   Trinkgefäß der Shipibo-Indianer
  Die Shipibo-Indianer leben als Bauern und Fischer an einem der Quellflüsse des Amazonas, dem Rio Ucayali, im Tiefland von Peru. Berühmt wurden sie durch die Kunst der Ornamente, mit denen die Shipibo-Frauen viele Objekte des alltäglichen und des festtäglichen Gebrauchs verzieren. Mit besonderer Kunstfertigkeit geschieht dies auf Kleidungsstücken und auf Keramikgefäßen. Große Trinkgefäße für das Maniok-Bier, das bei Festen so verschwenderisch wie möglich ausgeschenkt wird, betonen ebenso wie die bis zu mannshohen Keramikgefäße, in denen das Bier zum Gären gebracht wird, die Großzügigkeit derjenigen Shipibo-Dorfgesellschaft, die das Fest ausgerichtet hat.

- 1983 -
     
Die Sammlung   Einblicke
Die Völkerkunde (Ethnologie) wurde ursprünglich als die Wissenschaft von den Kulturen, also Lebensweisen fremder, ferner Völker geschaffen. In ihren Anfängen lag der Schwerpunkt der Forschungen bei Völkern, die nicht in großen komplexen Staaten zusammenlebten, sondern überwiegend in kleinen politischen Gemeinschaften. Die Völkerkunde-Abteilung der Universität Tübingen befindet sich im Südost-Turm des Schlosses, in einem unter Denkmalschutz stehenden Gefängnis, das am Beginn des 19. Jahrhunderts eingerichtet wurde. Augustin Krämer war es, der ab dem Jahr 1919 die Völkerkunde-Sammlung der Universität Tübingen aufbaute. Von seinen beiden Forschungsreisen in die Südsee befinden sich etwa 1300 Objekte in der Tübinger Sammlung. Die Schwierigkeit, einzelne Ausstellungsthemen in Gefängniszellen von der Göße eines mittleren Wohnzimmers unterzubringen, wird durch das reizvolle Spannungsverhältnis aufgewogen, das sich zwischen historischer Architektur und moderner Präsentation der Kunst und des Kunsthandwerks fremder Kulturen ergibt. Die Themen der Ausstellung beziehen sich zum einen auf die Kulturen der Südsee-Inseln aus der Zeit zwischen etwa 1890 und 1910 sowie ihrer Spiegelung an der heutigen Situation, zum anderen auf die sehr bedeutende Töpfer- und Muster-Kunst südamerikanischer Indianer.

Ansprechpartner: Dr. Volker Harms

 
       
Öffnungszeiten des Museums Eintritt  
Mi bis So, 10 bis 17 Uhr
Do bis 19 Uhr
Erwachsene Euro 5,-
Kinder, Schüler, Studenten, Rentner, Schwerbehinderte Euro 3,-
Führungen sind auf Anfrage auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Familienkarte Euro 12,-
  Tübinger Studenten frei
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