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Der folgende Text ist einer der Beiträge verschiedener Autoren, die in der Zeitschrift "DAMALS" - Das Magazin für Geschichte und Kultur veröffentlicht wurden. Heft 03/2002 der Reihe "DAMALS" erschien am 20.02.2002 mit dem Titelthema "Der Islam - Geschichte einer Weltreligion". Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der "DAMALS"-Redaktion.

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Dr. Lorenz Korn

Auf dem Wege Gottes:
Die Ausbreitung des Islam

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In den ersten Jahrzehnten nach der Verkündigung der neuen Religion durch den Propheten Muhammad entstand ein islamisch-arabisches Reich, dessen rasche Expansion schon die Zeitgenossen in Erstaunen versetzte. Kennzeichen dieses Staatswesens war nicht nur der Islam als Religion, die den Eroberern ein Gefühl der Auserwähltheit verlieh, sondern auch die Übernahme der Kultur der unterworfenen Gebiete, die durch die jahrhundertealten Tradition zweier Großreiche geprägt war.

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Ein weit verbreitetes Pauschalurteil besagt: "Im Islam gibt es keine Trennung von Religion und Politik." So wenig dieser Satz auf die heutige Zeit zutrifft - er hat seine reale Verankerung in der frühislamischen Geschichte. Mit seiner Emigration von Mekka nach Medina (damals: Yathrib) im Jahre 622 hatte Muhammad sein Dasein als Prediger in einer profitorientierten Gesellschaft mit der Rolle des Staatsmannes vertauscht. Die zerstrittenen Stämme in Yathrib hatten ihn als Schiedsmann bestellt und sich seiner politischen und religiösen Leitung unterworfen. Muhammads Lehre stellte die Verpflichtung des Gläubigen gegenüber dem göttlichen Gesetz über die Stammesloyalität. Richtschnur war die koranische Offenbarung, die zur Grundlage der Rechtsordnung wurde. Damit war die Voraussetzung zur Schaffung einer Gemeinde (Umma) geschaffen, die die dauerndem Fehden und die politische Zersplitterung der arabischen Stämme überwand. Es ist folgerichtig, dass die muslimische Geschichtsschreibung den Beginn der islamischen Zeitrechnung mit der Emigration des Propheten nach Medina (Hidschra) ansetzt.

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