(Klappentext des Verlags:)
Kairo, die 969 n. Chr. gegründete Palaststadt am Nil, entwickelte
sich rasch zu einer der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen
Metropolen der islamischen Welt. Heinz Halm erzählt in diesem
Buch keine orientalischen Märchen, die noch immer unseren Blick
auf die islamische Welt verstellen, sondern bietet Fakten, welche
die überreiche arabische Geschichtsschreibung uns überliefert
Geschichten aus tausendundeinem Alltag.
Die Zeit, da die Familie der Fatimiden über das Nilland herrschte,
969 bis 1171 n.Chr., gehört zu den glänzenden Perioden der
Geschichte Ägyptens unter dem Islam. In diesem Jahrhundert erreichte
das Kalifat von Kairo den Gipfel seiner Macht. Die Kalifen von Kairo
regierten das Nilland wie neue Pharaonen. Die heiligen Städte
des Islam, Mekka und Medina, wurden nun von Ägypten aus verwaltet,
das auch die Pilgerfahrt dorthin organisierte. Als Bindeglied zwischen
dem Mittelmeer auf der einen und dem Roten Meer sowie dem Indischen
Ozean auf der anderen Seite wurde Ägypten zur Drehscheibe des
damaligen Welthandels und begründete damit seine wirtschaftliche
Vorrangstellung, die zu einer ungeahnten kulturellen Blüte führte.
Das Nilland selber mit seiner christlichen Bevölkerungsmehrheit,
einer islamisch-sunnitischen Minderheit und einem schiitisch-ismailitischen
Herrscherhaus sowie bedeutenden jüdischen Gemeinden bot das Bild
einer komplexen, in vielen Farben schillernden Gesellschaft.
Anhand der zeitgenössischen Quellen breitet Heinz Halm das Panorama
des mittelalterlichen ägyptischen Imperiums und seiner geschäftigen
Hauptstadt am Vorabend der Kreuzzüge vor dem Leser aus.
2003. Etwa 520 Seiten mit 15 Abbildungen und 12 Karten.
Gebunden etwa Euro 39,90 (D)/ sFr 67.-/ Euro
41,10 (A).
ISBN 3-406-48654-1.
C.H.Beck Verlag.
Rezension
in der Süddeutschen Zeitung (23. Juni 2003,
Gennaro Ghirardelli)