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21.03.2005 |
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| Mo, 21.03.05 |
Kinder des Himmels
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22:20 Uhr arte |
Kinder
des Himmels (Bacheha-ye Aseman)
Spielfilm, Iran
1997, Synchronfassung, ARD.
Auf
dem Heimweg vom Schuster verliert der zehnjährige Ali die
einzigen Schuhe seiner Schwester. Aus Angst vor den Eltern verheimlicht
er den Verlust und leiht der Schwester sein eigenes Paar. Jeden
Nachmittag müssen die beiden nun das verbleibende Paar Schuhe
wechseln. Ali will seinen Fehler wieder gutmachen. Bei einem Kindermarathon
hofft er auf den zweiten Preis: ein Paar Sportschuhe. Mit dem Mut
der Verzweiflung geht Ali an den Start.
Auf dem Weg vom Schuster nach Hause verliert der zehnjährige Ali die einzigen Schuhe seiner kleinen Schwester Zahra. Der aus einer armen Familie im südlichen Teheran stammende Junge weiß, dass seine Eltern seit vier Monaten mit der Miete im Rückstand sind. Neue Schuhe können sie sich nicht leisten. Ali beschwört seine Schwester, das Missgeschick zu verheimlichen, und schlägt vor, seine Turnschuhe künftig mit ihr zu teilen. Dies fällt zunächst nicht schwer, denn Zahra muss vormittags in die Schule, Alis Unterricht findet nachmittags statt. Bei den Treffen zum Schuhtausch geht aber ständig etwas schief. Ali kommt so oft zu spät zum Unterricht, dass allein die Intervention seines verständnisvollen Klassenlehrers ihn vor dem drohenden Schulverweis bewahrt. Da entdeckt Zahra ihre verlorenen Schuhe an den Füßen einer Klassenkameradin wieder. Zahra und Ali verfolgen die vermeintliche "Diebin" nach Hause und finden heraus, dass der Vater des Mädchens ein blinder Bettler und die Familie noch ärmer als die eigene ist. Die Geschwister bringen es nicht übers Herz, die Schuhe zurückzufordern. Einige Tage später erfährt Ali von einem Marathonlauf für Schüler. Der Gewinner des zweiten Platzes erhält ein Paar nagelneue Turnschuhe. Ali nimmt am Rennen teil - und gewinnt. Doch für den ersten Platz gibt es kein Paar Sportschuhe.
"Kinder des Himmels" ist ein anrührender Kinderfilm,
der durch seine poetischen Bilder und das bewegende Spiel seiner
Laiendarsteller beeindruckt. Majid Majidi erzählt ein traurig-realistisches
Märchen aus der Welt des iranischen "Gottesstaats".
Mit semidokumentarischem Blick auf den Alltag gibt der Regisseur
Einblicke in das autoritär geprägte Schulwesen seines
Landes, dokumentiert die Kluft zwischen Arm und Reich und erschließt über
das intensive Spiel der jungen Darsteller dem Betrachter die ganze
Gefühlswelt einer Kinderseele. Das ebenso einfache wie bewegende
Bild der verlorenen Schuhe wird zu einem ergreifenden Symbol für
Solidarität und sozialen Zusammenhalt jenseits religiöser
und ideologischer Zwänge.
Majid Majidis Film gewann 1997 unter anderem den "Lucas" des
Kinder- und Jugendfilmfestivals in Frankfurt und wurde 1999 für
den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.
Quelle: arte Programminformationen online
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Afghanisches
Alphabet (Afghan's Alphabet) Afghanische Flüchtlingskinder im Iran kommen, wenn Sie Glück haben, in eine Schule - auch die Mädchen, für die das keineswegs selbstverständlich ist. Das führt zu einer widerspruchsvollen Situation, denn den Kindern wird Lesen und Schreiben mit Hilfe des Korans beigebracht - das Lernen wird damit zu einer unerbittlichen und nachhaltigen religiösen Indoktrination. Gleichzeitig ist es ein kleines Stück Emanzipation, ein erster kleiner Schritt in eine neue Welt. Der Film von Mohsen Makhmalbaf zeigt, wie groß dieser kleine Schritt für ein Mädchen ist, das sich normalerweise nur mit vollständig verhülltem Gesicht in der Öffentlichkeit zeigt. Wie lässt sich die mit der Enthüllung verbundene Androhung schrecklicher Strafen ignorieren, und warum soll in der Schule plötzlich erlaubt sein, was Familie, Armut, Ignoranz, Indoktrination und die Regelwerke der Männer zum Gesetz gemacht haben?
Quelle: 3Sat Programminformationen online
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Reisewege
Jordanien. Auf versunkenen Karawanenstraßen. Jordanien
ist ein Land der Kontraste, eine moderne, dynamische, junge Nation,
das haschemitische Königreich, und ein traditionsbewußter
Wüstenstaat mit jahrtausendealten Kulturlandschaften. Die Nabatäer waren auch hervorragende Wasserbauingenieure, sie bauten Kanäle und Zisternen und waren fähig, ganze Städte mit Wasserleitungen zu versorgen. Diese Fähigkeit kam ihnen besonders in jenen Siedlungen zugute, die sie in steiniges Wüstengebiet bauten, wie die schwarze Basaltstadt Umm el Jimmal: das heißt Mutter der Kamele. Die Stadt wurde in der Antike als Karawanenstützpunkt gebaut und befestigt. Auf den Spuren der alten Karawanenstraßen führen unsere Reisewege nach Aqaba am Roten Meer, nach Salt, die osmanische Hauptstadt bis 1918, und nach Amman, die vitale junge Hauptstadt mit mehr als drei Millionen Einwohnern. Quelle: SWR Programminformationen online |
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Die
Farben des Paradieses (Rang-e-khoda)
Quelle: ARD Programminformationen online |
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20:15
Uhr: Teil 1/3 Ulrich Tilgners große Reise von Jerusalem nach Kabul führt ihn in der erste Folge bis zu seinem Etappenziel Bagdad. Der erfahrene Nahostkorrespondent folgt den Spuren des großen Konflikts, der die Region erschüttert. In Dutzenden von Begegnungen und Gesprächen geht er vielen ungelösten Fragen nach, die die Menschen dieser Länder bewegen. Eine der Ursachen sind ohne Zweifel die religiösen Gegensätze. Im Orient sind die drei großen monotheistischen Religionen entstanden. Krieg und friedliches Zusammenleben zwischen Juden, Christen und Moslems wechselten seit Hunderten von Jahren. Unnachgiebigkeit verhinderte bis heute eine dauerhafte Harmonie. Die Gläubigen beharrten auf ihren Überzeugungen, auch wenn dies immer wieder zu Blutvergießen und Kriegen führte. Die Besinnung auf die Grundlagen der religiösen Überzeugungen dient immer wieder als Quelle, die Entwicklung einer modernen Zivilgesellschaft abzublocken. Für die Beduinen bilden Beharrlichkeit und starres Festhalten an überlieferten Regeln die Grundlage für das Überleben in der Wüste. Gastfreundschaft und Kampf gehen bei ihnen Hand in Hand. Schon vor 2000 Jahren berichteten Geschichtsschreiber über den Kampf zwischen den Stämmen der riesigen Wüstenregionen und den städtischen Gesellschaften der Flusskulturen. So darf es nicht verwundern, wenn die US-Streitkräfte heute den Irak nicht beruhigen können. Von 21:00 Uhr bis 21:10 Uhr ein Gespräch mit dem Autor
21:10 Uhr: Teil 2/3 Auch im Iran steigen die Spannungen zwischen Tradition und Fortschritt. Nur wenn diese sich lösen lassen, können die Ayatollahs ihre Macht langfristig sichern. Mit der Besetzung des Iraks
haben die alliierten Truppen die Reislamisierung der Gesellschaft
beschleunigt. Zwischen Schiiten und Sunniten nehmen
die Widersprüche zu. Dem Zweistromland droht der Zerfall. Jahre
lang hatte Saddam Hussein die Schiiten unterdrückt und deren Aufstandsversuche
blutig nieder geschlagen. Statt das Land zu modernisieren, zerstörte
der Diktator die politische Kultur des Irak und stärkte die Macht
der Stämme. Auch im Iran war eine Welle der Reislamisierung eine Reaktion auf gescheiterte Modernisierung. Jetzt versuchen die in Teheran regierenden Ayatollahs die gesellschaftlichen Spannungen bei der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft zu lösen. Die Regierung ist mit steigenden Konsumwünschen der jungen Generation und den Forderungen nach einer Öffnung des Landes konfrontiert. Nur wenn sie die Spannungen zwischen Tradition und Fortschritt lösen, werden die Geistlichen langfristig ihre Herrschaft sichern können. Von 21:50 Uhr bis 22:00 Uhr ein Gespräch mit dem Autor
22:00 Uhr:
Teil 3/3 Der dritte Teil seiner Reise durch die Konfliktregionen führt Ulrich Tilgner nach Afghanistan. Dort zeigt sich, wie schwer die Schäden langjähriger Kriege zu beseitigen sind. Zwar verhindern ausländische Truppen ein erneutes Aufflammen
des Bürgerkriegs, doch fremde Soldaten und internationale Helfer
haben es bis heute nicht geschafft, die Wunden von 25 Jahren Krieg
zu beseitigen. Millionen von Hilfsgeldern werden in Kabul ausgegeben,
ohne die Bedürftigen zu erreichen. In den Provinzen nehmen die
Anschläge zu, Ausländer begegnen zunehmender Feindschaft.
Die arabischen Kommandos der Al Kaida sind längst vertrieben oder
haben Afghanistan verlassen, doch die afghanische Taliban-Bewegung
gibt sich nicht geschlagen. In Afghanistan zeigt sich, wie schwer es wird, die Brücke zwischen Orient und Okzident zu schlagen. Doch es gibt Wege, einen Kampf oder Krieg der Kulturen zu verhindern. Ein Beispiel sind Schulen, die in der Tora Bora Region gebaut werden - in einer Gegend, in der Osama Ben Laden noch vor vier Jahren Kommandos für Anschläge in den Metropolen des Westens ausgebildet hat. Quelle: Phoenix Programminformationen online |
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