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Kinder des Himmels
Mo, 21.03. arte 22:20
 
Afghanisches Alphabet
Mo, 21.03. 3Sat 23:15 Uhr
 
Reisewege Jordanien
Mi, 23.03. SWR 21:00 Uhr
 
Die Farben des Paradieses
Mi, 23.03. ARD 00:50 Uhr
 

Krieg der Kulturen
Fr, 25.03. Phoenix
ab 20:15 Uhr, 3-teilig

Filmplakat



SEHENSWERTES

Woche vom 21.03. bis 27.03.2005

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Mo, 21.03.05
Kinder des Himmels

22:20 Uhr arte


Kinder des Himmels (Bacheha-ye Aseman)
Spielfilm, Iran 1997, Synchronfassung, ARD.


Auf dem Heimweg vom Schuster verliert der zehnjährige Ali die einzigen Schuhe seiner Schwester. Aus Angst vor den Eltern verheimlicht er den Verlust und leiht der Schwester sein eigenes Paar. Jeden Nachmittag müssen die beiden nun das verbleibende Paar Schuhe wechseln. Ali will seinen Fehler wieder gutmachen. Bei einem Kindermarathon hofft er auf den zweiten Preis: ein Paar Sportschuhe. Mit dem Mut der Verzweiflung geht Ali an den Start.

Auf dem Weg vom Schuster nach Hause verliert der zehnjährige Ali die einzigen Schuhe seiner kleinen Schwester Zahra. Der aus einer armen Familie im südlichen Teheran stammende Junge weiß, dass seine Eltern seit vier Monaten mit der Miete im Rückstand sind. Neue Schuhe können sie sich nicht leisten. Ali beschwört seine Schwester, das Missgeschick zu verheimlichen, und schlägt vor, seine Turnschuhe künftig mit ihr zu teilen. Dies fällt zunächst nicht schwer, denn Zahra muss vormittags in die Schule, Alis Unterricht findet nachmittags statt. Bei den Treffen zum Schuhtausch geht aber ständig etwas schief. Ali kommt so oft zu spät zum Unterricht, dass allein die Intervention seines verständnisvollen Klassenlehrers ihn vor dem drohenden Schulverweis bewahrt. Da entdeckt Zahra ihre verlorenen Schuhe an den Füßen einer Klassenkameradin wieder. Zahra und Ali verfolgen die vermeintliche "Diebin" nach Hause und finden heraus, dass der Vater des Mädchens ein blinder Bettler und die Familie noch ärmer als die eigene ist. Die Geschwister bringen es nicht übers Herz, die Schuhe zurückzufordern. Einige Tage später erfährt Ali von einem Marathonlauf für Schüler. Der Gewinner des zweiten Platzes erhält ein Paar nagelneue Turnschuhe. Ali nimmt am Rennen teil - und gewinnt. Doch für den ersten Platz gibt es kein Paar Sportschuhe.

"Kinder des Himmels" ist ein anrührender Kinderfilm, der durch seine poetischen Bilder und das bewegende Spiel seiner Laiendarsteller beeindruckt. Majid Majidi erzählt ein traurig-realistisches Märchen aus der Welt des iranischen "Gottesstaats". Mit semidokumentarischem Blick auf den Alltag gibt der Regisseur Einblicke in das autoritär geprägte Schulwesen seines Landes, dokumentiert die Kluft zwischen Arm und Reich und erschließt über das intensive Spiel der jungen Darsteller dem Betrachter die ganze Gefühlswelt einer Kinderseele. Das ebenso einfache wie bewegende Bild der verlorenen Schuhe wird zu einem ergreifenden Symbol für Solidarität und sozialen Zusammenhalt jenseits religiöser und ideologischer Zwänge.
Majid Majidis Film gewann 1997 unter anderem den "Lucas" des Kinder- und Jugendfilmfestivals in Frankfurt und wurde 1999 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

Quelle: arte Programminformationen online

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Filmbild - Mädchen

 

Mo, 21.03.05
Afghanisches Alphabet

23:15 Uhr 3Sat

 

Afghanisches Alphabet (Afghan's Alphabet)
Dokumentarfilm von Mohsen Makhmalbaf, Iran 2001.
(Mehrkanalton: Deutsch/z.T. Voice over Farsi/deutsche Untertitel)

Afghanische Flüchtlingskinder im Iran kommen, wenn Sie Glück haben, in eine Schule - auch die Mädchen, für die das keineswegs selbstverständlich ist. Das führt zu einer widerspruchsvollen Situation, denn den Kindern wird Lesen und Schreiben mit Hilfe des Korans beigebracht - das Lernen wird damit zu einer unerbittlichen und nachhaltigen religiösen Indoktrination. Gleichzeitig ist es ein kleines Stück Emanzipation, ein erster kleiner Schritt in eine neue Welt.

Der Film von Mohsen Makhmalbaf zeigt, wie groß dieser kleine Schritt für ein Mädchen ist, das sich normalerweise nur mit vollständig verhülltem Gesicht in der Öffentlichkeit zeigt. Wie lässt sich die mit der Enthüllung verbundene Androhung schrecklicher Strafen ignorieren, und warum soll in der Schule plötzlich erlaubt sein, was Familie, Armut, Ignoranz, Indoktrination und die Regelwerke der Männer zum Gesetz gemacht haben?

Quelle: 3Sat Programminformationen online

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Petra
Petra
Amman
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Jerash

 

Mi, 23.03.05
Reisewege Jordanien

21:00 Uhr SWR

Reisewege Jordanien. Auf versunkenen Karawanenstraßen.
Film von Susanne Müller-Hanpft und Martin Bosboom.
 

Jordanien ist ein Land der Kontraste, eine moderne, dynamische, junge Nation, das haschemitische Königreich, und ein traditionsbewußter Wüstenstaat mit jahrtausendealten Kulturlandschaften.
Die erste Folge unserer Reisewege Jordanien beginnt im Wadi Ram, einer grandiosen roten Wüste, eingefaßt von bizarren Felsformationen. In der Antike verlief hier die legendäre Weihrauchstraße, einer der wichtigsten Handelswege zwischen Orient und Okzident.
Nomaden aus dem Innern der arabischen Halbinsel waren in das Gebiet des heutigen Jordanien eingewandert und kontrollierten die wichtigsten Karawanenstraßen: das Volk der Nabatäer. Die Nabatäer richteten Wachposten, Futterplätze und Herbergen ein. Sie kannten Quellen und Oasen und machten sich unentbehrlich. Sie handelten mit den hellenistischen Herrschern und mit römischen Seefahrern. Sie wurden reich und erbauten eine prachtvolle Hauptstadt, verborgen in schroffen Felsen: Petra. 600 Jahre lang war das antike Petra völlig von der Welt vergessen, bis es im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurde.
180 monumentale Gräber fand man in der roten Felsenstadt bisher.

Die Nabatäer waren auch hervorragende Wasserbauingenieure, sie bauten Kanäle und Zisternen und waren fähig, ganze Städte mit Wasserleitungen zu versorgen. Diese Fähigkeit kam ihnen besonders in jenen Siedlungen zugute, die sie in steiniges Wüstengebiet bauten, wie die schwarze Basaltstadt Umm el Jimmal: das heißt Mutter der Kamele. Die Stadt wurde in der Antike als Karawanenstützpunkt gebaut und befestigt.

Auf den Spuren der alten Karawanenstraßen führen unsere Reisewege nach Aqaba am Roten Meer, nach Salt, die osmanische Hauptstadt bis 1918, und nach Amman, die vitale junge Hauptstadt mit mehr als drei Millionen Einwohnern.

Quelle: SWR Programminformationen online

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Filmplakat
Filmbild
Filmbild

 

Mi, 23.03.05
Die Farben des Paradieses

00:50 Uhr ARD

Die Farben des Paradieses (Rang-e-khoda)
Spielfilm Iran 1999. Regie: Majid Majidi.
Musik: Alireza Kohandairy. Kamera: Hashem Attar, Mohammad Davudi. Drehbuch: Majid Majidi. Laufzeit: 85 Min.


In einer Teheraner Blindenschule beginnen die Sommerferien. Alle Kinder werden abgeholt, nur Mohammad muss auf seinen Vater warten, der viel zu spät kommt und ihn nur unwillig mitnimmt, weil er sich für den blinden Sohn schämt. Zu Hause warten seine Schwestern und die Großmutter jedoch schon sehnsüchtig auf den kleinen Jungen, und er verbringt mit ihnen glückliche Tage in seinem idyllischen Bergdorf. Doch die schöne Zeit endet jäh: Weil der Vater erneut heiraten will, soll Mohammad die Familie verlassen. Der Vater glaubt, dass der Junge seinem Glück im Wege steht und gibt ihn bei einem entfernt lebenden erblindeten Tischler in die Lehre. Erst eine Kette dramatischer Umstände bringen den Vater zur Einsicht, dass man sein Kind nicht verleugnen kann. Ebenso poetisch wie eindringlich schildert der iranische Regisseur Majidi die parabelhafte Geschichte eines blinden Jungen und seines verstockten Vaters, der lernen muss, mit dem Herzen zu sehen.


Wenn es ein Paradies gibt, dann hat es die Farben und Geräusche eines iranischen Bergdorfes, mit knallrotem Mohn, leuchtend gelben Rapsfeldern und flirrendem Blattgrün: Eine Natur wie im Rausch. Man sieht mit eigenen Augen, doch man lauscht auch mit den Ohren, tastet mit den Fingern des blinden kleinen Mohammads (Mohsen Ramezani) nach den Kieseln im gluckernden Wasser. Unmittelbar scheint die Wahrnehmung des Kindes auf den Zuschauer auszustrahlen. Mohammad hört das Anschleichen der Katze, ein verirrtes Vogeljunges piepsen, und tastet sich mit den Fingern an der Baumrinde entlang, um das Küken ins Nest zurückzulegen. Doch seinem abergläubischen Vater (Hossein Mahjub) ist sein Sohn eine Last und eine Schande, und es ist herzzerreißend anzusehen, wie er Mohammad vor der Blindenschule in Teheran warten lässt. Am liebsten würde er ihn über die Sommerferien dort lassen. Die Liebe, die ihm der verwitwete Vater nicht gibt, erfährt das sensible und intelligente Kind stattdessen in seinem Heimatdorf im Kreise seiner Schwestern und seiner Großmutter (Salemeh Feizi), mit denen es Blumen sammelt und Tiere füttert. Als Vater erneut heiraten will, bringt er den Sohn heimlich fort zu einem blinden Tischler (Morteza Fatemi), bei dem er von nun an in die Lehre gehen soll. Der alten Frau bricht es das Herz, und sie kommt ums Leben, nachdem sie aus Protest das Haus verlassen hat. Das böse Omen lässt die Hochzeit platzen und stellt den egoistischen Vater vor eine existenzielle Entscheidung...


Traditionell dienen kindliche Laiendarsteller im modernen iranischen Film dazu, die Zensur zu umgehen und trotzdem etwas Wesentliches über die Gesellschaft auszudrücken. Vor idyllischem Hintergrund erzählt Majidi, mit biblischer Einfachheit und poetischer Einfühlung, eine nur zu alltägliche Geschichte über einen Mann, dessen Vorurteile und die Angst, sein Gesicht zu verlieren, zerstörerisch wirken. Doch trotz seiner Unfähigkeit, sich seinem Sohn liebend anzunehmen, wird der schwache Vater nicht verurteilt. Ohne Pathos und ohne Worte gelingt es dieser spirituellen Parabel stattdessen, zu verdeutlichen, was Blindheit des Herzens meint. Und da Mohammad im pantheistischen Sinne der "Sehende" ist, wird ihm letztlich die Natur zum Retter. Für dieses stille Meisterwerk, dessen Held ein auch in der Realität blinder Junge ist, erhielt der iranische Regisseur Majid Majidi, wie auch für "Die Kinder des Himmels", eine Oscar-Nominierung.
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Quelle: ARD Programminformationen online

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Fr, 25.03.05
Krieg der Kulturen (3-teilig)

ab 20:15 Uhr Phoenix


Krieg der Kulturen? - Unterwegs mit Ulrich Tilgner.
Deutsche Erstausstrahlung.

20:15 Uhr: Teil 1/3
Eine Reise von Jerusalem nach Bagdad

Ulrich Tilgners große Reise von Jerusalem nach Kabul führt ihn in der erste Folge bis zu seinem Etappenziel Bagdad.

Der erfahrene Nahostkorrespondent folgt den Spuren des großen Konflikts, der die Region erschüttert. In Dutzenden von Begegnungen und Gesprächen geht er vielen ungelösten Fragen nach, die die Menschen dieser Länder bewegen.

Eine der Ursachen sind ohne Zweifel die religiösen Gegensätze. Im Orient sind die drei großen monotheistischen Religionen entstanden. Krieg und friedliches Zusammenleben zwischen Juden, Christen und Moslems wechselten seit Hunderten von Jahren. Unnachgiebigkeit verhinderte bis heute eine dauerhafte Harmonie. Die Gläubigen beharrten auf ihren Überzeugungen, auch wenn dies immer wieder zu Blutvergießen und Kriegen führte.

Die Besinnung auf die Grundlagen der religiösen Überzeugungen dient immer wieder als Quelle, die Entwicklung einer modernen Zivilgesellschaft abzublocken. Für die Beduinen bilden Beharrlichkeit und starres Festhalten an überlieferten Regeln die Grundlage für das Überleben in der Wüste.

Gastfreundschaft und Kampf gehen bei ihnen Hand in Hand. Schon vor 2000 Jahren berichteten Geschichtsschreiber über den Kampf zwischen den Stämmen der riesigen Wüstenregionen und den städtischen Gesellschaften der Flusskulturen. So darf es nicht verwundern, wenn die US-Streitkräfte heute den Irak nicht beruhigen können.

Von 21:00 Uhr bis 21:10 Uhr ein Gespräch mit dem Autor

 

21:10 Uhr: Teil 2/3
Von Bagdad nach Teheran

Im zweiten Teil berichtet Ulrich Tilgner über die Situation im Irak, die sich fast täglich zu verschlechtern scheint.

Auch im Iran steigen die Spannungen zwischen Tradition und Fortschritt. Nur wenn diese sich lösen lassen, können die Ayatollahs ihre Macht langfristig sichern.

Mit der Besetzung des Iraks haben die alliierten Truppen die Reislamisierung der Gesellschaft beschleunigt. Zwischen Schiiten und Sunniten nehmen die Widersprüche zu. Dem Zweistromland droht der Zerfall. Jahre lang hatte Saddam Hussein die Schiiten unterdrückt und deren Aufstandsversuche blutig nieder geschlagen. Statt das Land zu modernisieren, zerstörte der Diktator die politische Kultur des Irak und stärkte die Macht der Stämme.

Auch im Iran war eine Welle der Reislamisierung eine Reaktion auf gescheiterte Modernisierung. Jetzt versuchen die in Teheran regierenden Ayatollahs die gesellschaftlichen Spannungen bei der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft zu lösen. Die Regierung ist mit steigenden Konsumwünschen der jungen Generation und den Forderungen nach einer Öffnung des Landes konfrontiert. Nur wenn sie die Spannungen zwischen Tradition und Fortschritt lösen, werden die Geistlichen langfristig ihre Herrschaft sichern können.

Von 21:50 Uhr bis 22:00 Uhr ein Gespräch mit dem Autor

 

22:00 Uhr: Teil 3/3
Von Teheran nach Kabul

Der dritte Teil seiner Reise durch die Konfliktregionen führt Ulrich Tilgner nach Afghanistan. Dort zeigt sich, wie schwer die Schäden langjähriger Kriege zu beseitigen sind.

Zwar verhindern ausländische Truppen ein erneutes Aufflammen des Bürgerkriegs, doch fremde Soldaten und internationale Helfer haben es bis heute nicht geschafft, die Wunden von 25 Jahren Krieg zu beseitigen. Millionen von Hilfsgeldern werden in Kabul ausgegeben, ohne die Bedürftigen zu erreichen. In den Provinzen nehmen die Anschläge zu, Ausländer begegnen zunehmender Feindschaft. Die arabischen Kommandos der Al Kaida sind längst vertrieben oder haben Afghanistan verlassen, doch die afghanische Taliban-Bewegung gibt sich nicht geschlagen.

In Afghanistan zeigt sich, wie schwer es wird, die Brücke zwischen Orient und Okzident zu schlagen. Doch es gibt Wege, einen Kampf oder Krieg der Kulturen zu verhindern. Ein Beispiel sind Schulen, die in der Tora Bora Region gebaut werden - in einer Gegend, in der Osama Ben Laden noch vor vier Jahren Kommandos für Anschläge in den Metropolen des Westens ausgebildet hat.

Quelle: Phoenix Programminformationen online

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