Aktueller Preisträger

Leopold Lucas-Preis 2017 geht an Joachim Gauck

„Unbeirrtes Engagement für Freiheit und Toleranz“: Evangelische Fakultät der Universität Tübingen zeichnet ehemaligen Bundespräsidenten aus ‒ Nachwuchswissenschaftlerpreis für Philosoph Dahan Fan

Der Dr. Leopold Lucas-Preis der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an den ehemaligen Bundespräsidenten Dr. h. c. Joachim Gauck. Die Evangelische Fakultät würdigt mit der Auszeichnung sein unbeirrtes Engagement für Freiheit und Toleranz wie auch für solide und quellenorientierte wissenschaftliche Arbeit. Gauck trete auch in Zeiten eines wachsenden politischen Populismus stets gegen eine Verzeichnung geschichtlicher Wirklichkeit aus politischen Gründen ein, erklärte die Jury. Die Auszeichnung wird am Dienstag, den 16. Mai 2017, um 17 c. t. Uhr im Festsaal der Universität Tübingen (Neue Aula, Geschwister Scholl-Platz) überreicht. Die Veranstaltung ist öffentlich.

 

Durch den mit 50.000 Euro dotierten Preis werden hervorragende Leistungen auf den Gebieten der Theologie, der Geistesgeschichte, der Geschichtsforschung sowie der Philosophie gewürdigt. Ein Anliegen ist es, besonders solche Persönlichkeiten zu ehren, die sich um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient gemacht und so die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern gefördert haben.

 

Der Dr. Leopold Lucas-Preis für Nachwuchswissenschaftler geht in diesem Jahr auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät an den herausragenden Kantforscher Dahan Fan. Der Philosoph wird für seine Dissertationsschrift „Die Problematik der Interesselosigkeit bei Kant:‎ Eine Studie zur Kritik der ästhetischen Urteilskraft‎.“ ausgezeichnet.

 

Joachim Gauck (geb. 1940 in Rostock) amtierte von März 2012 bis März 2017 als elfter Bundespräsident. Der Theologe stand von 1965 bis 1990 im Dienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und arbeitet viele Jahre als Pastor. Er war 1989 Mitbegründer des Neuen Forums und Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstands gegen die SED-Diktatur. Von 1991 bis 2000 war Gauck Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die personenbezogenen Unterlagen der Stasi. Zudem war er von 2003 bis 2012 Bundesvorsitzender der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“.

 

Für sein Wirken wurde Joachim Gauck mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter die Theodor-Heuss-Medaille, der Geschwister-Scholl-Preis, der Europäische Menschenrechtspreis und der Ludwig-Börne-Preis. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Rostock, Jena, Augsburg, der National University of Ireland/Galway, der Hebrew University of Jerusalem, der Université Paris-Sorbonne sowie der Universität Maastricht.

 

 

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