Welche Bedeutung hatte Ihr Studium für
Ihre Berufswahl?
Auf den ersten Blick erscheint
ein Rhetorik-Studium zwar geradezu prädestinierend für eine spätere
politische Karriere, doch hat mich weniger mein Studium in die Politik
eingeführt, als vielmehr inhaltliche politische Ziele. Das Rhetorik-Studium
ist mir im Zusammenhang mit meinen journalistischen Praktika aber sehr
hilfreich im politischen Alltagsgeschäft gewesen.
Welchen Beitrag leistet das innerhalb des
Rhetorikstudiums erworbene Wissen zur Bewältigung Ihrer beruflichen
Aufgaben?
Da ich in meiner derzeitigen Tätigkeit
als Abgeordnete sehr viel mit gesprochener und geschriebener Sprache zu
tun habe, leistet mir mein im Rhetorik-Studium erworbenes Wissen einen
sehr nützlichen Beitrag zur Bewältigung meiner Aufgaben. Vor
allem das Wissen um die Wirkungs- und Einsatzmöglichkeiten der rhetorischen
Stilmittel ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung beim Abfassen
von Reden und Halten von Grußworten vor unterschiedlichem Publikum
und zu verschiedenen Anlässen.
Welche Rolle spielten Nebentätigkeiten,
Auslandssemester und Praktika für Ihre berufliche Biographie?
Rückblickend kann ich sagen, daß mir
jede meiner Nebentätigkeiten, jedes Auslandssemester und jedes Praktikum
in irgendeiner Form nützlich war. Besonders die
Praktika bei Presse
und Rundfunk, da ich dort das journalistische
Handwerkszeug erlernt habe, das mir auch bei meiner heutigen Tätigkeit,
zum Beispiel beim Redenschreiben und Formulieren, nützlich ist. Aber
auch die Praktika in Unternehmen und Industriebetrieben haben mir einen
Einblick in die Arbeitswelt verschafft, den ich sonst nicht erhalten hätte
(z. B. Fließbandarbeit, Büroorganisation, Marketing).
Die Auslandssemester haben
nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessert, sondern mich auch mit der Hochschullandschaft
des Gastlandes vertraut gemacht (neben dem Kennenlernen von Land und Leuten).
Und da mein Wahlkreis an der deutsch-französischen Grenze liegt, bin
ich nicht nur häufig in Frankreich, sondern kann bzw. muß auch
meine Sprachkenntnisse dort einsetzen.
Insgesamt stelle ich fest,
daß mir meine Vielseitigkeit während des Studiums und der "Blick
über den Tellerrand" nicht nur bei meiner beruflichen Orientierung
nützlich waren und in meiner Berufspraxis hilfreich sind, sondern
sich auch in Bewerbungsgesprächen daraus "Kapital schlagen läßt".
Dabei fand aber auch eine Art Negativauswahl statt, das heißt, ich
bin mir im Rahmen der Praktika auch darüber klar geworden, was ich
nicht will.
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Stephanie
Günther ist Abgeordnete im baden-württembergischen Landtags für
die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Sie studierte Neuere Geschichte und
Allgemeine Rhetorik.
Günther
ergänzte die Ausbildung am Seminar für Allgemeine Rhetorik durch
Auslandssemester und Praktika in verschiedenen journalistischen Bereichen.
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