Förderperiode 2000 - 2009

Ziel dieses Sonderforschungsbereiches, in dem Arbeitsgruppen aus der Zoologie, dem Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, der Medizinischen Psychologie, der Entwicklungsneurologie, der Neuroradiologie, der Psychiatrie und der Neurologie zusammenarbeiten, war es, einen Beitrag zu einem verbesserten Verständnis der Grundlagen höherer Hirnleistungen wie Bewusstsein, Sprache, Gedächntis, Wahrnehmen, Denken und Handeln, Emotionen und Motivationen zu leisten. Die Frage nach den Grundlagen dieser und verwandter kognitiver Funktionen ist Gegenstand der kognitiven Neurowissenschaften, eines jungen, multidisziplinären Fachgebietes mit Wurzeln in historisch eigenständigen Disziplinen wie der Psychologie, der Informatik, der Zoologie, der Neurologie u.a.m. Diese Multidisziplinarität trägt der Tatsache Rechnung, dass sich kognitive Leistungen nicht in reduktionistischer Weise aus dem Verständnis von Elementarprozessen ableiten lassen, sondern vielmehr die interaktive Forschung auf mehreren methodischen Ebenen erfordern. Die kognitiven Neurowissenschaften umfassen ein weites Spektrum von Funktionen. Innerhalb des SFB 550 wurden im Sinne einer Schwerpunktsetzung in erster Linie Fragen nach den Grundlagen der Raumwahrnehmung, der Raum- und Objektexploration und der Bedeutung des aktiven Handelns für die Wahrnehmung bearbeitet. Eine zentrale Rolle kam in diesem Zusammenhang auch dem Verständnis der Mechanismen der Flexibilität dieser und anderer kognitiver Leistungen zu. Sie ist die Grundlage dafür, dass kognitive Funktionen zumindest teilweise nach Hirnverletzungen erhalten bleiben und sich in der Folgezeit noch weiter verbessern können. Ein verbessertes Verständnis der Grundlagen kognitiver Funktionen und ihrer Flexibilität könnte zu verbesserten therapeutischen Ansätzen in der Rehabilitationsmedizin, etwa in Form spezieller krankengymnastischer Strategien, führen und langfristig den Weg für die Entwicklung von leistungsfähigen Neuroprothesen ebnen helfen.