"Staat, Handwerk und Gewerbe in Peking, 1700-1900"
(DFG-Projekt VO 472/10-1)

 
 

 

  •   Stand der Forschung
•   Neue Fragestellungen
•   Bedeutung sowie formale und inhaltliche Strukturen der Quellengattung "Handwerksregularien"
•   Hypothesen und leitende Fragestellungen
•   Fallbeispiel "Instandhaltung der Stadtmauern"
•   Fallbeispiel "Renovierung des hauptstädischen Stadtgott-Tempels"
•   Fallbeispiel "Verwaltung und Betrieb der Münzstätten
•   Bibliographie
•   News from the Peking Metropolitan City God Temple (Du chenghuang miao)
•   Gugong zhenben congkan

Stand der Forschung

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Die Geschichte des städtischen Handwerks und Gewerbes während der Qingzeit ist bis jetzt innerhalb der europäischen und nordamerikanischen Sinologie nur am Rand behandelt worden. Tsing Yuan beschäftigt sich in seinem Aufsatz von 1979 den Protestbewegungen städtischer Handwerker. Für die Einordnung des Handwerks in die allgemeine Problematik der Modernisierungsansätze im 19. und frühen 20. Jh. ist der Artikel von Hans-Wilm Schütte bedeutsam. Der Essay von Feuerwerker umfaßt auch die Mingzeit und steht, wie auch seine anderen Arbeiten zu "Handwerk, Moderner Industrie und Staat" unter der Grundfragestellung der Parallelität in der europäischen und chinesischen ökonomischen Entwicklung. Deshalb wird das Handwerk hier unter dem Aspekt des Übergangs zur Industrialisierung und in Auseinandersetzung mit dem chinesischen Paradigma vom "Aufkeimen des Kapitalismus" beleuchtet.

Die Organisation des städtischen Handwerks findet hauptsächlich in Darstellungen zur Geschichte der Gilden ihren Ausdruck. Frühe allgemeine Abhandlungen hierzu finden sich bei D.J. Mac Gowan und H.B. Morse. Zu den wichtigsten gesellschafts- und wirtschaftsgeschichtlichen Arbeiten zum Thema dürften diejenigen von Peter J. Golas über die Gilden Jiangnans während der Qingzeit und von William T. Rowe über die Gilden Hankous des 19. Jahrhunderts zählen. Städtische Gewerbebereiche, die Beachtung gefunden haben und teilweise in größeren Zusammenhängen untersucht wurden, sind das Seidenmanufakturverlagswesen (E-tu Zen Sun, Lillian Ming-tse Li) und das Salzgewerbe von Furong (Hans Ulrich Vogel 1987, 1991, Zelin 1988). Die beiden einzigen Arbeiten, die sich mit Verwaltung, Betrieb, Organisation, Ertrag und Rentabilität der beiden Pekinger Münzstätten (einem der Fallbeispiele dieses Projektes) speziell auseinandergestzt haben, sind diejenigen von Yang Duanliu (197, S.39-53). Staatlich kontrollierte Gewerbebereiche, wenn auch nicht unbedingt in einem rein städtischen Umfeld, sind die Seidenmanufakturen von Jiangnan (Elke Piontek-Ma) und das Porzellanherstellungszentrum von Jingdezhen (Michael Dillon; Tsing Yuan 1978). Für den Bereich der Pekinger Gilden sind die Untersuchungen von Burgess (1928) zu nennen, auf die seitens der japanischen Sinologie Niida Noboru (1950) kritisch Bezug nimmt. Die beiden letztgenannten Werke beschreiben die Gilden bzw. Zünfte aus soziologischer und religionshistorischer Perspektive. Das Hauptanliegen der Verfasser war, die innere Organisation der Gilden aufzuzeigen. Die Untersuchungen beruhen im Fall von Burgess ausschließlich, bei Niida Noboru vorwiegend auf Interviews mit Gilden- bzw. Zunftangehörigen, die in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts geführt wurden. In beiden Untersuchungen wird auf das Verhältnis der Gilden zu öffentlichen Auftraggebern nur am Rand eingegangen. Da sich beide Herangehensweisen als gegenwartsbezogen verstehen, wird historischen oder entwicklungsrelevanten Bezügen lediglich eine untergeordnete Rolle zugemessen. Das Quellenmaterial der Handwerksregularien dürfte diesen Autoren nicht bekannt gewesen sein; jedenfalls wurde es nicht herangezogen. Gleiches gilt für eine frühere japanische Arbeit von Katô Shigeru, die sich mit landsmannschaftlich organisierten Handelsgilden der Qingzeit beschäftigt. Katô hat für seine Untersuchung ausschließlich epigraphisches Material aus den Gildenhäusern benutzt.

Ein Werk aus der Gattung Handwerksregularien, das Yuanmingyuan zeli, ist erstmals in der sinologischen Forschung von Carroll B. Malone (1929) systematisch und quellenkritisch dargestellt (1929) und ausgewertet worden (1934). Allerdings galt das Forschungsinteresse des Autors, der dieses Einzelstück als Manuskript in der Library of Congress vorfand, nicht einer gattungsspezifischen Betrachtung, sondern einer kritischen Beurteilung seines spezifischen Quellenwerts. In seiner Dissertation von 1934, für die er laut eigenen Angaben (S.232) das Yuanmingyuan zeli als zweitwichtigste Quelle benutzte, steht dieselbe jedoch im Hintergrund der Betrachtung, die hauptsächlich der Ereignisgeschichte gewidmet ist.

Die Untersuchung wird sich methodisch an der Erforschung des Verhältnisses von Staat und Handel in der Qingzeit orientieren. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Arbeiten von Thomas A. Metzger (1970 und 1972) relevant, in denen er das Modell der Kooptation von Kaufleuten in komplexe Wirtschaftsunternehmungen wie die Organisation des Salzmonopols entwickelt hat. Weitere Anknüpfungspunkte bieten die Monographien von Susan Mann, bei der die im Weberschen Sinn "liturgische" Aufgabe der Kaufleute, der Steuereinzug, im Vordergrund steht, sowie Wellington K.K. Chans Werk zum Verhältnis von Kaufleuten und Staat in den letzten 40 Jahren der Qingherrschaft. Schließlich werden Helen Dunstans Aufsatz von 1992 und die Monographie von 1996 Berücksichtigung finden, in denen sie den Wechsel zwischen staatlichem Interventionismus und einer Phase des Nicht-Interventionismus oder Liberalismus, insbesondere anhand des Handels mit Kupfer zwischen China und Japan, behandelt.

Neue Fragestellungen

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Aus dem derzeitigen Forschungsstand ergibt sich als zentrale Fragestellung diejenige der Interaktion zwischen Staat, Handwerk und Gewerbe im Zustand sowohl der Normalität als auch des Konflikts. Das besondere Augenmerk gilt dabei zum einen der Dynamik dieses Verhältnisses im Lauf des 18. und 19. Jahrhunderts, wie sie sich aus den verschiedenen Neueditionen von Handwerksregularien des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten, Gongbu zeli erschließt. Schon Joseph Needham (1965, S.19) hat auf die Bedeutung und den großen Umfang der Aktivitäten dieser Zentralbehörde hingewiesen. Zum anderen läßt sich aus dem weiten Spektrum der Regularien, von Anweisungen mit nationaler Gültigkeit bis in kleinste Teilbereiche, teilweise sogar spezifische Bauwerke, ein facettenreiches Bild von Struktur und Problematik des Verhältnisses aufzeigen. Ein weiterer wichtiger Forschungsgegenstand sind die komplexen Hierarchien und Funktionen der involvierten adminstrativen, betrieblichen und gewerblichen Interessengruppen, die sich zu einem großen Teil aus der Interaktion zwischen Staat und privater Wirtschaft erklären lassen.

Zu diesen Zwecken sollen Fallbeispiele aus dem Pekinger Baugewerbe und Münzwesen ausgewertet werden. Es werden Beispiele aus dem Bereich der Hauptstadt zu gewählt, da hier die Interaktion zwischen Zentralregierung und Handwerk unmittelbarer zu beobachten ist als in den Provinzen, wo verschiedene Ebenen der Regional- und Provinzialverwaltung zwischengeschaltet sind. Außerdem sind die meisten Handwerksregularien, soweit sie nicht vom Ministerium für Öffentliche Arbeiten herausgegeben sind und landesweite Gültigkeit beanspruchen, für den Haupstadtbereich überliefert (siehe Anlage 2: Liste der erhaltenen Handwerksregularien). Mit der Instandhaltung von Stadtmauer, Renovierung des hauptstädtischen Stadtgott-Tempels und dem Münzwesen sind bedeutende staatliche Aufgabenbereiche abgedeckt, nämlich Verteidigung, Staatskult und Geldpolitik. Auch aus Sicht des Wirtschaftshistorikers Albert Feuerwerker (1995, S.103) verdienen Untersuchungen zum Bausektor höchstes Interesse und sind ein dringendes Forschungsdesiderat: "Here is a grand topic for someone, with major ramifications into social and political history as well".

Es sei noch erwähnt, daß am Sinologischen Institut in Leiden unter Leitung von Prof. Schipper ein Forschungsprojekt durchgeführt wird, das dem Tempel Dongyuemiao in Peking gewidmet ist. Dabei sollen die dort befindlichen Stelentexte erschlossen werden. Kontakte und Materialaustausch mit diesem Projekt wären für beide Seiten von Vorteil. Gleichermaßen wird angestrebt, die Kontakte zu Pierre-Etienne Will am Collège de France und seinem Forschungsprojekt zur Quellengattung chinesischer Verwaltungshandbücher zu intensivieren.

Bedeutung sowie formale und inhaltliche Strukturen der Quellengattung "Handwerksregularien"

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Der Staat der letzten chinesischen Dynastie, Qing (1644–1911), hat die bis dahin in der chinesischen Geschichte größte Bürokratisierung und Formalisierung hervorgebracht. Das für den Historiker unmittelbar greifbare Ergebnis dieser Bürokratie ist eine große Fülle von Dokumenten verschiedener Regierungsorgane. Diese liegen zum Teil in Druckform veröffentlicht vor; ein größerer Teil wird allerdings in den Archiven der VR China und auf Taiwan aufbewahrt. Manche dieser Dokumente dienten der Kommunikation zwischen Regionalverwaltungen und Zentrale, die so mit Informationen über politische, militärische, fiskalische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen versorgt wurde, die dann Basis für operative Entscheidungen wurden. Der größere Teil dieser Dokumente aber war Grundlage bzw. Ergebnis der vielfältigen Aufgaben, die die hauptstädtische Bürokratie routinemäßig zu erledigen hatte.

Das "administrative Grundgesetz des Qingreiches" (Ding Huadong, S.50) waren die "Gesammelten Statuten" (huidian), die auf mingzeitlichen Vorläufern beruhten und mehrmals erweitert und aktualisiert wurden. In den "Gesammelten Statuten" waren alle grundlegenden Regierungsinstanzen und ihre Funktionen beschrieben. In der Ära Qianlong (1736-1796) wurden die "Gesammelten Statuten" erstmals um "Präzedenzfälle und Regularien" zeli oder shili erweitert, die den einzelnen Verwaltungsinstanzen weitere Vorgaben und Anleitungen für die Abwicklung ihrer Amtsvorgänge gaben. Die fünfte und letzte Ausgabe der "Gesammelten Statuten mit Regularien und Präzedenzfällen" Da Qing huidian shili, die im Jahr 1899 veröffenlicht wurde, war auf diese Weise mit 1320 Kapiteln in 17 großformatigen, eng beschriebenen Bänden zu einem riesigen Kompendium für die Qingverwaltung geworden. Aber auch dieser Quellentypus war nicht speziell genug, um als Grundlage für alle administrativen Vorgänge in den einzelnen Behörden der Hauptstadt und der Regional- bzw. Lokalverwaltung zu dienen. Bereits während der frühen Qingzeit entstand deshalb eine weitere, ebenfalls zeli ("Regularien und Präzedenzfälle") genannte Dokumentengattung. Diese "Präzendenzfälle und Regularien" wurden im allgemeinen innerhalb der einzelnen Behörden erstellt. Ihre Grundlage bildeten in vielen Fällen die Akten, die im Rahmen der einzelnen Amtsvorgänge in den Behörden angelegt worden waren. Diese Akten entfalteten ihre Präzedenzwirkung bereits dadurch, daß sie in vielen Fällen mit Anweisungen des Kaisers versehen waren. Um den Überblick über diese Vorgänge zu behalten und mögliche Verstöße gegen die Präzedenzien zu vermeiden, begannen die einzelnen Behörden der Zentralverwaltung bereits während der Regierungszeit des Shunzhi-Kaisers mit der Kompilierung von zeli. Das früheste qingzeitliche Dokument dieser Art stammt Zhu Jinfu, S. 79f zufolge aus dem Jahr 1652.

Die zentrale Quellengattung für das Projekt besteht aus einem Teilbereich der Gattung zeli, der von chinesischen Historikern (Wang Shixiang, Su Rongyu) unter dem Überbegriff jiangzuo zeli "Handwerksregularien und -präzedenzien" zusammengefaßt wird (s. Anlage 2). Die meisten derartigen Werke haben als Titelbestandteil zeli "(gesetzliche) Regularien und Präzedenzien" oder dingli "festgelegte Präzedenzien". Es finden sich aber auch die Bezeichnungen wie zuofa "Durchführungsmethoden" oder "Durchführungsstandards", fenfa "Methoden" bzw. "Standards eines handwerklichen Zweigs oder Bereichs", qingce "Abmessungsregister", xiaosuan dice "Grundregister für Abrechnungen", xice "Detailregister", suanli "Berechnungspräzedenzien", mulu "Listen", zhangcheng "Vorschriften", chengshi "Muster", tushi "Pläne", zhaiyao und zhaiji "Abrisse" in den Titeln, was auf von zeli abweichende Schwerpunkte der betreffenden Abhandlungen hinweist. Eine gewisse Inhomogenität spiegelt sich aber auch in Werken wider, die explizit die Bezeichnung zeli im Titel führen. Das Qinding zongguan Neiwufu Yuanmingyuan xianxing zeli ("Kaiserlich festgelegte, derzeit geltende Regularien und Präzedenzien zu dem vom Palasthaushaltsamt verwalteten Bereich der kaiserlichen Landpalasts Yuanmingyuan") von 1852 beispielsweise besteht aus zwei thematisch gegliederten, chronologisch geordneten Kapiteln, die die administrativen Vorgehensweisen beinhalten. Das Yuanmingyuan neigong zeli ("Regularien und Präzedenzien der Inneren Bauarbeiten [d.h. Bauarbeiten innerhalb kaiserlicher Residenzen] des Yuanmingyuan") von 1741 hingegen beschäftigt sich detailliert mit den beim Bau oder der Reparatur des Yuanmingyuan eingesetzten Handwerksbereichen und gibt Einzelheiten über die zugelassene Menge, Qualität und Preise des verwendeten Materials. Im ersteren Werk sind alle wichtigen Bestimmungen seit Beginn der Qingzeit aufgelistet, während das letztere eine Momentaufnahme ist, die sich auf zur Zeit seiner Kompilation geltenden Regeln bezieht.

Erklärte Ziele der Handwerksregularien sind die Normierung und Kontrolle der Arbeiten sowie sparsamer Umgang mit Mitteln der öffentlichen Finanzen. Die Normierungsbestrebungen konzentrieren sich dabei auf öffentliche Bauten, beinhalten jedoch teilweise auch Vorhaben aus dem privaten Bereich. Bei den öffentlichen Bauten werden kaiserliche Opferaltare und Opfertempel (tanmiao), Paläste (gongdian), Speicher und Schatzkammern (cangku), Stadtmauern (chengyuan), buddhistische Tempel (simiao) sowie Paläste der Prinzen (wangfu) berücksichtigt. Die Preise für Materialien sollten sich nach der Qualität richten, während den Löhnen der Schwierigkeitsgrad der Arbeiten zugrunde liegen sollte. Auch für Preise sollten gewisse Standards festgelegt werden; man war sich allerdings über die Preisfluktuationen und entsprechende Adaptationen bei den Angaben im Klaren (s. die Routineeingaben von Yunli u.a. in Ren Jiyu, Bd.2, S.421,1127). Es finden sich auch Informationen über Transportkosten und das benötigte Gewicht bestimmter Materialien pro Einheit (s. z.B. Ren Jiyu, Bd.2, S.697).

Einen wichtigen Abgrenzungsgegenstand zu den amtlich genehmigten Handwerksregularien, die - soweit sie das Baugewerbe betreffen - für den Bau staatlicher bzw. dynastischer Gebäude bestimmt sind, bilden die technischen Anweisungen für Handwerker an privaten Gebäuden, die Informationen zu Ritualen, Geomantik und Vorhersage (z.B. Glück oder Unglück verheißenden Tage) enthalten. Für letztere ist Lu Ban jing ("Der Leitfaden des Lu Ban") exemplarisch, den Klaas Ruitenbeek übersetzt und kommentiert hat. Ruitenbeek trennt in der ersteren Gruppe außerdem zwischen dem auf Handwerks- und Architekturtechnik konzentrierten Werk Yingzao fashi ("Die Methoden des Baugewerbes") und den Handwerksregularien Gongbu gongcheng zuofa ("Methoden für Bauprojekte des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten"), die Wirtschaftlichkeit und Finanzierung in den Vordergrund stellen (S.28). Formal zeigt sich dieser Unterschied in der reicheren Illustrierung überwiegend technischer Werke und den weniger oder gar nicht bebilderten, eher an die Administration gerichteten Handwerksregularien.

Hypothesen und leitende Fragestellungen

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1. Wandel der staatlichen Dominanz

Die Basisannahme für die Interaktion zwischen Staat, Handwerk und Gewerbe besteht darin, daß die staatliche Dominanz einem Wandel unterlag. Es läßt sich feststellen, daß in der wirtschafts-, sozial- und institutionengeschichtlich orientierten sinologischen Forschung in langfristiger Perspektive allgemein ein Rückzug des Staates aus vielen staatlichen Aufgabenbereichen und eine Abnahme des staatlichen Interventionismus im Wirtschaftsleben diagnostiziert wird (siehe z.B. die Beiträge von Skinner (1), S. 19, und Elvin 1977 zur Stadtgeschichte, Rowes (1984, 1989) Studien zu Hankou, Smith 1991 über die Politik Ang Anshis im Kontrast zu späteren Phasen, sowie Metzger 1972 und Vogel 1990 zum Salzhandel). Studien über kürzere Zeiträume verdeutlichen allerdings, daß durchaus kurzfristig Phasen der Intensivierung staatlicher Regulierungen und des wirtschafltichen Interventionismus initiiert wurden. Für das Verhältnis von Staat, Handel und Geldwesen ist dies anhand der Beispiele des Kupferhandels von Dunstan (1992, 1996) untersucht worden. Auch Will, Wong et al. (1991) sprechen von einer Phase eines verstärkten Interventionismus im Bereich des Systems der staatlichen Zivilspeicher von c. 1730 bis 1780. In Analogie hierzu soll auch für Handwerk und Gewerbe die Hypothese aufgestellt werden, daß staatliche Dominanz, adminsitrative Effizienz und der Grad des Interventionismus im Laufe des Untersuchungszeitraums abnahm.

Dazu muß im Hinblick die Handwerksregularien geklärt werden, worin die Gründe für ihre Zunahme im 18. und 19. Jh. liegen. Mögliche Faktoren wären von Seiten des Staats, daß der Verwaltungsauftrag an Komplexität zunahm und die Kompetenzen einzelner Behörden untereinander abgeklärt werden sollten. Ein Indiz hierfür sind die von verschiedenen Behörden herausgegebenen, nicht nur das Handwerk betreffende Regularien (vgl. Wang Zhonghan). Von Seiten des Handwerks könnten Konflikte und Konkurrenz unter den verschiedenen Handwerkszweigen sowie deren zunehmende Differenzierung die staatlichen Auftraggeber bewogen haben, Einsatz und Entlohnung von Handwerkern festzusetzen. Der wichtigste Faktor dürfte aber in einer Zunahme der Konflikte zwischen Staatsbehörden und Handwerkern gelegen haben. In diesem Zusammenhang muß auch die unter "I. Quellen" thematisierte Frage der Kooperation von Administratoren mit Handwerkern bei der Abfassung von Handwerksregularien beleuchtet werden. Abschließend soll diskutiert werden, inwieweit regionale Besonderheiten eine Rolle spielten, ob sich unter der Beamtenschaft untereinander abgrenzbare Strömungen gewerbepolitischer Grundauffassungen und diesbezügliche Motivationen ausmachen und personell verankern lassen und inwieweit individuell unterschiedliche verwaltungstechnische Stile einzelner Kaiser sich auf den Grad der Regulierung auswirkten.

2. Effektivität der Handwerksregularien

Ein zweiter Fragenkomplex betrifft die Effektivität der Handwerksregularien. Wurden die Bestimmungen durchgesetzt? Wie verbindlich waren sie in der Praxis? Aus der Basisannahme ergibt sich als zweite Hypothese, daß die Effektivität gegen Ende des 19. Jhs. abnahm. Dazu könnte im zeitlichen Verlauf in den Phasen intensiver Reglementierung der Ären Yongzheng (1723-1735) und Qianlong (1736-1796) eine Überbelastung der Bürokratie eingetreten sein, die sich im Absinken der Verbindlichkeit im 19. Jh. auswirkte. Es wird die Aufgabe dieses Projekts sein festzustellen, inwieweit sich diese Hypothese halten läßt und ob wir es mit einer historiographischen Projektion zu tun haben. So hat beispielsweise Kate Jane Leonard in ihrer Arbeit über die Handhabung der Krise des Kaiserkanals durch den Daoguang-Kaiser während der Jahre 1824 bis 1826 dezidiert gegen die eurozentristische und retrospektive aburteilung der Ineffizienz, Korruption, Ressourcenverschwendung und des autoritären Führungsstils des damaligen Herrscherhauses der Qing Stellung bezogen (Leonard 1996, S. 252-253, Vogel 1999).

3. In Regularien erfaßte Handwerkszweige

Schließlich soll die Art und Weise der bürokratischen Reglementierung von Handwerksarbeiten untersucht werden. Welche Handwerksbereiche wurden besonders durch zeli reguliert? Welche Bedeutung hatten sie für Handwerksgilden und Handwerksbetriebe? Als Hypothese leitet sich aus der Liste der erhaltenen einzelnen Regularien ab, daß besonders für die Handwerkszweige, die im staatlichen oder höfischen Bereich tätig waren, Regularien verfaßt wurden. Hier ist allerdings auch die Zusammensetzung der in übergreifenden Regularien wie denjenigen des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten oder der in den Gesammelten Statuten aufgeführten Handwerkszweige zu untersuchen. Einen interessanten Vergleichsaspekt bietet hierzu die Darstellung von höfischem und nichthöfischem Handwerk im Preußen des Absolutismus bei Helga Schultz S.18-25 ("Hof, Garnison und Manufakturen").

Fallbeispiel "Instandhaltung der Stadtmauern"

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Die Struktur des ummauerten Stadtgebiets von Peking im 18. und 19. Jahrhundert geht auf die mongolische Yuan- (1276-1368) und Mingdynastie (1368-1644) zurück. Die Mongolen verlegten ihre Hauptstadt hierher (1264) und errichteten die Anfänge der heutigen Mauer (1273). Unter dem Yongle-Kaiser der Mingdynastie wurde Peking bzw. Shuntian zwischen 1421 und 1439 wieder zur Hauptstadt ausgebaut, nachdem in der Anfangszeit der Dynastie Nanjing als Hauptstadt gedient hatte (s. Anlage 4, Karte von Peking). Den innersten Kern bildeten die Palastmauern um die "purpurrote, verbotene Stadt", zijincheng, den Wohnort des Kaisers. Diese sind von den ca. 10 km langen Mauern der Kaiserstadt, huangcheng, mit Wohn- und Amtsgebäuden von Kaiserhof und Zentralregierung, umgeben, die sich wiederum innerhalb der ca. 23 km langen Mauern der inneren Stadt, neicheng, befinden, wo die Mandschu-Garnison der "acht Banner" angesiedelt war. Südlich hiervon schließt sich die äußere Stadt, waicheng, an, die der chinesischen Zivilbevölkerung vorbehalten war. Die südliche Mauer der inneren Stadt diente gleichzeitig als nördliche Mauer der äußeren Stadt. Ihre Länge (ohne die "Trennwand" zur inneren Stadt) beträgt ca. 16 km. In der Qingzeit wurde von ausländischen Reisenden die Bezeichnung "Tartarenstadt" für die innere und "Chinesenstadt" für die äußere Stadt verwendet (Shuntian fuzhi j.1, fol.1a-3b; Favier S.337-343; Bredon S.17-21; Sirén S.43). Die 10-13 m hohen Mauern verjüngen sich von unten nach oben in unterschiedlicher Breite (zwischen ca. 18 m unten und 14 m oben) und fallen nach innen hin leicht ab. Es handelt sich um Stampfmauern aus Lehm mit Schichten von Ziegeln und Kalkmörtel, die sukzessive mit grauen Ziegeln befestigt worden waren. Die Drainage von Regenwasser erfolgte fast ausschließlich über die innere Wand, was sich für die Instandhaltung als äußerst problematisch erwies (Sirén S. 44-50).

In der Präfekturbeschreibung von Peking, Shuntian fuzhi von 1886, sind die Maße der Mauer festgehalten. Die Routinemaßnahmen zur Instandhaltung der Mauer sind jedoch nicht thematisiert, sondern lediglich die Erhöhung der äußeren Mauern in den Jahren Yongzheng 8 (1730) und Qianlong 36 (1771) dokumentiert.

Dagegen sind in den Handwerksregularien des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten von 1883, Qinding gongbu zeli, den Stadtmauern drei Kapitel (j.4-6) gewidmet, deren erstes nur die Mauern der Hauptstadt erfaßt. Die Regularien betreffen die Themen Erhalt und Inspektion der Stadtmauern, Organisation von Renovierungsarbeiten (Finanzierungsmöglichkeiten, Auftragserteilung, Arbeitskontrolle, Fristeinhaltung, Entlohnung) und Schadensersatzpflicht im Fall von Renovierungsarbeiten, falls diese während der Garantiefrist von 30 Jahren gravierende Mängel aufwiesen. Die Bestimmungen wenden sich an Administratoren, die für Stadtmauern zuständig waren, sei es im Ministerium für Öffentliche Arbeiten selbst, wo alle großen Renovierungs- und Bauprojekte geprüft und genehmigt werden mußten, oder an die Wachtruppen an der Stadtmauer bzw. deren vorgesetzte Militärbehörde, das Infanterie-Generalkommando bujun tongling, die den Zustand der Mauern regelmäßig zu überprüfen und Defekte an das Ministerium für Öffentliche Arbeiten zu melden hatten, oder an Regional- und Provinzadministratoren, denen Renovierungen von Kreisstadt- oder Präfekturstadtmauern und die Zusammenarbeit mit den Handwerksunternehmern, chengyuan, oblagen. Der Inhalt ist als juristisch und verwaltungswirtschaftlich zu umreißen.

Die Bandbreite der Gattung reicht aber bis hin zu handwerkstechnischen Informationen für spezifische Bauten bzw. Renovationen, wie beispielsweise "Abmessungsregister und Ausführungs[bestimmungen] für die Arbeiten an Stadtmauern, Straßen und Tortürmen an den Toren Anding, Dongzhi, Chaoyang u.a." Anding, Dongzhi, Chaoyang deng men chengqiang yuqiang madao menlou deng gong zhangchi zuofa qingce (s. Anlage 2, Nr.80), wo der der Reparaturbedarf festgehalten ist und Art und Abmessungen der erforderlichen Reparaturen aufgeführt sind.

Fallbeispiel "Renovierung des hauptstädischen Stadtgott-Tempels"

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Der hauptstädtische Stadtgott-Tempel, Du chenghuang miao, liegt am südlichen Ende der westlichen Mauer der inneren Stadt. Er wurde in der Yuandynastie im Jahr 1295 erbaut und von den nachfolgenden Dynastien Ming und Qing ebenfalls in dieser Funktion genutzt. Dieser Tempel war der höchste in einer nach Verwaltungseinheiten geordneten Hierarchie. Auch in Peking existierten sowohl in der inneren als auch in der äußeren Stadt Stadtgott-Tempel der jeweils untergeordneten Ebene der Präfektur Shuntian. Stadtgott-Tempel waren in Ming- und Qingzeit landesweit mehrmals Gegenstand staatlicher Intervention. Diese zielte auf die Unterdrückung eines eigenständigen Kults in den Regionen ab, denn als Stadtgötter wurden anthropomorphe Gestalten, häufig verdiente Administratoren, verehrt. Die Ming- und Qingkaiser versuchten, eine staatlicher Kontrolle entzogene Auswahl der Stadtgötter zu verhindern (Hamashima S.5, Goodrich S.194).

Im 18. Jh. erfolgten unter Yongzheng (1726) und Qianlong (1763) umfangreiche Renovierungsarbeiten am hauptstädtischen Stadtgott-Tempel. In Erinnerung hieran verfaßten beide Kaiser Steleninschriften, die in der Stadtgeschichte [Qinding] Rixia jiuwen kao ("Altüberliefertes unter der Sonne") dokumentiert sind. Für diese Renovierungen wurden ebenfalls eigens Abmessungsregister und Ausführungsbestimmungen, Du chenghuang miao gongcheng zuofa qingce (Anlage 2, Nr.84) verfaßt. Dies weist auf die besondere Bedeutng dieses Tempels für den Staatskult hin. Die übrigen Regularien, die sich auf spezifische Bauwerke beziehen, betreffen ausschließlich kaiserliche Palastgebäude oder die Stadttore.

Fallbeispiel "Verwaltung und Betrieb der Münzstätten

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1644 wurden von den mandschurischen Eroberern in Anlehnung an Mingpraktiken die beiden ahuptstädtischen Münzstätten baoquanju und baoyuanju eingerichtet. Die größere der beiden, das baoquanju, wurde durch das Ministerium für die Finanzen (hubu), das baoyuanju durch das Ministerium für Öffentliche Arbeiten (gongbu) verwaltet. Während die vom baoquanju produzierten Münzen in der Regel für die Bezahlung eines Teils von Beamtengehältern und Sold benutzt wurden, dienten die Käschmünzen dese baoyuanju dazu, Projekte des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten mitzufinanzieren. Im Gegensatz zu vielen Münzereien in den Provinzen waren die beiden hauptstädtischen Münzstätten praktisch ununterbrochen in Betrieb. Sie produzierten zudem während der frühen und mittleren Qingzeit eine Großteil der insgesamt im Reich gegossenen Käschmünzen. Bei den Pekinger Münzstätten handelte es sich um "Großbetriebe". Während beispielsweise 1741 beide hauptstädtischen Münzstätten über 3.000 Handwerker und Arbeiter beschäftigten, waren dies in der Münzstätte von Zhejiang, in Hangzhou, nicht mehr als 400 Personen (Vogel 1986, Kap. I, 5, a). Aufgrund der geldpolitischen Bedeutung der Pekinger Münzstätten ist es wenig erstaunlich, daß uns gerade über diese, im Zentrum der Macht gelegenen Produktionsstätten eine Vielzahl von unterschieldichen Quellen vorliegen, die uns nicht nur Auskunft über dne Münzausstoß, sondern auch über die interne Organisation der Münzstätten geben.

Ähnlich wie bei den beiden anderen Fallbeispielen lassne sich die Organisation der hauptstädtischen Münzstätten in zwei Hauptebenen unterscheiden: Erstens, die Ebene der staatlichen Verwaltung und Überwachung, wei sie beispielsweise in Qinding Da Qing huidian shili (Kap. 214 und 891) in ihren Umrissen und Entwicklungen sichtbar wird; zwietens, die Ebene der realen Produktion von Käschmünzen, die sich durhc eine stark differenzierte arbeitsteilige Organisation und Hierarchie auszeichnete. Angesichts der eminenten Bedeutung und damit strengen Überwachung der hauptstädtischen Münzstätten ist es umso erstaunlicher, daß es in diesen Münzstätten immer wieder zu Protestaktionen der Arbeiter und Handwerker kam, so in den Kangxi- und Yongzheng-Perioden sowie in den Jahren Qianlong 6(1741), Jiaqing 12 (1807) und Daoguang 30 (1850). Im Brennpunkt standen dabei die divergierenden Interessen der sogenannten "Ofenvorsteher" (lutou) einerseits und der Handwerker und Arbeiter andererseits. Bei den lutou handelte es sich um finanzkräftige Arbeitskontraktoren im Dienste und Abhängigkeit der Beamten. Sie nutzten ihre Stellung oft dazu aus, mittels finanzieller Transaktionen auf Kosten der Handwerker und Arbeiter in die eigene Tasche zu wirtschaften. So wurde ihnen bei den Streiks von 1741 vorgeworfen, sie hätten bei den in Geldsilber vorgenommenen Lohnauszahlungen durch Manipulationen von Gewicht und Gehalt des Geldsilbers unrechtmäßig hohe Abzüge einbehalten (Vogel 1986, Kap. I, 4, b).

News from the Peking Metropolitan City God Temple (Du chenghuang miao)

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Spirits were low as I was sitting in the coffeeshop on the ground floor of Parkson's department store. I had not found the Metropolitan City God Temple in the street nearby where it should have been: Chengfang jie near Fuxing men in the Southwest of the old Inner City in Peking. The name Chengfang jie ("Complete Squareness Street") rings of rationality and disenchantment: It is the name that, phonetically similar, replaced the old Chenghuang miao jie ("City God Street"). I found the earliest reference of the new name in a travel guide of 1935 (Beiping lüxing zhinan, p.145). Riding through Chengfang jie on bicycle, I had not detected anything like a temple or any temple relics. I asked two policemen in the street and showed them Zhao Xinghua's book on temple fairs in old Peking which says, "Now, only the living appartments (qinci), a five-bay hall, exists. It is ranked as 'Peking municipal unit for the conservation of important cultural properties'." (Zhao Xinhua, Lao Beijing miaohui, p.57). But the policemen only wondered if there had ever been a City God Temple in Peking at all.

So I gave up this attempt to get close in space to my research object. I assumed that since the publication of Zhao Xinghua's book in 1999, the temple might well have been demolished. It was a consolation to receive the copy of a manuscript on the renovation of the temple in 1877 (Du chenghuang miao gongcheng zuofa qingce) at the Institute for the History of Science and Technology and Ancient Texts of Tsinghua University Library.

But soon light was shed into the dark. I had told Miss Han Mai, a Peking student, about my fruitless efforts to find the temple. After I had returned to Germany, a communication came from her. "I have at last seen the Metropolitan City God Temple!", she wrote. "The address is Chengfang jie No. 33, it serves as a storehouse for the press of the Hydro-Energy Publishing House (Shuili dianli chubanshe)." At first, Miss Han had thought another small temple in the vicinity of Chengfang jie, just newly renovated, was the searched one. But it turned out to be a firegod temple (Gucha Huoshen miao). Then she found, a little off the road, on the precincts of the publishing house, a historical building with a stone plate attached to it, identifying it as "Rear hall of the Metropolitan City God Temple (Living appartments)", as promulgated by the Peking Municipal People's Government in 1984. The plate was installed by the Peking Municipal Office for the Administration of Cultural Properties in the same year. At the entrance of the temple, steles lie on the ground. The original door is replaced by an iron door which identifies the place as "Important workshop grounds" (chefang zhongdi). The building consists of three continuous halls, each with a separate roof in combined hip-gable style (xieshan). Miss Han counted fourteen dougong brackets and 68 rafters (chuan) over the width of the hall. There was another lateral hall east of the rear hall which was not accessible. On the east and west side of the temple, rows of simple huts were erected.

Shortly after I had received Miss Han's description, an account on the temple by Chen Guangzhong was published in Beijing qingnian bao under the title "Will the Metropolitan City God Temple Dissappear?" (Du chenghuang miao hui xiaoshi ma). This highly informative article also features photographs of the rear hall with its yellow roofs and dark-green tiles at the ridge, the protective figures on the ridge and the eaves, and the steles lying on the ground (see Beijing qingnian bao under www.bjyouth.com.cn/November 23, 2000 edition, p.54, for the photograph of the rear hall). Chen Guangzhong managed to get access to the interior of the building. He reports that inside, the beams are also painted in colourful, finely executed mottled decor, but at many places, the paint has curled and is about to drop down. Two half sunk steles with barely discernible writing can be found inside the temple. The readable characters, in sad irony, are "Since thousands of ages, the fragrant reputation lingers on" (wan gu liu fang) and "The fragrant reputation will be handed down for hundred generations" (liu fang bai shi). The author also remarked the striking difference between the state of dilapidation of this temple and the newly renovated, bright and shining fire god temple in the vicinity. He supposes that this is due to the fact that in traditional Chinese thinking, the element of fire can overcome metal, and since next to it the "Financial Street" (Jinrong jie) was reconstructed, the representatives of the financial sector would not dare to offend the fire god by letting his temple fall into decay.

There may yet be other reasons for this temple to be less fortunate than the fire god temple, nearly forgotten and as yet without a lobby for its renovation. City gods were – at least since the Tang – regarded as spiritual counterparts of the terrestrial administration. It was not their only function, to be sure, but it is very likely that in the popular belief this god was just too much associated with the fallen dynasty and imperial authorities, so that he could not resist disenchantment in the Republic of China – precisely because he was not a deity as "elementary" as the fire-god or as outerworldly as buddhist saints. Or was it that Peking citizens did not identify with his nationwide "jurisdiction"? I have sources for the existence of at least ten other city god temples in Peking, and it seems that even since the late Qing, other city god temples and their fairs were more visited than this one (Beiping lüxing zhinan p. 145; Yanjing suishi ji, translated by Bodde p.47; Yanjing congkao vol. 1, p.279 quoting Tianzhi ouwen). Another probable reason for the decline and oblivion of this temple was that after it was destroyed by a fire in 1875, it was only partly restored, and as of today, only the rear hall exists, which is not easily visible or accessible from the street.

Chen Guangzhong ends his article with an appeal to possible investors for the renovation of the remaining temple halls. "Only a modest sum would be necessary to carry out the renovation and open the temple to the public. Then it would certainly become one of the fascinating cultural and historical sights of Peking that would attract visitors from near and far. Its economical value would by far surpass the one that is created by a mere storehouse." We firmly agree with his view, to which we should like to add that information on materials and measurements of the last big renovation is still on file and can be consulted at Tsinghua University Library.


Christine Moll-Murata
April 2001

Postscript: Latest Developments

While this work report was drafted, good news came again from Miss Han. She had contacted the Peking Municipal Office for Cultural Properties (Shi wenwu ju) about the sad state of the building, and in March 2001 received the reply that the renovation of the Metropolitan City God Temple is being scheduled for the year 2002. It will no longer to be used as a storehouse, and before the renovation works will be carried out, all electrical cables in the main hall will be cut for reasons of fire prevention. Moreover, the building will be regularly inspected by the authorities.
This was certainly a wise decision! It is to be hoped that in the work process the steles above and below ground will also be restored, and that any archaelogical findings will be professionally retrieved.

References

Beiping lüxing zhinan, by Ma Zhixiang and Zhang Henshui. New edition under the title Lao Beijing lüxing zhinan. Beijing: Beijing Yanshan chubanshe 1997, based on original edition 1935

Chen Guangzhong, "Du chenghuang miao hui xiaoshi ma", in Beijing qingnian bao, Nov. 23, 2000, p.54

Du chenghuang miao gongcheng zuofa qingce, manuscript edition, ca. 1877

Yanjing congkao, by Chen Zongfan. New edition Beijing: Beijing guji chubanshe 1994 (2nd print), based on original and second edition 1930–1935

Yanjing suishi ji: Annual Customs and Festivals in Peking, as recorded in the Yen-ching sui-shih chi by Tun Li-ch'en. Translated and annotated by Derk Bodde. Peiping: Henry Vetch 1935, reprint Taibei: Southern Materials Center 1977

Zhao Xinhua, Lao Beijing miaohui. Beijing: Zhongguo chengshi chubanshe 1999 (Beijing shihua, 2)

 
         
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