Projekt Troia 
Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters 
der Universität Tübingen, DEU

Department of Classics, University of Cincinnati, USA

Joachim Latacz zum 70. Geburtstag. 
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Impressum
 


Anfang April 2004 vollendete Professor Dr. Joachim Latacz, Gräzist und bedeutender Homerforscher, sein siebtes Lebensjahrzehnt. Dieser Anlass führte am 23.4. eine große Zahl von Freunden und Fachkollegen zu einer würdigen Feier an der langjährigen Wirkungsstätte des Jubilars, der Universität Basel, und am traditionellen Konferenzort im Landgut Castelen in Augusta Raurica zusammen. Gewiss ein Grund zum kurzen Innehalten, doch beileibe nicht, um ein abgeschlossenes Lebenswerk zu würdigen. Wer wie der Unterzeichnete in den letzten Jahren Joachim Latacz  immer wieder im dichtesten Getümmel des "Neuen Kriegs um Troia" mit elegantem Florett im Kampf gegen kleinliches Verharren auf alten Standpunkten erleben konnte, der hat einen überaus lebendigen und sprühenden Humanisten wahrgenommen. Sein wirkliches Alter hat man nur en passant anlässlich der Emeritierung von seinem Lehrstuhl erahnen können.

"Seinen" Homer lebendig zu erhalten ist für Joachim Latacz über Jahrzehnte zur lohnenden Lebensaufgabe geworden. Davon zeugen nicht nur zahlreiche und viel zitierte Fachpublikationen, sondern auch mehrere durch ihre Brillanz bestechende Bücher, die sich gekonnt auch an ein breites interessiertes Publikum richten. In dieser Reihe ist neben dem "Klassiker": "Homer. Der erste Dichter des Abendlandes" (4.Aufl.2003) der seit 2001 jetzt ebenfalls bereits in vierter Auflage erschienene Band "Troia und Homer. Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels" hervorzuheben, der die in den letzten Jahren gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Impulse aus vielen Disziplinen der Altertumswissenschaften zu einem einleuchtenden Ganzen zusammenführt. Der Band ist auch auf spanisch erschienen, englische und griechische Übersetzungen folgen demnächst.

Wer die schriftlichen Zeugnisse aus der Feder des Jubilars zu schätzen weiß, der möchte auch das Erlebnis des bestechend klar formulierenden Redners Latacz nicht missen. Viele Besucher der stets überfüllten Vorbereitungsvorträge zur Ausstellung "Troia - Traum und Wirklichkeit" in Stuttgart im Herbst 2000 werden die "standing ovations" in Erinnerung bewahren, die ihm bei seiner Einstimmung auf "Troia - Homer und die Ilias" zuteil wurden. 

Den Festvortrag in Basel hielt vor der Überreichung der Festschrift Professor Dr.Martin L. West (All Souls College, Universität Oxford), einer der führenden Gräzisten im anglophonen Raum und weit darüber hinaus, zum Thema: "Geschichte und Vorgeschichte. Die Sage von Troia". Joachim Latacz wird es mit Freude und Genugtuung gehört haben, dass sein Kollege von der Richtigkeit seines interdisziplinären Ansatzes überzeugt ist. Dieser wichtige Vortrag wird in den diesjährigen Studia Troica abgedruckt werden.

Es ist Prof. Latacz zu wünschen und zu gönnen, dass er seine unbändige Schaffenskraft nach dem Abflauen rückwärts gerichteter Scharmützel bald wieder voll seinem ehrgeizigen Projekt des neuen Ilias-Kommentars widmen kann, von dem bisher fünf Bände erschienen sind (s. FAZ vom 28.April 2004, Seite N 3).

Das Troia Projekt und sein Leiter, Professor Dr. Manfred Korfmann, schätzen sich glücklich, einen Weggefährten zu haben, der stets für eine "Mauerschau" zu haben ist. 

Mit den besten Wünschen für Joachim Latacz 


                  Dr.Hans Günter Jansen

          Redakteur der Internetseiten zu:
„Troia und die Troas – Archäologie einer Landschaft“ 
    und Kuratoriumsmitglied der TroiaStiftung.



Wenn Sie zurückliegende Editorials noch einmal nachlesen wollen, so rufen Sie bitte nachfolgende Links auf:

Editorial Februar 2004: Editorial zur Spätbronzezeit Troias.
Editorial Juni 2003: Editorial zum Projektstand im Jahr 2003.



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Tübingen editor: Hans G. Jansen (email: hans.jansen@uni-tuebingen.de )
Cincinnati editor: John Wallrodt (email: john.wallrodt@classics.uc.edu )

Date Last Modified: 01/May/2004
By: HGJ