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Troia
Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen, DEU Department of Classics, University of Cincinnati, USA |
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Troia und die Landschaft Troas | |||||
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Der
Siedlungshügel Troia liegt zwischen zwei Kontinenten und Meeren wenige
Kilometer von den Dardanellen entfernt in strategisch hervorragender Lage
auf einem Kalksteinplateau. In Verbindung mit besonderen Wind- und Strömungsverhältnissen
begünstigte diese Lage Handels- und Kulturkontakte. Dadurch wird es
möglich, Funde aus Troia mit anderen archäologischen Fundorten
zu verbinden. 3500 Jahre Besiedlung ließen an diesem Ort Schichten
von etwa 15 Metern Höhe entstehen.
![]() Als nach Vorarbeiten des Briten Frank Calvert Heinrich Schliemann im Jahr 1871 im Ruinenhügel Hisarlik (türkisch: Siedlungshügel mit Burg) den Spaten ansetzte, war er davon überzeugt, daß die von Homer um 730 v.Chr. beschriebene Stadt Troia/Ilios des legendären troianischen Krieges der Bronzezeit hier zu suchen sei. Bereits die griechisch-römische Antike hatte an dieser Stelle die Stadt des zweiten Jahrtausends v.Chr. lokalisiert - davon zeugen der städtische Ausbau Ilions wie auch die zahlreichen Tumuli im Umland, die wohl überwiegend dem Heroenkult dienten. Allerdings geriet diese Kenntnis in Mittelalter und Neuzeit teilweise in Vergessenheit. Reichte in der Bronzezeit eine seichte Meeresbucht von den Dardanellen bis dicht an den Fuß des Burghügels, so liegt dieser heute am Rand der verlandeten Flußmündung des Skamander (heutiger türkischer Name Karamenderes). Die Untersuchung der Landschaftsgeschichte mit über 200 Bohrungen ermöglicht unter Einbeziehung der archäobiologischen Resultate nunmehr eine Vorstellung des prähistorischen Naturraums. Mit Hilfe von alljährlichen Geländebegehungen wird ein Inventar der archäologischen Fundstellen der Troas vervollständigt, das als Grundlage für deren dauerhaften Schutz dienen soll. Den andauernden Bemühungen
zur Erhaltung einer schützenswerten Kulturlandschaft ist es im Verein
mit der türkischen Archäologenschaft und Presse zu verdanken,
daß durch Beschluß des türkischen Ministerrats im Herbst
1996 die Troas zum historischen Nationalpark erklärt wurde.
Die Umsetzung dieses Beschlusses bedarf freilich weiterer finanzieller
Unterstützung und zäher Detailarbeit.
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| Tübingen editor: Hans G. Jansen (email: hans.jansen@uni-tuebingen.de) | Date Last Modified: 26/Okt/05 By: HGJ | |||||