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Troia
Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Universität Tübingen, DEU Department of Classics, University of Cincinnati, USA |
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Kontroverse
um das spätbronzezeitliche Troia (Troia VI und VII)
Übersicht der Monate September bis November 2001 |
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Kurz nach der Eröffnung der zweiten Station der Ausstellung „Troia – Traum und Wirklichkeit“ in Braunschweig am 14.Juli 2001 sorgte eine Reihe von Zeitungs-Interviews des Tübinger Althistorikers, Prof.Dr.Frank Kolb, für erheblichen Wirbel in der Medien-Öffentlichkeit. In Quintessenz wirft Prof.Kolb seinem Kollegen, dem Leiter des Troia-Projekts und wissenschaftlichen Berater der Gemeinschaftsausstellung, Prof.Dr.Manfred Korfmann, eine bewusste Irreführung des Publikums bei der Darstellung und Interpretation der archäologischen Ergebnisse zum spätbronzezeitlichen Troia VI / VII vor. In der Folgezeit erfasste die Kontroverse auch die Fragen, ob Troia identisch ist mit dem hethitischen Vasallenstaat Wilusa und ob die Ilias auf Überlieferungen aus der mykenischen Zeit zurückgreift. Diese Fragen werden in der Wissenschaft schon seit vielen Jahren diskutiert, die Forschungen haben jedoch durch die neuen Ausgrabungen in Troia neue wichtige Impulse erhalten. Auf diesen Seiten wurde versucht, eine zusammenfassende Dokumentation der verschiedenen Pressestimmen und Stellungnahmen als Informationsgrundlage zur Verfügung zu stellen ( siehe die untenstehenden Links: Einführung, Presseübersicht, Kolb-Interviews, Stellungnahme Korfmann). Entgegen unserer Erwartung und Hoffnung gab es auch im September bis November noch einige wichtige Entwicklungen zum Thema, die hier zusammengefasst werden: Die von Prof.Kolb mehrfach geforderte öffentliche Diskussion der Streitpunkte wird von der Tübinger Universitätsleitung für den 15./16. Februar 2002 in der Form eines öffentlichen Symposiums : "Die Bedeutung Troias in der späten Bronzezeit" in Tübingen organisiert. (Siehe Pressemitteilung PM 496 der Universität vom 26.11.2001) Prof. Korfmann hatte als Voraussetzung für eine solche Diskussion die vorherige öffentliche und adäquate Rücknahme der Beleidigungen, mit denen Prof.Kolb in zahlreichen Interviews, Artikeln und zuletzt bei einem Vortrag in Braunschweig die wissenschaftliche Ehre Korfmanns angegriffen hat ( "Däniken der Archäologie", "Phantast", "Irreführung der Öffentlichkeit", "Geschichtsklitterung") gefordert. Dieser Forderung hat Prof.Kolb am 20.Nov. in einer Aussprache mit dem Rektor, dem Kanzler und zwei Prorektoren der Universität Tübingen in Gegenwart von Prof.Korfmann entsprochen. Prof.Korfmann ist in seinem Referat zum Abschluss der Braunschweiger Station der Troia-Ausstellung am 11.10. im Braunschweiger Dom nicht auf die Kontroverse eingegangen. Nach seiner Meinung hätte die Diskussion von Anfang an in die Universität gehört und er will sie nicht über die Medien fortsetzen. Nur einmal nahm er zu dem Streit dezidiert und abschliessend in einem Interview Stellung: Der Einladung an alle Journalisten und Kritiker zur Autopsie und zum Gespräch in Troia ist Anfang August Frau Sigrid Löffler (Zeitschrift "Literaturen") gefolgt. Das ausführliche und autorisierte Gespräch mit ihr ist zu finden im Heft 10 (Oktober) / 2001 von "Literaturen" - siehe unten. Hier seien die wichtigsten Referenzen genannt, die den Standpunkt des Troia Projekts und der kooperierenden Sprachwissenschaftler umreissen: "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 23.7. (Autor:Uwe Walter): "Was ich entschieden bestreite ! Der Kampf um Troia geht weiter: Zwei Bücher von Dieter Hertel und Joachim Latacz im Gespräch." Im Wortlaut, (also available in English) "Literaturen"
10/2001 (Oktoberheft) (Autorin Sigrid Löffler): "Krieg um Troia
- Ein Buch und seine Folgen: Wie Homers Ilias plötzlich die Gelehrtenwelt
entzweit"
"Frankfurter
Allgemeine Zeitung" vom 12.9 (Autor: Wolfgang Schuller): "Der
Hügel, wo sie wandeln, liegt im Schatten" - Zur Kontroverse
um die Ausgrabungen in Troia (deutscher Wortlaut).
"WILUSA
(WILIOS/TROIA) - Zentrum eines hethitischen Gliedstaates in Nordwest-Kleinasien".
21.11. (Autor: Joachim Latacz). Wortlaut der aktualisierten Fassung eines
Aufsatzes für die Hethiterausstellung in Bonn vom 21.11. (also available
in English)
Es ist die
feste Absicht der beiden angegriffenen Hauptbeteiligten, Prof.M.Korfmann
und Prof.J.Latacz, mit ihren hier genannten und im Wortlaut abrufbaren
Äusserungen die Mediendebatte abzuschliessen und sich bis zum
Streitgespräch in Tübingen wieder konstruktiven Aufgaben zuzuwenden.
Die Medien werden diesbezüglich dringend um Verständnis gebeten.
Weitere wichtige Seiten: Presseübersicht Juli bis November (in German only) "Anmerkungen",
Dez.2001 (Autor M.Koch):
Zu Programm und Fazit des Symposiums am 15./16. Februar in Tübingen führt die Seite Symposium . Zu den Anfangs-Details der Kontroverse vom Juli / August führen die folgenden Seiten: Einführung(also available in English) Interview-Äusserungen von Prof.Kolb (also available in English) Stellungnahme
von Prof.Korfmann vom 27.7.2001 (also available
in English)
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| Tübingen
editor: Hans G. Jansen (email: hans.jansen@uni-tuebingen.de)
Cincinnati editor: John Wallrodt (email: john.wallrodt@classics.uc.edu) Date Last
Modified:14/Mar/02
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