Meinungsrede
"Wie sage ich, was ich
meine?" könnte die grundlegende Frage jeder Meinungsrede lauten. Zum
wahren Kern dringt man jedoch erst vor, wenn man diese Frage um den Aspekt
der Wirkung erweitert (vgl. auch Wirkungsfunktionen
und Überzeugungsmittel): Die Meinungsrede ist
handlungsorientiert und kein bloßes Statement; sie zeigt Mißstände auf
(Was war? Was ist?) und fragt nach Verbesserungen. Sie zielt auf die Änderung
aktueller Zustände, um schließlich appellativ mit der Aufforderung zur
Tat und sei es nur zur gedanklichen zu enden: Was können und was
müssen wir tun? (Lemmermann). Der Redner stützt sich dabei auf
Sachargumente, aber auch auf handlungsauslösende Gefühlsargumente. Als einer komprimierten Form
der Rede liegt bei der Meinungsrede zudem besonderes Gewicht auf einem stimulierenden körperlichen Vortrag (vgl.
Gora. S.14).
Aufbau
der Meinungsrede
Der Aufbau
der Meinungsrede folgt der
Dreiteilung in
-
Einleitung
-
Hauptteil
-
Schluß.
Der
Hauptteil
wird dabei häufig von von drei oder fünf Argumenten getragen.
Beispiel:
Argument
1 - Argument 2 - Argument 3 // Argument 4 - Argument 5
Elemente
der Meinungsrede
Verbreitet
sind
kurze formelhafte Hinweise zur Gestaltung der einzelnen Teile der Rede (vgl.
auch Redeaufbau):
Auch die "AIDA-Formel"
(Aufmerksamkeit Interesse Definition der Grundgedanken Abschluß),
eine Ableitung der Lewisschen Werbeformel: attention interest
desire action, kann als Aufbau-Beschreibung genommen werden. Der Fünfsatz als
Minimalform der Rede wird bei Geißner (1968) und Lemmermann (1962) ausführlich
behandelt.
Literaturangaben:
darin:
Geißner: Der Fünfsatz. Ein Kapitel Redetheorie und Redepädagogik. In:
Wirkendes Wort. Jg. 18, 1968, 4 S. 258 - 278.
Neben einer ausführlichen Fünfsatz-Abhandlung
bietet Geißner auch Aufgabenvorschläge zu den verschiedenen
Strukturmodellen in bestimmten Situationen.
darin: Kurka, Eduard: Zur
Anregung und Pflege des Sprechdenkablaufs als Voraussetzung für die freie
Rede. In: Wiss. Zs. der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Sprachwiss. Reihe, Jg. V, 1956, 3, S. 453 - 460.
Übungen zum
reproduzierenden Sprechdenken (Nacherzählung, Sprechdenken nach
Stichwortzettel in verschiedenen Situationen, Bildbeschreibung,
Lichtbildreihen, Reportagen) als Grundlage.
Erläuterungen und Übungsvorschläge
zu Rede- und Argumentationsanlässen in der Schule. Analyse einer
Abiturientenrede.
Lemmermann
liefert einen gelungenen Grundriß für Meinungsreden:
Einleitung: Warum spreche
ich? Was ist der Anlaß?
Hauptteil:
wie sind die
Zustände? (was war?, was ist?); was müßte stattdessen sein?; wie
können die herrschenden Zustände geändert werden?
Schluß: enthält die
Aufforderung zur Tat, den vom Redner gewiesenen Weg zu gehen und so die
Zustände zu ändern: Was können, was müssen wir tun?
Übungs- und Themenvorschläge
zur Argumentation.
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