Essay
Der Essay bildet eine
eigenständige Gattung rhetorischer Kunstprosa. Textgegenstand ist dabei
ein beliebig gewähltes Thema aus allen Bereichen des öffentlichen und
alltäglichen Lebens.
Experimentelles und
spielerisches Durchprobieren von Denkmöglichkeiten spiegelt das
philosophische Grundprinzip des Weges wider: der Prozeß des gleichsam
experimentellen Schreibens ist dabei wichtiger als das Resultat.
Stil
des offenen Gesprächs
Der Autor versucht, einen
Leserkontakt über einen Stil des offenen Gesprächs herzustellen, der dem
Leser das Gefühl vermitteln soll, der Autor würde direkt zu ihm
sprechen.
Der Essay kann nur schwer
einer der drei Redegattungen (genera dicendi) zugeordnet werden, weil
nahezu jedes Thema als Essaygegenstand denkbar ist; dies eröffnet natürlich
auch alle Stilebenen: der Essay kann bewegend (movere), erfreuend (delectare)
sowie belehrend (docere) sein (vgl. auch Wirkungsfunktionen
der Rede).
Die offene, sehr freie Form
des Essays ist nicht an die logisch-stringente Form der wissenschaftlichen
Beweisführung gebunden.
Literaturhinweise:
Einführender Teil: Ausführliche
Geschichte des Essays.
Theoretischer Teil: Ausführliche
und hervorragend unterteilte Theorie.
Dokumentarischer Teil:
Umfassende Sammlung von Essays.
Hervorragendes Buch über
Geschichte, Form, Gattung, Merkmale und Topoi des Essays, inklusive einer
Abgrenzung von französischen, englischen und deutschen Essayansätzen.
Versuch einer Abgrenzung und Definition des Essays; Inklusive einer kurzen
Abhandlung der außerdeutschen Entwicklung in Frankreich, England,
Nordamerika und einigen anderen Ländern.
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