Publizistische
Gattungen
Publizistische
Texte sind wirkungsbezogene, pragmatische Texte, die sich des gesamten rhetorischen
Repertoires bedienen und sich meist aus rhetorischen Redegattungen
entwickelt haben. Dazu zählen mit Essay, Glosse und
Kommentar vor allem die kommentierenden, mit Nachricht, Bericht und
Dokumentation aber auch die referierenden und mit Reportage, Porträt und
Feature die interpretierenden Textsorten, wobei "Text" in diesem Zusammenhang nicht allein die für
die Printmedien geschriebenen Texte meint, sondern auch die Erscheinungsformen
von Nachricht, Kommentar etc. in den verschiedenen anderen Medien. Eine ausführlichere Übersicht
über journalistische Textgattungen findet sich in den Kapiteln zu Medienrhetorik,
Reportage und Essay.
Die
auf dieser Seite vorgestellten Materialien bieten genaue Untersuchungen
der einzelnen publizistischen Gattungen und die in den angegebenen Büchern verwendeten Beispiele
bieten gute Grundlagen für Analyseaufgaben. Interessant ist der Ansatz, die
Textgattungen im Unterricht analytisch zu vermitteln und zu definieren.
Literaturhinweise:
Für den Schulgebrauch fast
schon zu ausführlich werden hier die verschiedenen journalistischen
Darstellungsformen aus drei grundsätzlichen Gruppen erläutert:
-
tatsachenbetonte
(referierende) Formen (Nachricht, Reportage, Feature, Interview,
Diskussion)
-
meinungsbetonte Formen
(Leitartikel, Kommentar, Glosse, Kolumne, Porträt, Karikatur, Lied,
Kritik, Essay)
-
phantasiebetonte Formen
(Zeitungsroman, Kurzgeschichte, Feuilleton, Spielfilm, Hörspiel,
Fernsehspiel, Lied, Comic, Witzzeichnung).
Als interessante Ergänzung
finden sich zu jedem Kapitelgegenstand Definitionen und Umschreibungen von
praktisch tätigen Journalisten. Übungen: In den gegebenen Beispielen
findet man allenfalls Anregungen zu Aufgaben.
Roloff unterscheidet drei
Gruppen von Textgattungen:
-
referierende (Nachricht,
Bericht, Dokumentation, Pressespiegel, Statement)
-
interpretierende
(Reportage, Porträt, Feature, Magazinbeitrag, Interview, Diskussion u.a.)
-
kommentierende (Glosse,
Kolumne, Kommentar, Kritik, Rezension, Leitartikel)
Überschneidungen zwischen
den einzelnen Bereichen werden in Schaubildern ebenso deutlich gemacht wie
das Vorkommen der verschiedenen Gattungen in Presse, Hörfunk und
Fernsehen. Multimediale Erscheinungsformen sind aufgrund des
Erscheinungsdatums (1982) noch nicht berücksichtigt.
-
Häusermann, Jürg/Käppeli,
Heiner: Rhetorik für Radio und Fernsehen. Regeln und Beispiele für
mediengerechtes Schreiben, Sprechen, Informieren, Kommentieren,
Interviewen, Moderieren. Luzern 1986.
-
von La Roche, Walther: Einführung
in den praktischen Journalismus. Mit genauer Beschreibung aller
Ausbildungswege in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 13.,
neubearbeitete Aufl. Leipzig 1992. S. 61 - 158.
Anhand von Beispielen und
kurzen Textanalysen werden hier Definitionen der
"informierenden" und "meinungsäußernden
Darstellungsformen" hergeleitet. Übungen: Zwei das ausführliche
Kapitel über "Die Nachricht" an sich abschließende, sehr
konkret anleitende Aufgaben sollen helfen, diese Textsorte formal selbst
einzuüben. La Roche gibt als Kontrolle eigene Lösungsvorschläge.
Hier finden sich ausführliche
und abwechslungsreich gestaltete Übungen zu Glosse, Leitartikel und
Essay. Das Spektrum reicht dabei von Imitationsschreibaufgaben über
Anregungen zu selbstständigem Verfassen und präzisierenden Begriffserläuterungen
bis zu Analysefragen und Gruppendiskussion.
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