Seminar für

Allgemeine Rhetorik

Home
 
Was ist Rhetorik?
 
Rhetorik-Studium
Vorlesungsverzeichnis
Lehrende
 
Projekte
Rhetorik multimedial
 
Rede des Jahres
Hörbuch des Monats
 
Rhetorik im Internet
 
Kontakt
 
 

 

Projekte: Virtuelles Rhetoriklehrbuch

Vorwort   Was ist Rhetorik?   Theorie und Geschichte   Redepraxis und Redeanalyse: Publizistische Gattungen

 

Publizistische Gattungen

 

 

Publizistische Texte sind wirkungsbezogene, pragmatische Texte, die sich des gesamten rhetorischen Repertoires bedienen und sich meist aus rhetorischen Redegattungen entwickelt haben. Dazu zählen mit Essay, Glosse und Kommentar vor allem die kommentierenden, mit Nachricht, Bericht und Dokumentation aber auch die referierenden und mit Reportage, Porträt und Feature die interpretierenden Textsorten, wobei "Text" in diesem Zusammenhang nicht allein die für die Printmedien geschriebenen Texte meint, sondern auch die Erscheinungsformen von Nachricht, Kommentar etc. in den verschiedenen anderen Medien. Eine ausführlichere Übersicht über journalistische Textgattungen findet sich in den Kapiteln zu  Medienrhetorik, Reportage und Essay.

 

Die auf dieser Seite vorgestellten Materialien bieten genaue Untersuchungen der einzelnen publizistischen Gattungen und die in den angegebenen Büchern verwendeten Beispiele bieten gute Grundlagen für Analyseaufgaben. Interessant ist der Ansatz, die Textgattungen im Unterricht analytisch zu vermitteln und zu definieren.

 

Literaturhinweise:

  • Mast, Claudia (Hg.): ABC des Journalismus: Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit. 8., überarbeitete Aufl. Konstanz 1998. S. 221 - 303.

Für den Schulgebrauch fast schon zu ausführlich werden hier die verschiedenen journalistischen Darstellungsformen aus drei grundsätzlichen Gruppen erläutert:

  1. tatsachenbetonte (referierende) Formen (Nachricht, Reportage, Feature, Interview, Diskussion)

  2. meinungsbetonte Formen (Leitartikel, Kommentar, Glosse, Kolumne, Porträt, Karikatur, Lied, Kritik, Essay)

  3. phantasiebetonte Formen (Zeitungsroman, Kurzgeschichte, Feuilleton, Spielfilm, Hörspiel, Fernsehspiel, Lied, Comic, Witzzeichnung).

Als interessante Ergänzung finden sich zu jedem Kapitelgegenstand Definitionen und Umschreibungen von praktisch tätigen Journalisten. Übungen: In den gegebenen Beispielen findet man allenfalls Anregungen zu Aufgaben.

  • Roloff, Eckart Klaus: Journalistische Textgattungen. München 1982.

Roloff unterscheidet drei Gruppen von Textgattungen:

  1. referierende (Nachricht, Bericht, Dokumentation, Pressespiegel, Statement)

  2. interpretierende (Reportage, Porträt, Feature, Magazinbeitrag, Interview, Diskussion u.a.)

  3. kommentierende (Glosse, Kolumne, Kommentar, Kritik, Rezension, Leitartikel)

Überschneidungen zwischen den einzelnen Bereichen werden in Schaubildern ebenso deutlich gemacht wie das Vorkommen der verschiedenen Gattungen in Presse, Hörfunk und Fernsehen. Multimediale Erscheinungsformen sind aufgrund des Erscheinungsdatums (1982) noch nicht berücksichtigt.

  • Häusermann, Jürg/Käppeli, Heiner: Rhetorik für Radio und Fernsehen. Regeln und Beispiele für mediengerechtes Schreiben, Sprechen, Informieren, Kommentieren, Interviewen, Moderieren. Luzern 1986.

 

  • von La Roche, Walther: Einführung in den praktischen Journalismus. Mit genauer Beschreibung aller Ausbildungswege in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 13., neubearbeitete Aufl. Leipzig 1992. S. 61 - 158.

Anhand von Beispielen und kurzen Textanalysen werden hier Definitionen der "informierenden" und "meinungsäußernden Darstellungsformen" hergeleitet. Übungen: Zwei das ausführliche Kapitel über "Die Nachricht" an sich abschließende, sehr konkret anleitende Aufgaben sollen helfen, diese Textsorte formal selbst einzuüben. La Roche gibt als Kontrolle eigene Lösungsvorschläge.

  • König, Heinz: Wort und Sinn. Sprachbuch 9/10. Umgang mit Medien.

Hier finden sich ausführliche und abwechslungsreich gestaltete Übungen zu Glosse, Leitartikel und Essay. Das Spektrum reicht dabei von Imitationsschreibaufgaben über Anregungen zu selbstständigem Verfassen und präzisierenden Begriffserläuterungen bis zu Analysefragen und Gruppendiskussion.

  • Ueding, Gert: Rhetorik des Schreibens. Eine Einführung. 4. Auflage. Weinheim 1996.

weiter zu:


Webmaster: Olaf Kramer, Seminar für Allgemeine Rhetorik, Universität Tübingen, Stand: 07.09.01