Seminar für

Allgemeine Rhetorik

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Vorwort   Was ist Rhetorik?   Theorie und Geschichte: Rhetorische Gattungen   Redepraxis und Redeanalyse

 

Rhetorische Gattungen

 

 

Grundsätzlich gibt es drei Redegattungen, die durch die Wahrscheinlichkeit ihrer Redegegenstände voneinander unterschieden werden können:

  • die lobende Rede (genus demonstrativum bzw. genus laudativum)

  • die beratschlagende Rede (genus deliberativum)

  • die Gerichtsrede (genus iudiciale). 

Die Wahrscheinlichkeit der Redegegenstände  ist von der Sache, über die man spricht bestimmt, denn entweder die Sache, über die man zu sprechen gedenkt, ist sicher (certum) oder unsicher (dubium).

  • Ist etwas sicher, dann muß vom Zuhörer keine Entscheidung gefällt werden. In diesem Fall handelt es sich um das genus demonstrativum. 

  • Ist etwas unsicher und die Wertung der Sache steht frei, dann handelt es sich um eine Rede, die dem genus deliberativum zuzuordnen ist. Sie bezieht sich meist auf Entscheidungen, die die Zukunft betreffen.

  • Ist etwas unsicher und die Wertung der Sache ist durch Gesetze geregelt, haben wir es mit dem genus iudiciale zu tun. Hier stehen meist Entscheidungen über vergangene Tatbestände an.

Je nachdem, welcher Gattung eine Rede zuzuordnen ist, verändern sich auch die Aufgaben des Redners und die Techniken, deren er sich bedienen kann. Im Laufe der Geschichte fächerte sich die Gattungslehre immer weiter auf (z. B. Predigtrhetorik, Briefrhetorik bis hin zur Telefon- und Präsentationsrhetorik).

 

Literaturhinweise:

  • Gora, Stephan: Grundkurs Rhetorik. Eine Hinführung zum freien Sprechen. Stuttgart: Klett 1992.

Schilderung der verschiedenen Redegattungen und- Gegenstände, mit klar praktischer Ausrichtung. 

 

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Webmaster: Olaf Kramer, Seminar für Allgemeine Rhetorik, Universität Tübingen, Stand: 03.09.01