Stillehre
Die
Stillehre befaßt sich mit den verschiedenen Arten des guten Redestils (genera
dicendi) sowie den anzustrebenden Stilqualitäten und gibt eine Anleitung
zum angemessenen Stil. Die Lehre von den genera dicendi
unterscheidet die schlichte, mittlere und großartige Stilart (genus
subtile, genus medium und genus grande), die sich durch ihren jeweils
schlichten, mäßigen oder starken Gebrauch an Redeschmuck auszeichnen und
vorrangig die Wirkungsfunktionen belehren (docere), erfreuen (delectare)
beziehungsweise mitreißen (movere) verfolgen.
Stilqualitäten sind in
erster Linie die Angemessenheit (aptum/decorum), ferner die
Sprachrichtigkeit (puritas) und Deutlichkeit (perspicuitas) der Reden und
Texte. Bestimmte Stilkriterien dienen der Vermittlung und Einübung eines
angemessenen Stils. Diese Maßstäbe sind jedoch abhängig von der
Funktion des Textes, z. B. als Sachprosa/ Fachsprache, Kunstprosa oder
Alltagsrede.
Literaturhinweise:
Willy Sanders
führt die heute
verbreiteten Stilprinzipien an und problematisiert die Festlegung von
Stilregeln.
Sanders
vergleicht zwei Erscheinungsformen des Sprachstils, an die jeweils
unterschiedliche Forderungen gestellt werden.
Sanders
führt ein Kapitel zur Wortwahl an, in dem er eindringliche Beispiele etwa
zur Begriffsschärfe oder zum Gebrauch von Fachwörtern gibt.
-
Ueding,
Gert/ Steinbrink, Bernd: Grundriß der Rhetorik. Geschichte
Technik Methode. 3., überarb. und erw. Aufl.. Stuttgart, Weimar
1994. S.
226 - 229.
Eine
übersichtliche Erklärung des antiken Dreistil-Modells bietet das Kapitel Der sprachliche Ausdruck.
Zu
Wort- und Sachproblemen sowie der Stilproblematik kompletter Texte bietet
Helmut Seiffert einige leichte Übungsbeispiele mit Lösungsvorschlägen.
weiter
zu:
|