Seminar für

Allgemeine Rhetorik

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Projekte: Virtuelles Rhetoriklehrbuch

Vorwort   Was ist Rhetorik?   Theorie und Geschichte: Gedächtniskunst   Redepraxis und Redeanalyse

 

  Gedächtniskunst

 

 

Unter Gedächtniskunst versteht die Rhetorik das Einprägen der Rede ins Gedächtnis (memoria). Es handelt sich dabei um den vierten von insgesamt fünf Schritten bei der Produktion einer Rede (vgl. auch Arbeitsstadien).

"Mit memoria wird in der Rhetorik das Stadium der Redebearbeitung benannt, in dem sich der Redner seine Gedanken und deren sprachliche Formulierung zusammen mit den während der Redeaufführung geplanten Aktionen einprägt." (Ueding, Gert/Steinbrink, Bernd: Grundriß der Rhetorik. Geschichte Technik Methode. 3. Auflg. Stuttgart 1994. S. 229).

 

Antike Mnemo-Techniken  

 

Schon in der Antike werden verschiedene Mnemo-Techniken entwickelt, die das Einprägen der Rede erleichtern sollen. Sie beruhen vor allem auf bildlichen Vorstellungshilfen (Grundriß der Rhetorik).

 

Im abendländischen Bildungssystem spielt die memoria bis in die Neuzeit hinein eine wichtige Rolle im Unterricht, häufig gilt sie als Voraussetzung fürs Studium. Ihren Platz im Unterricht findet die memoria insbesondere durch das Auswendiglernen und Zitieren von antiken Autoritäten, wie Philosophen, Dichtern und Schriftstellern. Heute nützt die Werbung sämtliche mnemotechnischen Methoden zum möglichst nachhaltigen Einprägen ihrer Botschaften.

 

 

Literaurhinweise:

  • Gora, Stephan: Grundkurs Rhetorik. Eine Hinführung zum freien Sprechen. 4. Kapitel: Vom Ablesen zum freien Sprechen. Stuttgart 1992.

 Im vierten Kapitel stellt Gora fünf Manuskriptmethoden vor, die es dem Redner Schritt für Schritt ermöglichen sollen, sich von dem Geschriebenen zu lösen und frei zu reden. Die Methode des vorbereiteten Ablesens bildet dabei den Anfang, der Medientrick stellt den letzten Schritt auf dem Weg zur freien Rede dar. 

Das Kapitel beinhaltet Arbeitsanregungen und Übungen. Außerdem werden Möglichkeiten und Grenzen der freien Rede angesprochen.

 

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Webmaster: Olaf Kramer, Seminar für Allgemeine Rhetorik, Universität Tübingen, Stand: 03.09.01