Rede und
Rhetorik in Deutschland (18. - 20. Jahrhundert)
Die
Tradition der Rhetorik
Bis
in das 18. Jahrhundert hinein bleibt die Rhetorik als bedeutendes
Bildungssystem intakt. Rhetorisches Denken prägt Literatur,
Philosophie und Kunst und es lassen sich zahlreiche Verbindungslinien von
der Rhetorik zur Aufklärung ziehen. Die
Aufmerksamkeit, die schon die ersten Aufklärer [...] dem Zustand und der
Vervollkommnung der Sprache widmeten, [...] erklärt auch die Bedeutung,
die die Rhetorik für die Aufklärung gewinnen musste. (Ueding, Gert/Steinbrink,
Bernd: Grundriß der Rhetorik. Geschichte Technik Methode. 3.
Auflg. Stuttgart 1994.).
Verfall
der Rhetorik
Ihren entscheidenden
Einbruch erlitt die
Rhetorik mit dem Verlust ihres wissenschaftlichen Einflusses im 19.
Jahrhundert. Die Konturen des Faches beginnen zu verschwimmen, der Verfall
der wissenschaftlichen Disziplin Rhetorik, die als Redepraxis weiterhin
bestand, zeichnet sich vor allem in Deutschland besonders deutlich ab. Dieser Zustand hält bis ins 20. Jahrhundert an, allerdings schließen
sich seit den sechziger Jahren erfolgreiche Bemühungen um die
wissenschaftliche Rekonstruktion und Weiterentwicklung der Rhetorik in
Deutschland an. Sowohl Literaturwissenschaft als auch Philosophie,
Sozialwissenschaft und Gesellschaft entdeckten ihr Interesse an der
Rhetorik wieder.
Literaturangaben:
Im
historischen Teil des Buches beleuchten die Autoren sämtliche
Entwicklungen der Rhetorik und gehen in Kapitel D und E auf die Rhetorik
der Aufklärung im 18. Jahrhundert und den Verfall der Beredsamkeit im 19.
Jahrhundert ein. (Einen Überblick über die Geschichte der Rhetorik von
der Antike bis zur Aufklärung erhalten Interessierte zudem in den
Kapiteln A bis C.)
Hier findet
sich ein Abriß über die Geschichte der Beredsamkeit in Deutschland.
Das Buch ist
dem Thema der Rede gewidmet. Walter Jens beschäftigt sich in unter
anderem mit der besonderen Problematik der Redekunst in Deutschland.
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