Rhetorische Ethik
Die Entwicklung der
sophistischen Rhetorik (5./4. Jahrhundert v. Chr.) zu einer flachen, bloß
instrumentellen und nur der politischen Manipulation dienenden Lehre
provoziert die Rhetorik-Kritik der Philosophen. Platon (427-347)
kritisiert die bestehende Rhetorik als Schmeichelei, die von wahrer
Erkenntnis wegführe. Die Erkenntnis der Wahrheit müsse stets das
wichtigste Ziel des Redners sein. Diese Auseinandersetzung zwischen Platon
und den Sophisten ist entscheidend für die Entstehung einer rhetorischen
Ethik.
Das orator-perfectus-Ideal
Cicero (106-43) schafft
die Grundlage für ein umfassendes Lehrgebäude, in dem Erziehung,
Politik, Recht, Gesellschaftstheorie und Ethik zusammengeführt werden.
Sein Ideal des perfectus orator, der die Redekunst auf der Grundlage einer
umfassenden Allgemeinbildung mit moralischem Verantwortungsbewußtsein ausübt
und ein "vir bonus", ein guter Mensch, sein soll, beeinflußt
die Persönlichkeitsideale westlicher Kulturen bis zum heutigen Tage.
Literaturhinweise:
Bietet einen umfangreichen Überblick über die
rhetorische Ethik von der Antike bis zur Neuzeit und Moderne. Sehr ausführlich
dargestellt. Nach historischen Epochen gegliedert. Ausführliche
Literaturhinweise und Anmerkungen.
Bietet eine gute Grundlage zum Verständnis der
rhetorischen Ethik.
Kurzer, zusammengefaßter Überblick zur rhetorischen
Ethik mit Textbeispielen und Begleitfragen.
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