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REDE DES JAHRES 1998
Martin
Walser "Friedenspreisrede".
Zur
"Rede des Jahres 1998" hat das Institut für Allgemeine Rhetorik
an der Universität Tübingen Martin Walsers Frankfurter Friedenspreisrede
gewählt, weil sie in der Tradition der großen humanistischen
Beredsamkeit in Deutschland für die ideologisch verfestigten
Meinungsschranken unserer Mediengesellschaft die Augen öffnet, sich gegen
das organisierte Zerrbild von Gewissen, Moral, Schuldbewußtsein wehrt,
das in Grausamkeit gegen die Opfer umschlägt, und schließlich für
Vertrauen und Hoffnung in die Zukunft plädiert, ohne die Kraft zur Trauer
zu schwächen.
Martin
Walser hat mit selbstkritischen und ironischen Untertönen den
Meinungsbetrieb in seiner manchmal gutgläubigen, doch meist zynischen
Doppelbödigkeit aufgedeckt und als Instrument der ideologischen Machtausübung,
als profitables Mediengeschäft und intellektuelle Inszenierung erkennbar
gemacht. Die maßlose und hämische Kritik an dieser in rhetorischem
Ethos, schlüssiger Argumentation und leidenschaftlichem Engagement für
eine menschenwürdige Zukunft vorbildlichen Rede bestätigt deren Thesen
so eindrucksvoll wie bedrückend.
Jury: Prof. Dr. Joachim
Knape, Boris Kositzke, Olaf Kramer, Prof. Dr. Gert Ueding und Peter Weit.
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Text
der Rede von Martin Walser
Jury: Prof.
Dr. Gert Ueding, Prof. Dr. Joachim Knape, Peter Weit, Boris Kositzke, Olaf
Kramer
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