1477
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| Graf Eberhard "im Bart"
von Württemberg gründet mit päpstlicher
Erlaubnis die Universität Tübingen und stattet
sie mit 15 Professuren an den vier traditionellen
Fakultäten für Theologie, Jura, Medizin
und Philosophie aus. Ihre finanziellen Bedürfnisse
bestreitet die neue Hochschule in den nächsten
350 Jahren aus den Erträgnissen eines ansehnlichen
Stiftungsfonds in Form von Grundeigentum und Gefällen,
verstreut über weite Teile des württembergischen
Landes. Das erste Semester zählt 308 Immatrikulierte,
darunter viele Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens. - Berühmte Tübinger Gelehrte aus
der Frühzeit der Universität: Johannes Vergenhans
(oder Naukler), Johann Heynlin, Gabriel Biel, Konrad
Summenhart, Heinrich Bebel, Martin Prenninger genannt
Uranius, Johannes Reuchlin, Philipp Melanchthon, Johannes
Stöffler.
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1480
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| Nach zweijähriger
Bauzeit geht das heute älteste Tübinger
Universitätsgebäude, die Burse, in Betrieb,
ein Wohnheim für Studenten, das auch einen großen
Hörsaal aufwies.
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1509
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| Die beiden Kleriker Martin
Plantsch und Georg Hartsesser stiften das Martinianum,
eines der Tübinger Studienstipendien für
minderbemittelte Studenten, das 1519 ins Leben tritt
und 1666 mit dem "Neuen Bau" in der Münzgasse
ein eigenes Gebäude erhält.
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1535
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| Einführung der Reformation
an der Universität auf massiven Druck des Landesherrn.
Tübingen wird allmählich die Hochburg der
lutherischen Orthodoxie, versinnbildlicht durch die
rastlosen Einigungsbestrebungen des Universitätskanzlers
Jakob Andreä, der maßgeblich am Zustandekommen
der "Konkordienformel" von 1577 für das evangelische
Deutschland beteiligt ist.
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1536
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| Gründung des Evangelischen
Stifts als herzogliches Stipendium für den württembergischen
Pfarrernachwuchs. Freiplätze ermöglichen
auch Studenten aus Mömpelgard und Siebenbürgen
bis ausgangs des 18. Jahrhunderts eine kostenlose
Theologenausbildung in diesem Spezifikum der Tübinger
Geisteswelt.
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1547 - 1549
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| Erbauung der Alten Aula
als Ersatz für das 1534 abgebrannte Universitätshauptgebäude,
in dem neben den Beständen der Universitätsbibliothek
auch die ältesten Verwaltungsakten zugrunde gegangen
waren.
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16. Jahrhundert
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| In Pestzeiten weicht
die Universität wiederholt in andere Städte
aus, wie etwa Esslingen, Herrenberg, Calw oder Altensteig.
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1589 - 1594
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| Johannes Kepler studiert
im Tübinger Stift.
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1594
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| Eröffnung des Collegium
Illustre, einer Ritterakademie für den gesamten
protestantischen Adel Deutschlands mit modernen Unterrichtsfächern
wie neuere Sprachen und Sport, die nach zeitweiliger
Schließung im Dreißigjährigen Krieg
1688 definitiv ihren Betrieb einstellt. |
1601
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| Herzog Friedrich von
Württemberg verstärkt mit neuen Statuten,
die erst 1752 erneuert werden, die landesherrliche
Aufsicht über die Universität und ihre Fakultäten.
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Um 1610
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| In einem kleinen Kreis
akademischer Nonkonformisten um Tobias Heß,
Christoph Besold und Johann Valentin Andreä entstehen
die Rosenkreuzer-Manifeste mit ihrer europaweiten
Resonanz.
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1634 - 1648
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| Starker Niedergang der
Universität im Dreißigjährigen Krieg.
Allein 1635 stirbt die Hälfte des Lehrkörpers
an der Pest, darunter Wilhelm Schickard, der Erfinder
der Rechenmaschine.
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1694
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| Rudolf Jakob Camerarius
leitet mit seiner "Epistola ... de sexu plantarum"
die experimentelle Befruchtungslehre ein. Er steht
für die Bedeutung der Botanik in Tübingen,
die durch andere Repräsentanten des Faches wie
Leonhard Fuchs oder Karl Correns unterstrichen wird.
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1752
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| Erstmals Nutzung des
Schlosses Hohentübingen durch die Universität
mit dem Einbau einer Sternwarte, an der im frühen
19. Jahrhundert noch Johann Gottlieb Friedrich Bohnenberger
wirkte.
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1769
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| Herzog Karl Eugen von
Württemberg legt der Universität unter Hinzufügung
seines eigenen Namens die neue Bezeichnung "Eberhardino-Carolina"
zu.
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1770 - 1794
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| Schwere Existenzkrise,
teilweise als Folge der Konkurrenz der 1794 aufgehobenen
Stuttgarter Hohen Karlsschule, hauptsächlich
aber bedingt durch einen allgemeinen Rückgang
des Hochschulstudiums in Deutschland.
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1790 - 1793
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| Hölderlin, Hegel
und Schelling studieren gleichzeitig im Tübinger
Stift. |
1805
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| Auf Betreiben des Medizinprofessors
und späteren Universitätskanzlers Ferdinand
Autenrieth Eröffnung der ersten Universitätsklinik
mit 15 Betten in der baulich sanierten alten Burse.
Hölderlin ist hier 1806 einer der ersten Psychiatrie-Patienten.
Nutzung des Gebäudes durch die Mediziner bis
zum Auszug des Zahnärztlichen Instituts 1972.
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1806 - 1831
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| Mehrere Verfassungsreformen:
Aufhebung der alten Universitätsautonomie, Umwandlung
der Universität in eine staatliche Bildungsanstalt.
Vorübergehend, von 1829 bis 1831, Abschaffung
des Rektors.
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1816
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| Gründung der ersten
Tübinger Burschenschaft als "Arminia".
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1817
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| Erweiterung der Universität
durch zwei neue Fakultäten, der Katholisch-theologischen
Fakultät, gegründet 1812 als Friedrichs-Universität
in Ellwangen, und der Staatswirtschaftlichen Fakultät,
der ältesten heute noch existierenden Fakultät
ihrer Art in Deutschland, in der von 1817 bis 1819
Friedrich List als Professor lehrte. - Eröffnung
des Wilhelmsstifts als Konvikt für katholische
Theologiestudenten im Gebäude des ehemaligen
Collegium Illustre.
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1819
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| Das Attentat des ehemaligen
Tübinger Theologiestudenten Karl Ludwig Sand
auf Kotzebue löst die "Karlsbader Beschlüsse"
über die politische Überwachung der Universitäten
aus.
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1821
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| Inmitten der Metternich-Ära
erhält Tübingen mit königlicher Genehmigung
einen "Ausschuß der Studierenden", bestehend
aus 15 Mitgliedern. Am 15. Februar 1821 - einem Schlüsseldatum
für die studentische Selbstverwaltung - gewählt,
wird dieser erste AStA in Deutschland im Zuge der
verschärften Demagogenverfolgungen 1825 wieder
aufgehoben.
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1828
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| Abschaffung des akademischen
Bürgerrechts und Eingliederung der Universitäts-
in die Stadtgemeinde. - Neuordnung der Universitätsfinanzen:
In den staatlichen Haushaltsplan wird ein regelmäßiger
Zuschuß eingestellt, der zunächst 80.000
Gulden betrug und heute auf nahezu 450 Millionen DM
angewachsen ist.
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1838
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| In Tübingen wird
mit Heinrich Ewald der erste der "Göttinger Sieben",
jenen akademischen Symbolfiguren des Widerstands gegen
obrigkeitliche Willkür im Umgang mit den im Vormärz
erkämpften Verfassungsrechten, wieder an einer
Universität angestellt.
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1845
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| Einweihung der Neuen
Aula. In den folgenden Jahrzehnten planmäßige
Ausdehnung der Universität, insbesondere der
Kliniken, zu einem neuen Stadtviertel.
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1848
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| Mitwirkung von Professoren
und Studenten an dem demokratischen Aufbruch der Märzrevolution.
Eine "Senatskommission für Reform des Universitätswesens"
und ein frei gewählter Studentenausschuß
betreiben vergeblich den Umbruch auf der akademischen
Ebene.
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1863
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| In Tübingen Gründung
der ersten Naturwissenschaftlichen Fakultät an
einer deutschen Universität durch Zusammenfassung
der bisher auf die Medizinische und die Philosophische
Fakultät aufgeteilten naturwissenschaftlichen
Fächer.
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1876
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| Tübingen zählt
erstmals mehr als 1.000 Studenten im Semester.
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1895
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| Erste Promotion einer
Frau in Tübingen: Maria Gräfin von Linden
erwirbt im Fach Zoologie den Doktortitel. |
1904
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| Auf Druck des württembergischen
Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens läßt
Tübingen als sechste Universität im Deutschen
Reich Frauen zum Studium zu. Vorangegangen waren die
Länder Baden und Bayern mit ihren Universitäten
Freiburg, Heidelberg, München, Erlangen und Würzburg.
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1912
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| Neue Universitätsverfassung:
Trennung des Akademischen Senats in einen Großen
und einen Kleinen Senat. In diesen Gremien sind erstmals
auch Nichtordinarien repräsentiert.
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1918
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| Gründung des AStA
in seiner modernen Ausprägung.
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1920
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| Gründung der "Tübinger
Studentenhilfe", seit 1930 unter der Bezeichnung "Studentenwerk".
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1924
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| Gründung der verdienstvollen
Fördergesellschaft "Vereinigung der Freunde der
Universität Tübingen". - Erste Verleihung
der Würde eines Ehrensenators.
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1933 - 1935
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| Gleichschaltung der Universität
im Nationalsozialismus. Nach der Bestellung von Gustav
Bebermeyer zum Regierungskommissar "mit besonderen
Vollmachten" legt der Universitätskanzler August
Hegler sein Amt nieder, das in der traditionellen
Form seither nicht wiederbelebt wurde. Von den 185
im Wintersemester 1932/33 der Universität angehörenden
Lehrkräften brauchen auf Grund des antisemitischen
Gesetzes "zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums"
lediglich 3 entlassen zu werden. Im Wintersemester
1933/34 gehören 62% des Lehrkörpers der
NSDAP an.
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1935 - 1936
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| Zwangsauflösung
der studentischen Verbindungen, Umwandlung in sogenannte
"Kameradschaften". Starker Rückgang der Hörerfrequenz
(Tiefpunkt 1940: 889).
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1940
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| Aufteilung des Studienjahrs
in drei Trisemester, nachdem durch den Beginn des
Zweiten Weltkriegs das Wintersemester 1939/40 ausgefallen
war.
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1942
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| Verlust der Rechtsfähigkeit
der Universität und Übereignung des bis
in die Gründungszeit zurückgehenden Universitätsvermögens
an den württembergischen Fiskus.
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1945
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| Schließung der
Universität bei Kriegsende. Nach der Aufnahme
des Lehrbetriebs am 20. August in der Evangelisch-theologischen
und der Katholisch-theologischen Fakultät als
erstes Nachkriegssemester in Deutschland erfolgt am
15. Oktober die feierliche Wiedereröffnung der
Universität. - Entlassung der ehemaligen NSDAP-Mitglieder
unter dem Lehrkörper. - Einführung des Numerus
clausus, zeitweilige Aufnahmesperre für Frauen
zugunsten von Kriegsheimkehrern. Durchschnittsfrequenz
in den ersten Nachkriegsjahren: 3000. Später
rapides Ansteigen der Studentenzahlen (1954: 5.000,
1962: 10.000, 1974: 15.000).
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1948
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| Als Folge der Währungsreform
können die zumeist als Familienstiftungen organisierten
Tübinger Studienstipendien, die schon in der
Inflation 1923 den größten Teil ihrer Kapitalien
verloren hatten, ihren Stiftungszweck nicht mehr erfüllen.
Ihre Vermögensreste werden 1962 in der "Tübinger
Stipendienstiftung" und der "Stiftung Wissenschaftlicher
Nachwuchs" zusammengefaßt.
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1952
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| Durch die Bildung des
Südweststaats verliert Tübingen den de-facto-Status
einer württembergischen Landesuniversität.
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1957
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| Die Universität
erlangt wieder ihre Rechtsfähigkeit als Körperschaft
des öffentlichen Rechts. - Beginn einer breiten
staatlichen Studienförderung durch das "Honnefer
Modell", 1971 abgelöst durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz
"BAföG".
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1958
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| Ein Generalbebauungsplan
legt die Ausdehnung der Universität im Norden
der Stadt in den Gewannen Schnarrenberg, Morgenstelle
und Rosenau fest.
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1961
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| Zu einer der Massenuniversitäten
des 20. Jahrhunderts angewachsen, führt Tübingen
den 1953 aufgehobenen Numerus clausus wieder ein,
zuerst für Medizin und Zahnmedizin, später
auch für alle anderen in Baden-Württemberg
eingerichteten Studiengänge.
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1967
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| Beginn der Studentenunruhen.
In den nächsten Jahren polarisieren Demonstrationen,
"Sit-ins", Vorlesungsboykotte, Gerichtsverhandlungen,
ja selbst Abbruch von Gottesdiensten Studenten- wie
Professorenschaft.
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1969
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| Neue Verfassung ("Grundordnung")
der Universität: Aufgliederung der 6 Fakultäten
in 17 Fachbereiche.
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1972
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| Ablösung des Rektorats-
durch das Präsidialsystem.
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1973
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| Das vom Studentenwerk
verwaltete Studentendorf "Waldhäuser-Ost" wird
mit inzwischen 1606 Plätzen in Betrieb genommen.
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1974
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| Nach zehnjähriger
Planungs- und Bauzeit ziehen die ersten naturwissenschaftlichen
Institute auf der Morgenstelle ein.
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1975
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| Umwandlung des Studentenwerks
in eine Anstalt des öffentlichen Rechts, neben
der das alte Studentenwerk als Verein fortbesteht.
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1977
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| Die Universität
feiert ihr fünfhundertjähriges Jubiläum.
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1978
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| Das zum 1. Januar in
Kraft getretene Landes-Universitätsgesetz leitet
mit der Abschaffung der Lehrstühle eine tiefgreifende
Reform der Lehrkörperstruktur ein. Änderung
der "Grundordnung" der Universität. Organe der
Universität: Universitätspräsident
(vertreten durch 3 Vizepräsidenten), Großer
Senat (63 Mitglieder), Senat (39 Mitglieder) und Verwaltungsrat
(11 Mitglieder). Statt 17 Fachbereiche jetzt 16 Fakultäten.
Nach der Auflösung der Verfaßten Studentenschaft
erhält der AStA als Ausschuß des Großen
Senats eine neue Organisationsform.
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Wintersemester 1979/80
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| Tübingen zählt
erstmals mehr als 20.000 Immatrikulierte, darunter
ebenfalls erstmals über 1.000 ausländische
Studierende.
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1989
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| Wahl der ersten Frauenbeauftragten
an der Universität.
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1991
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| Eine neue Fakultät
für Informatik nimmt ihre Arbeit auf.
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1995
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| Vereinigung der beiden
Medizinischen Fakultäten.
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Wintersemester 1993/94
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| Bei einem Frauenanteil
von 45,6% erreicht die Frequenz mit 26.245 Studierenden
den bisherigen Tübinger Höchststand.
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1995
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| Einführung des Instituts
des Studiendekans an den Fakultäten.
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1997
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| Eröffnung des Museums
Schloß Hohentübingen mit Glanzstücken
aus der Ur- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie,
Ägyptologie, Altorientalistik und Ethnologie.
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Wintersemester 1998/99
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| Erstmals seit fast 20
Jahren sinkt die Zahl der Studierenden wieder unter
20.000. |
Universitätsarchiv
Tübingen
Zusammengestellt von Prof. Dr. Volker Schäfer,
Universitätsarchiv Tübingen
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