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Informationen für die Mitglieder der Eberhard Karls Universität Tübingen / TUN Nr. 114: 22.12.2003

Rabindranath Tagore Kulturpreis an Cornelia Mallebrein

Hohe Auszeichnung für Tübinger Indologin

Es war ein Schulfilm über Indien in der zweiten Klasse, der Cornelia Mallebrein für ihr weiteres Leben nicht von der Faszination dieses Landes loskommen ließ. Später studierte sie Indologie und wandte sich zunächst einem klassischen Fach, der indischen Kunst, zu. Doch der streng wissenschaftlich-theoretische Blick auf das Land erschien ihr irgendwann einseitig. Statt nur in Büchern und Museen zu forschen, wählte sie einen schwierigeren Weg: Sie lebte mit den Menschen in Indien und erhielt so Zugang zur Kultur des heutigen Indien, den Familiengottheiten und Verehrungsritualen der Menschen. Für ihre Forschungen hat Dr. Cornelia Mallebrein den 6. Rabindranath Tagore Kulturpreis 2003 erhalten, der alle drei Jahre von der Deutsch-Indischen Gesellschaft verliehen wird. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wurde geteilt: Der andere Preisträger ist Ludwig Pesch, ein Musikwissenschaftler, Indienexperte und Musiker aus Amsterdam.

Der Rabindranath Tagore Kulturpreis ist nach dem gleichnamigen bengalischen Dichter und Nobelpreisträger von 1913 benannt. Damit werden deutschsprachige Autoren und Kulturschaffende ausgezeichnet, die auf besondere Weise dazu beigetragen haben, einem deutschsprachigen Publikum den Geist und das Leben Indiens näher zu bringen.

Cornelia Mallebrein hat ihre Forschungen in zahlreichen Fotos dokumentiert, die sie auch in ihrem indischen Forschungsgebiet zeigt. Die Ausstellung "Living Gods on Earth" mit Fotografien zu indischen Volks- und Stammestraditionen wurde bereits in mehreren Städten Indiens gezeigt und fand großes Interesse und Zustimmung sowohl bei der Bevölkerung wie auch bei der indischen Presse.
Bei Cornelia Mallebrein mischt sich in die große Freude über die Auszeichnung ein Wermutstropfen: "Das Tübinger 'Sondersammelgebiet' Südasien/Indologie soll geschlossen werden. Das ist ein gravierender Einschnitt für die wissenschaftliche Arbeit in der Indologie. Meine Forschungen wären ohne die Tübinger Universitätsbibliothek nicht möglich gewesen", sagt Cornelia Mallebrein.

Janna Eberhardt

Weitere Informationen:
www.uni-tuebingen.de/indologie
www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pd/pd-2002-11.html

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e-mail an die redaktion © Eberhard Karls Universität Tübingen / Stand 22.12.2003