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Informationen für die Mitglieder der Eberhard Karls Universität Tübingen / TUN Nr. 120: 20.02.2005

Verleihung des Padma Shri Award an Heinrich von Stietencron

Hohe Auszeichnung der indischen Regierung für Verdienste um Land und Menschen

Prof. Dr. Heinrich von Stietencron, Emeritus für Indologie und Vergleichende Religionswissenschaft der Universität Tübingen, wurde mit dem Padma Shri Award der indischen Regierung geehrt. Die Staatsauszeichnung wird nur äußerst selten an Ausländer verliehen, in diesem Jahr erstmalig auch an ausländische Wissenschaftler. Sie wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich in herausragender Weise um das Land und die Menschen Indiens verdient gemacht haben. Prof. von Stietencron erhielt die Auszeichnung für seine jahrzehntelange Lehr- und Forschungstätigkeit zum Subkontinent Indien mit den Schwerpunkten Geschichte, Kultur und Religion.

Prof. Heinrich von Stietencron (r.) bei der Überreichung der Padma Shri Urkunde durch den indischen Botschafter. Foto: Mallebrein



Da er zur Übergabezeremonie im vergangenen Juni nicht nach New Delhi reisen konnte, überreichte ihm der indische Botschafter in Deutschland, T. C. A. Rangachari, die Padma Shri Urkunde und Verdienstmedaille Mitte November in Tübingen bei einem Besuch an der Universität. In seiner Dankesrede wertete Prof. von Stietencron den Preis nicht nur als Auszeichnung seiner eigenen Arbeit, sondern stellte diese in den Rahmen der umfassenden Forschungsarbeit der gesamten Tübinger Fakultät für Kulturwissenschaften, die weltweit für ein tieferes Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturen sorge.

Der Verdienstorden Padma Shri wurde 1954 von der indischen Regierung eingeführt. Die Bezeichnung verweist auf seine Form: die Worte Padma (Lotus) und Shri (ehrwürdig) sind ober- und unterhalb einer offenen Lotusblüte in indischer Devanagari-Schrift eingeritzt. Der Orden ist aus Bronze und Weißgold gearbeitet.

Auch nach seiner Emeritierung (1998) widmet sich Prof. von Stietencron intensiv der indologischen Forschung. Seit 1999 leitet er das Forschungsprojekt »Sakrale Zentren und religiöse Gemeinschaften: Verortung, theologische Legitimation und Bezüge zu politischer Macht« im Rahmen des Orissa Projekts II, einem Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Ziel ist es, die geschichtliche Entwicklung religiöser Gemeinschaften in Orissa zu erforschen und in einem digitalen Kartenwerk darzustellen.

Janna Eberhardt

Informationen zu den Forschungsprojekten im Internet:
www.uni-tuebingen.de/indologie/orissa
www.germanembassy-india.org/en/ germannews04/apr/pg16-17.html

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e-mail an die redaktion © Eberhard Karls Universität Tübingen / Stand 20.02.2005