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Informationen für die Mitglieder der Eberhard Karls Universität Tübingen / TUN Nr. 121

Tobias Unger bei Leichtathletik-Europameisterschaft erfolgreich

Tübinger Student holt Gold über 200 Meter

 

  Tobias Unger auf dem Weg zum
Europameister-Titel. Foto: Chai

Das Jahr 2005 begann gut für Tobias Unger. Der frisch gekürte Leichtathlet des Jahres 2004 konnte zunächst Ende Januar bei den Baden-Württembergischen Hallenmeisterschaften über die 60 Meter und 200 Meter überzeugen, sicherte sich bei den Deutschen Hallenmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast ebenfalls die Titel über diese Distanzen und stellte zudem mit seinen erzielten 20,56 Sekunden über die 200-Meter-Strecke den 21 Jahre alten deutschen Rekord des Leverkuseners Ralf Lübke ein. Zu den Hallen-Europameisterschaften in der spanischen Hauptstadt fuhr der 25-jährige Schwabe als Goldmedaillenhoffnung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes war er doch in diesem Jahr Europas Schnellster über die 200 Meter. Tobias Unger enttäuschte nicht. Er kehrte aus Madrid mit der Goldmedaille und dem Titel des Hallen-Europameisters 2005 über die 200 Meter zurück.

Tobias Unger ist nicht nur der neue Vorzeigeathlet der deutschen Leichtathletik, sondern auch Student am Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen. Seit dem Wintersemester 2004/05 studiert er im Bachelor-Studiengang Sportmanagement. Die Vereinbarung des spitzensportlichen Engagements mit der akademischen Ausbildung ist dabei nicht immer einfach zu realisieren. Training, Vorbereitungslehrgänge, Wettkämpfe, Lehrveranstaltungen und Prüfungen sind unter einen Hut zu bringen keine leichte Aufgabe für den Sprinter, der beim LAZ Salamander Kornwestheim seine sportliche Heimat gefunden hat.

Dabei kommt dem gelernten Bankkaufmann eine Kooperationsvereinbarung der Universität Tübingen mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband zugute, die seit dem Jahr 2000 Bestand hat. Ziel dieser Kooperation ist es, spitzensporttreibende Athleten in ihrem Studium zu unterstützen sowie die Rahmenbedingungen von Universität, sportlicher und sozialer Umwelt der Leistungssportler so zu vernetzen, dass die Athleten in die Lage versetzt werden, sportliche Höchstleistung und ein geregeltes Studium in Einklang zu bringen. Konkret bedeutet dies zum Beispiel., dass die Dozenten flexible Prüfungstermine gewähren, ein zusätzliches Urlaubssemester beantragt werden kann, persönliche Mentoren die Athleten durch ihr Studium begleiten und in Konfliktfällen unterstützen. Andere studentische Hochleistungssportler an der Universität Tübingen können sich hingegen nicht auf eine derartige Vereinbarung berufen. So muss beispielsweise Felix Kühnle, Junioren-Europameister im Karate und Kommilitone von Tobias Unger, persönliche Vereinbarungen mit seinen Dozenten treffen, um beide Aufgaben gleichermaßen bewältigen zu können.

Auch im kommenden Sommersemester muss sich Tobias Unger, der nach schwäbischer Tradition gerade auch noch ein Haus baut, den besonderen Herausforderungen in Studium und Spitzensport stellen. Wichtige Klausuren in Betriebswirtschaftslehre stehen dann auf dem Programm und sein sportliches Ziel, bei den Weltmeisterschaften im August in Helsinki/ Finnland das Finale zu erreichen, muss er im Auge behalten. Wir drücken ihm hierfür die Daumen.

Dr. Verena Burk
Institut für Sportwissenschaft

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e-mail an die redaktion © Eberhard Karls Universität Tübingen / Stand 14.04.2005