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Informationen für die Mitglieder der Eberhard Karls Universität Tübingen / TUN Nr. 121: 14.04.2005

Tübingen ewige Zweite?


Die Universitätsstadt Tübingen ist beim Wettbewerb des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft zum zweiten Mal ins Finale gekommen und zum zweiten Mal knapp, im Fotofinish geschlagen worden. Im vergangenen Jahr siegte Bremen, jetzt Dresden. Natürlich galt die ehrliche Gratulation der Tübinger Delegation den Konkurrenten aus der wunderbaren Stadt in Sachsen.
Unbehagen am Verfahren aber bleibt. So hat der Vorsitzende der Jury gegenüber der Tübinger Delegation und Medienvertretern sinngemäß erklärt: "Tübingen ist ja schon eine Stadt der Wissenschaft und das seit Jahrhunderten, sie braucht den Titel dieses Wettbewerbs ja gar nicht."

Das klingt fast schon wie ein Vorwurf gegenüber den Tübinger Bewerbern, auch noch diesen Preis abzocken zu wollen. Oder: im vergangenen Jahr war die Vergabe an Bremen mit dem Argument begründet worden, dass damit Strukturwandel be- fördert werden solle. Jetzt hieß es, dies sei nur ein Hilfsargument, wenn die Qualität der Bewerbungen gleich sei. Andererseits war die gleich hohe Qualität der Bewerbung allen drei Endrundenteilnehmern ausdrücklich zugesprochen worden. Der Eindruck drängt sich auf, dass ein Standort wie Tübingen für das Programm des Stifterverbandes gar nicht gewollt wurde, nämlich eine kleine klassische Universitäts- stadt, in der Wissenschaft, Bevölkerung und Wirtschaft eng verwoben sind. Originalität und Ideenreichtum zählten da offenbar nicht. Aber dies hätte man frühzeitig schon sagen können und Tübingen nicht als Alibikandidaten für das Finale bemühen müssen.

Was bleibt an Positivem an der Tübinger Beteiligung am Wettbewerb? Die Bestätigung, dass die Tübinger die die zweifellos originellste Bewerbung vorgelegt haben. Die Sommer-Universität im Rahmen des Tübinger Sommers als innovative Form der Zusammenarbeit von Universität, Stadt, Kulturinstitutionen und Wirtschaft. Zahlreiche Ideen für neue Veranstaltungsformen sind geboren worden, man muss sie sich nur zu eigen machen und mit der Arbeit beginnen. Nachzulesen sind sie unter: http://www.tuebingen.de/wissenschaft

Michael Seifert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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e-mail an die redaktion © Eberhard Karls Universität Tübingen / Stand 14.04.2005