| Tübingen ewige Zweite?
Die Universitätsstadt Tübingen ist beim Wettbewerb des Stifterverbandes
für die deutsche Wissenschaft zum zweiten Mal ins Finale gekommen
und zum zweiten Mal knapp, im Fotofinish geschlagen worden. Im vergangenen
Jahr siegte Bremen, jetzt Dresden. Natürlich galt die ehrliche Gratulation
der Tübinger Delegation den Konkurrenten aus der wunderbaren Stadt
in Sachsen.
Unbehagen am Verfahren aber bleibt. So hat der Vorsitzende der Jury gegenüber
der Tübinger Delegation und Medienvertretern sinngemäß
erklärt: "Tübingen ist ja schon eine Stadt der Wissenschaft
und das seit Jahrhunderten, sie braucht den Titel dieses Wettbewerbs ja
gar nicht."
Das klingt fast schon wie ein Vorwurf gegenüber den Tübinger
Bewerbern, auch noch diesen Preis abzocken zu wollen. Oder: im vergangenen
Jahr war die Vergabe an Bremen mit dem Argument begründet worden,
dass damit Strukturwandel be- fördert werden solle. Jetzt hieß
es, dies sei nur ein Hilfsargument, wenn die Qualität der Bewerbungen
gleich sei. Andererseits war die gleich hohe Qualität der Bewerbung
allen drei Endrundenteilnehmern ausdrücklich zugesprochen worden.
Der Eindruck drängt sich auf, dass ein Standort wie Tübingen
für das Programm des Stifterverbandes gar nicht gewollt wurde, nämlich
eine kleine klassische Universitäts- stadt, in der Wissenschaft,
Bevölkerung und Wirtschaft eng verwoben sind. Originalität und
Ideenreichtum zählten da offenbar nicht. Aber dies hätte man
frühzeitig schon sagen können und Tübingen nicht als Alibikandidaten
für das Finale bemühen müssen.
Was bleibt an Positivem an der Tübinger Beteiligung am Wettbewerb?
Die Bestätigung, dass die Tübinger die die zweifellos originellste
Bewerbung vorgelegt haben. Die Sommer-Universität im Rahmen des Tübinger
Sommers als innovative Form der Zusammenarbeit von Universität, Stadt,
Kulturinstitutionen und Wirtschaft. Zahlreiche Ideen für neue Veranstaltungsformen
sind geboren worden, man muss sie sich nur zu eigen machen und mit der
Arbeit beginnen. Nachzulesen sind sie unter: http://www.tuebingen.de/wissenschaft
Michael Seifert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
[Uni Tübingen
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/ Stand 14.04.2005 |