Ehrendoktorwürde für Werner Spies
Der einflussreiche Kunsthistoriker sprach in Tübingen über
Max Ernst
Dem Kunsthistoriker und Kunstkritiker Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Spies
wurde Anfang Februar die Ehrendoktorwürde der Fakultät für
Kulturwissenschaften der Universität Tübingen verliehen. Im
Rahmen der Veranstaltung hielt Spies einen Vortrag zum Thema "Max
Ernst Vox Angelica. Fluchtpunkt der Flucht aus Europa".
In der Verleihungsurkunde heißt es, Spies habe durch seine jahrzehntelangen
Forschungen und grundlegende Publikationen die Sicht der Kunst der klassischen
Moderne mitgeprägt. Als Direktor des Pariser Centre Pompidou habe
er die Umgestaltung und Modernisierung dieses wichtigsten Museums moderner
Kunst konzipiert. Zudem habe sich Spies im Bereich der Kulturvermittlung
zwischen Deutschland und Frankreich sehr verdient gemacht. Nicht zuletzt
habe er als langjähriger Kunstkritiker der Frankfurter Allgemeinen
Zeitung hohe intellektuelle, analytische und stilistische Maßstäbe
gesetzt.
Werner Spies, 1937 in Tübingen geboren, arbeitete nach seinem Studium
der Kunstgeschichte, Philosophie und französischen Literatur in Tübingen,
Wien, Bonn und Paris zunächst für Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen
im Bereich der zeitgenössischen französischen Literatur. Seit
1960 wohnhaft in Paris, hat sich Spies seit Mitte der 1960er Jahre als
Kunstkritiker für die Frankfurter Allgemeine Zeitung hervorgetan,
der mit seinem prägnanten Argumentationsstil eine ganze Generation
von Kunsthistorikern beeinflusste.
Von 1975 bis 2002 war er Inhaber des Lehrstuhls für die Kunst des
20. Jahrhunderts an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Als
Direktor des Centre Pompidou war er von 1997 bis 2000 tätig. Spies
hat als Organisator zahlreicher wichtiger Ausstellungen wiederholt eng
mit der Kunsthalle Tübingen und mit deren Leiter Götz Adriani
zusammengearbeitet. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache
und Dichtung und der Bayrischen Akademie der Schönen Künste
sowie Offizier der französischen Ehrenlegion und Ehrendoktor der
Freien Universität Berlin.
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/ Stand 14.04.2005 |