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Informationen für die Mitglieder der Eberhard Karls Universität Tübingen / TUN Nr. 121: 14.04.2005

7. Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie an Nicholas Teyssandier

Der diesjährige Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie wurde Anfang Februar an Dr. Nicholas Teyssandier von der Abteilung "Préhistoire et Technologie" des CNRS in Nanterre, einer der renommiertesten Forschungseinrichtungen zur Archäologie der Altsteinzeit in Frankreich, verliehen. Der Preis, der von der Firma Ratiopharm gestiftet wird, ist mit 5000 Euro die höchstdotierte jährlich verliehene Auszeichnung auf dem Gebiet der Urgeschichte.

In seiner prämierten Dissertation untersucht Teyssandier die frühesten Spuren des Aurignacien in Europa, einem 28-40.000 Jahre alten Kulturkomplex, der vor allem nach Funden aus Südwestfrankreich definiert wurde und gemeinhin mit den ersten anatomisch modernen Europäern in Verbindung gebracht wird. Er analysiert handwerkliche Funde, zum Beispiel Steinwerkzeuge, aus Ausgrabungsstätten in Bulgarien, Österreich und Deutschland (Geißenklösterle-Höhle/Schwäbische Alb) und kann unter anderem anhand von Vergleichen dieser Funde zeigen, dass das so genannte Aurignacien keine einheitliche Kultur war, vielmehr existierten zeitgleich mindestens drei Ausprägungen.

Nicholas Teyssandier, geboren 1974, begann 1993 in Paris mit dem Studium der Archäologie und nahm im darauffolgenden Jahr an ersten Ausgrabungen in Frankreich teil, die sein Interesse an der international kontrovers geführten Diskussion um die Verbreitung der ersten anatomisch modernen Menschen in Europa weckten. Der Preisträger leistet mit seiner Synthese einen wichtigen Beitrag für das Verständnis der Übergangsphase, in der die Neandertaler in Europa durch anatomisch moderne Menschen abgelöst wurden.

Alexandra Kappler

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e-mail an die redaktion © Eberhard Karls Universität Tübingen / Stand 14.04.2005