Dr. Leopold-Lucas-Preis 2005 an Yosef Hayim Yerushalmi
Der mit 40.000 Euro dotierte Dr. Leopold-Lucas-Preis wird im Jahre 2005
dem Historiker Prof. Dr. Yosef Hayim Yerushalmi verliehen, Salo Wittmayer
Baron Professor of Jewish History an der Columbia University New York.
Die Preisverleihung findet am 10. Mai 2005, um 17.15 Uhr, im Festsaal
der Eberhard Karls Universität statt.
Yosef Hayim Yerushalmi wurde 1932 in New York geboren, studierte an der
Yeshiva University und am Jewish Theological Seminary und wurde 1966 an
der Columbia University promoviert. Er ist Ehrendoktor des Jewish Theological
Seminary of America, des Hebrew Union College, der Universitäten
Haifa und München sowie der École Pratique des Hautes Études,
Paris.
Die wissenschaftlichen Arbeitsgebiete reichen von der biblischen Zeit
bis in die Gegenwart, die beiden herausragenden Forschungsfelder sind
die Geschichte der Juden in Spanien und Portugal im 17. und 18. Jahrhundert
und die Geschichte der Psychoanalyse. Für das letztere Gebiet steht
das ungemein anregende Werk "Freuds Moses", in dem sich Yerushalmi
als subtiler Kenner Sigmund Freuds und der Situation im Wien seiner Zeit
erweist. Die historische Hermeneutik des Preisträgers erschließt
sich in seinem bekanntesten Werk "Zachor: Erinnere Dich!", in
dem Yerushalmi die in der biblischen Zeit begründete und für
die jüdische Geschichte bis heute grundlegende Kultur des Erinnerns
und Vergegenwärtigens entfaltet.
Der Dr. Leopold-Lucas-Preis wurde 1972 von dem am 9. Juli 1998 verstorbenen
Generalkonsul Franz D. Lucas, ehemals Ehrensenator der Eberhard Karls
Universität, zum 100. Geburtstag seines in Theresienstadt umgekommen
Vaters, des jüdischen Gelehrten und Rabbiners Dr. Leopold Lucas gestiftet.
Die Evangelisch-theologische Fakultät vergibt den Preis alljährlich
im Namen der Universität Tübingen.
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/ Stand 14.04.2005 |