SaTüR Deutsch-österreichische Fachtagung
zur "Rhetorikausbildung"
| Organisatoren der Salzburg-Tübinger Rhetorikgespräche:
Prof. Dr. Thomas Schirren (Gräzistik, Salzburg) und Prof. Dr.
Joachim Knape (Allgemeine Rhetorik, Tübingen). Foto: Ulrich Schermaul |
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Zu den ersten Salzburg-Tübinger Rhetorikgesprächen "SaTüR"
trafen sich Anfang Mai Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen,
Berufspraktiker und interessierte Studierende in Tübingen. Veranstalter
der Tagung zum Thema "Rhetorikausbildung" waren Prof. Joachim
Knape von der Universität Tübingen und Prof. Thomas Schirren
von der Universität Salzburg.
Die Teilnehmer diskutierten, ob und wie die Ansprüche der rhetorischen
Theorie und mit denen der Praxis zusammengehen. Konkret wurde darüber
gesprochen, wie sich Rhetorik direkt lehren lässt und wie Rhetorikausbilder
selbst rhetorisch geschult sein können und müssen. Prof. Kienpointner
von der Universität Innsbruck sprach sich dafür aus, die traditionellen
Kataloge zur Argumentfindung, wie sie schon von Aristoteles erstellt wurden,
zu optimieren. Diese rhetorischen Grundlagen sollten seiner Meinung nach
frühzeitig an Schulen und Universitäten eingeübt werden.
Der Rhetoriklehrende Baldur Kirchner sprach von der Rhetorikausbildung
als Persönlichkeitsbildung. Langfristige Glaubwürdigkeit lasse
sich Kirchner zufolge für Redner und Seminarveranstalter nur durch
lebenslanges Optimieren der eigenen Kompetenzen erreichen. Prof. Ulrich
Falk von der Universität Mannheim kritisierte in der abschließenden
Diskussion, dass in vielen Bereichen der Wissenschaft noch die "Mangelware
Mündlichkeit" bestehe und nicht alle auf dem Markt angebotenen
rhetorischen Fort- und Weiterbildungen seriösen Mindeststandards
entsprächen.
Die nächste Tagung in Salzburg wird unter dem Motto "Rhetorik
als Menschenbildung" stehen, in Anlehnung an Baldur Kirchners Tübinger
Vortrag.
Matthias Ernst
Weitere Informationen:
http://www.rhetorikforum.de/rhetorikgespraeche
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/ Stand 23.06.2008 |