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"... und Tubingen
beruhmt gemacht"
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Neu in der Tübinger Münzsammlung: Herzog
Sylvius Friedrichs Medaille auf das 200-jährige Jubiläum
der Tübinger Universität von 1677
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Von der Universitätsgründung
zur Schlesischen Seitenlinie. |
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Gerade passend zur 525-Jahrfeier der Tübinger
Universität konnte die vom Institut für Klassische Archäologie
betreute und mit ihren besten Stücken im Museum Schloss Hohentübingen
ausgestellte Münzsammlung um eine äußerst seltene
Silbermedaille ergänzt werden, die von Herzog Sylvius Friedrich
von Württemberg-Oels im Jahr 1677 aus Anlass des 200-jährigen
Jubiläums der Tübinger Universität ausgegeben wurde.
Mit dem Erwerb - ermöglicht durch Mittel des Universitätsbunds
- ist die älteste der auf die Universität Tübingen
ausgebrachten Jubiläumsmedaillen endlich auch in Tübingen
selbst verfügbar.
Die hochovale Silbermedaille hat ein Gewicht von 15,53 Gramm und
misst 38 mal 32 Millimeter. Auf der Vorderseite ist ein Brustbild
des Herzogs Sylvius Friedrich in einem reich verzierten Harnisch
mit Löwenköpfen an den Schultern und überdeckender
Schärpe dargestellt. Im linken unteren Quadranten beginnt
die einwärts zu lesende Umschrift SYLVI(US) FRID(ERICUS)
D(EI) G(RATIA) DUX WURTEMB(ERGENSIS) TEC(CENSIS) IN SIL(ESIA)
OLS(NENSIS). In etwas kleinerer Anordnung stehen unter der Büste
die Buchstaben IN, die als Initialen des Medailleurs Johann Neidhart
aufzulösen sind.
Sylvius Friedrich stammte aus der Schlesischen Seitenlinie der
Württemberger Herzöge. Die 1647 geschlossene Ehe zwischen
seinen Eltern Herzog Sylvius Nimrod und Herzogin Elisabeth von
Münsterberg-Oels, der Erbin des Fürstentum Oels, wurde
die Grundlage einer fast drei Jahrhunderte andauernden württembergischen
Herrschaft in Schlesien. Der Nürnberger Medailleur und Münzstempelschneider
Johann Neidhart stand seit 1674 in den Diensten der Herzöge
von Württemberg-Oels und schuf für die offensichtlich
sehr auf Repräsentation bedachten Fürsten in den kommenden
drei Jahrzehnten eine bemerkenswert große Zahl von Münzen-
und Medaillen.
Die Rückseite der Medaille zeigt in der oberen Hälfte
einen aus einer Wolke herausragenden Arm, der einen Herzogshut
in die Strahlen der Sonne hält. In der unteren Hälfte
ist ein Polster zu sehen, auf dem ein von Lorbeerzweigen umranktes
Szepter liegt. Die zweizeilige, links oben beginnende und vollständig
ausgeschriebene Umschrift lautet: EBERHARDUS BARBATUS EX UTROQUE
IMMORTALIS – DER HATT DIE HERZOGS WURDE BRACHT 1495. 21.
JULI UND TUBINGEN BERUHMT GEMACHT 1477. 3. JULI. Unter dem Polster
sind schließlich Prägeort und Prägedatum der Medaille
genau benannt: OLS, SILESIORUM. 1677.
Mit der Rückseite der Medaille wird der ferne Vorfahr Eberhard
im Bart (1445-1496) gewürdigt, der ihr zu Folge aus zwei
Gründen unsterblich geworden ist: die Erlangung der Herzogswürde
am 21. Juli 1495 - und damit die territoriale Festigung Württembergs
-, sowie das "Berühmtmachen" Tübingens. Das
genaue Datum 3. Juli 1477 konkretisiert, dass mit dem "Berühmtmachen"
die Gründung der Tübinger Universität gemeint ist.
Das eigens angegebene Prägedatum lässt das Jubiläum
erkennen und verweist auf den Anlass zur Ausgabe der Medaille.
Im Kontext der reichen Medaillenausgabe nicht nur des Sylvius
Friedrich, sondern der Schlesischen Seitenlinie der Württemberger
überhaupt, scheint es, dass das 200-jährige Jubiläum
der Universität Tübingen vor allem zum Anlass genommen
wurde, eine weitere Medaille zum Ruhm des eigenen Stammhauses
herauszugeben. So wurde auch die Festigung des Andenkens an die
großen Leistungen Eberhards im Bart der eigenen Legitimation
dienstbar gemacht.
Reinhard Wolters