Pressedienst Archiv 2006 |
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Pressedienst Forschung Aktuell 01/200610.01.2006 ArchäologieDie italienische Mittelmeerinsel Pantelleria lag zur Zeit der Punischen Kriege, im 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr., im Zentrum des Geschehens: Sie wurde abwechselnd von Karthagern und Römern eingenommen. Die Archäologen Prof. Thomas Schäfer (Tübingen) und Prof. Massimo Osanna (Matera) haben mit ihrem Team einen Siedlungshügel auf Pantelleria aus der punisch-römischen Zeit untersucht. Sie können nun nachweisen, dass sich auf der Spitze ein römischer Podiumstempel befunden hat.
Pressedienst Forschung Aktuell 02/2006PaläontologieIm Nordwesten Chinas, in der Wüstenlandschaft des Junggarbeckens nahe der Stadt Urumqi, hat der Boden Erinnerungsstücke aus der Zeit der Dinosaurier aufbewahrt. Das Team des Tübinger Paläontologen Prof. Hans-Ulrich Pfretzschner untersucht die Knochen und Zähne der jurassischen Tiere, die vor etwa 170 bis 150 Millionen Jahren gelebt haben, und hat einen kleinen fossilen Araukarienwald aus dieser Zeit virtuell rekonstruiert.
Pressedienst Forschung Aktuell 3/2006AnglistikScham ist hoch ansteckend und vielseitig wie kaum ein anderer Affekt. Prof. Ingrid Hotz-Davies untersucht, wie in der englischen Literatur mit dieser besonderen Emotion umgegangen wird. Anhand ausgewählter Texte vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart zeigt sie, wie unterschiedlich Schriftsteller Scham einsetzen, um ihre Leserschaft zu beeinflussen und wie sich die Schaminhalte im Laufe der Zeit verändern.
Pressedienst Forschung Aktuell 4/2006SinologieSeit Jahrhunderten war Taiwan durch Fremdherrschaft geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Bevölkerung der chinesischen Inselprovinz zu einer neuen Identität gefunden. Der Sinologe Stefan Fleischauer erforscht die Wurzeln und Motive der taiwanesischen Unabhängigkeitsbewegung, die sich von der Volksrepublik China abspalten will. Er hält eine militärische Auseinandersetzung zwischen China und Taiwan langfristig für wahrscheinlich...
Pressedienst Forschung Aktuell 5/2006MathematikWie man sich die Welt im Innern der Atome vorzustellen hat, wurde unter Quantenphysikern von Anfang an kontrovers diskutiert. Die vollständige Erklärung der rätselhaften Quantenphänomene scheitert bisher an Einsteins Relativitätstheorie. Nun hat der Mathematiker Dr. Roderich Tumulka einen Weg gefunden, eines der Modelle der Quantenmechanik mit relativistischen Prinzipien zu vereinbaren. In seinem Modell besteht alle Materie aus Materieblitzen.
Pressedienst Forschung Aktuell 6/2006GenetikWenn eine Pflanze ihre Blätter nicht mehr benötigt, lässt sie sie in einem streng kontrollierten Abbauprozess, der so genannten Seneszenz, sterben. Zuvor sichert sie sich jedoch alle Stoffe aus den Blättern, die sie noch gebrauchen kann. Die Tübinger Genetikerin Dr. Ulrike Zentgraf erforscht, welches Signal in Pflanzen die Seneszenz einzelner Organe auslöst und wie der komplizierte Prozess auf genetischer Ebene reguliert wird.
Pressedienst Forschung Aktuell 7/2006BiologieIm Freiland ist die Bindung von Gorillaweibchen an das männliche Leittier der Gruppe bei Weitem stärker ausgeprägt als die Beziehungen zu anderen Weibchen. Die Biologin Dr. Iris Weiche ging davon aus, dass Gorillaweibchen in Zoogruppen andere Verhaltensstrategien entwickeln können. Tatsächlich hat sie festgestellt, dass die Menschenäffinnen in Gefangenschaft häufig untereinander lang andauernde Freundschaften schließen.
Pressedienst Forschung Aktuell 8/2006IslamkundeMinderheiten haben die Tendenz, in weitere Minderheiten zu zerfallen. So waren die Fatimiden nur eine Strömung innerhalb der Ismailiten, die wiederum zur islamischen Minderheit der Schiiten gehören. Ein wichtiges Zeugnis des fatimidischen Ismailitentums bilden die Werke des religiösen Denkers Nâsser-e Khosrow, der im 11. Jahrhundert im Iran gelebt hat. Der Islamwissenschaftler Prof. Lutz Richter-Bernburg erforscht seine Schriften.
Pressedienst Forschung Aktuell 9/2006MykologieDie Pilze sind eine für Laien kaum überschaubare vielfältige Gruppe von Lebewesen und selbst bei Wissenschaftlern immer wieder für eine Überraschung gut. Der Pilzkundler Dr. Michael Weiß hat entdeckt, dass sich innerhalb der Gruppe der Ohrlappenpilze eine Familie ähnlich aussehender Pilze verborgen hat, die genetisch aber deutlich anders ausgestattet sind. Den Sebacinaceen begegnen Forscher seither an den unterschiedlichsten Stellen.
Pressedienst Forschung Aktuell 10/2006KriminologieAls Gang bezeichnen Kriminologen eine Gruppe, die ein gewisses Maß an Organisation aufweist, sich regelmäßig trifft, ein eigenes Gebiet hat und deren Mitglieder in kriminelle Handlungen verstrickt sind. Jugendgangs gibt es auch in Deutschland, sagen die Psychologin Dr. Kerstin Reich und der Soziologe Klaus Bott. Sie erforschen, wie viele und welche Jugendlichen sich Gangs anschließen und welche Struktur diese problematischen Gruppen aufweisen.
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[Uni Tübingen | Aktuell | Onlinearchiv PD | Pressedienstarchiv 2006] © Universität Tübingen Stand: 12.12.2006 |
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