|
[back]
Tübingen, 27. Februar 2006
Theologischer Dialog zwischen Protestanten
und Orthodoxen
Ökumenische Forschungskooperation Sibiu/Hermannstadt-Tübingen
gegründet
Vor kurzem wurde zwischen der Universität Tübingen
und der Lucian-Blaga-Universität Si-biu/Hermannstadt (Rumänien)
ein Kooperationsvertrag unterzeichnet, der den Aufbau eines gemeinsamen
Forschungsinstituts zum Ziel hat. Träger sind die Evangelisch-theologische
Fakultät Tübingen, die Rumänisch-orthodoxe theologische
Fakultät Sibiu/Hermannstadt und die Evangelisch-theologische
Fakultät Sibiu/Hermannstadt.
Als der Tübinger Privatdozent
Stefan Tobler einen Ruf an die evangelische Fakultät in Si-biu/Hermannstadt
annahm, entstand bei ihm die Idee, enger mit den theologischen
Fakultäten seiner
Wahlheimat zu kooperieren. Kurze Zeit später wurden während
des Besuchs einer Tübinger Delegation (Dekan Eilert Herms,
Prof. Bernd Janowski) die inhaltlichen Linien fest-gelegt, die
jetzt in der Forschungskooperation ihre institutionelle Gestalt
gefunden haben.
Ziel der Forschungskooperation ist es, an der Rezeption
der Dialogergebnisse zu arbeiten und wichtige offene Themen zu
bearbeiten. Instrumente
dazu sind gemeinsame For-schungsprojekte, Förderung von Doktorandenstipendien
in Verbindung mit der ÖFHT, Ring-vorlesungen und Symposien, Übersetzungen
und Publikationen. Außerdem ist eine Spezial-bibliothek im
Aufbau. Gleichzeitig soll Raum der Siebenbürgen Sibiu/Hermannstadt,
in dem die deutsche Sprache noch immer von Bedeutung ist, auch
für Gaststudenten an Attraktivität gewinnen.
Bereits
in den Jahren 1573-1581 entstand zwischen dem Patriarchen Jeremias
II von Kon-stantinopel und einigen Tübinger Theologen
(darunter Jakob Andreä und Lukas Osiander) ein mehrfacher
theologischer Briefwechsel, ausgehend von der griechischen Übersetzung
des Augsburger Bekenntnisses. Dennoch kam ein Gespräch über
Fragen der Lehre damals nicht in Gang. Der erste lehramtliche Dialog
zwischen der jungen evangelischen Kirche und der Kirche des Ostens
scheiterte daran, dass die beiden Welten damals in verschiedener
Hinsicht zu weit auseinander lagen.
Heute gibt es sowohl die gemeinsame
Arbeit im Ökumenischen
Rat der Kirchen als auch langjährige Dialogrunden der EKD
mit verschiedenen orthodoxen Kirchen. Trotzdem ist ein wirkliches
Verstehen immer noch nicht leicht in der zusammenwachsenden
Welt jedoch gefordert.
|