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Frauenseite

Scheiße! Zwei Frauenklos und keines für Männer - wo bleibt da die Gleichberechtigung?!!" Diese oder ähnliche Sprüche vernimmt frau/man des öfteren aus dem Munde eines Studenten, der im Erdgeschoß des Instituts für Erziehungswissenschaft (bis vor kurzem) vergeblich nach einem Männerklo sucht(e).
Ob es sich lohnt, am Beispiel der Toiletten über Gleichberechtigung zu diskutieren, sei dahingestellt - es lohnt sich aber auf jeden Fall, so meinen wir, einen Blick auf das Verhältnis von Männern und Frauen am IfE zu werfen. Auf dieser Seite geschieht dies aus dem Blick von Frauen. Schade, daß es keine Männerseite gibt, denn sicher hätte sich der Blick aus Männersicht auch gelohnt ...

Um euch nicht länger auf die Folter zu spannen: die Männer müssen am IfE einen Stock höher aufs Klo, weil sie nur 27,6% der Studierenden ausmachen - stellt euch mal die riesige Schlange vor einem einzigen Frauenklo und die gähnende Leere in dem danebenliegenden Männerklo vor - wäre das denn Gleichberechtigung?!!
Betrachten wir das Verhältnis von Frauen und Männern mal auf verschiedenen Ebenen: Da sind zunächst einmal die Studierenden. Mit einem Anteil von 72,4% sind die Frauen deutlich in der Mehrzahl. Wenn so wenig Männer Pädagogik studieren könnte frau/man ja nun annehmen, daß Männer auch auf Dozierenden-Ebene einen geringen Teil ausmachen. Am IfE lehren insgesamt 31 DozentInnen,davon 13 Frauen und 18 Männer. Krasser wird der Vergleich noch, wenn frau/man zwischen Mittelbau (alle wissenschaftl. Angestellte) und ProfessorInnenschaft unterscheidet: im Mittelbau lehren zwölf Frauen, zehn Männer, bei den ProfessorInnen taucht unter insgesamt neun nur eine (!) Frau auf ... Was also ist los? Warum gibt es immer weniger Frauen, je höher der Qualifikationstitel und je besser die Bezahlung? Sind Männer professioneller und Frauen fauler? Sind Männer geldgeiler und Frauen genügsamer??

Nun ein paar Worte zur Politik am IfE - speziell zur Fachschaftsarbeit und zum Thema Geschlechterparität. Parität als besondere Form der Gleichberechtigung soll das ansonsten nicht unbedingt existierende Verhältnis von 1:1 herstellen. Unter den aktiven Mitgliedern und Mitfrauen der Fachschaft konnten wir dieses Verhältnis in den vergangenen Semestern halten (obwohl 1:1 hier ja wiederum nicht dem realen Zahlenverhältnis der Studierenden am IfE entspricht!). Außerdem war "Geschlechterparität" auch immer wieder Thema in der Fachschaft, und ein wünschenswertes Ziel war und ist es, alle Gremien oder Organisationen mit Fachschaftsbeteiligung paritätisch zu besetzen: angefangen bei geteilter Gesprächsleitung bei Studierenden-Vollversammlungen, über eine halbierte Besetzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Fachschaftsräte-Vollversammlung, bis hin zur Listenbesetzung bei Uni-Wahlen.

Leider ist die Verwirklichung nicht ganz so einfach, was durchaus an Männern wie Frauen gleichermaßen hängt. Woran liegt's? An männlichen Strukturen? An weiblicher Bescheidenheit? An männlichem Machtstreben? An weiblichem Desinteresse? Die Antworten sind nicht so einfach zu geben...

Ein weiterer Bereich, der am IfE auffällt, ist die Sprache. Sprachkultur ist am IfE wichtig, d.h. viele bemühen sich, auch die Frauen in der Sprache sichtbar zu machen, denn sie ist ein wichtiger Teil im Bereich der Gleichberechtigung. Frauen tauchen in unserer Gesellschaft selten in der Sprache auf, dabei nimmt sie jedeR täglich in den Mund - und wenn Frauen nicht einmal in der Sprache auftauchen und wichtig genommen werden, wie soll dann eine Gleichberechtigung in zwischenmenschlichen Beziehungen funktionieren?

Vielleicht ist euch bereits beim Lesen unserer Website aufgefallen, daß es sich anders liest als bspw. die Zeitung. Da ist von DozentInnen anstatt von Dozenten die Rede, "frau" taucht auch neben "man" auf, es gibt auch jede und nicht nur jeder, usw... Das IfE ist ein Raum, in dem Sprache ausprobiert werden kann und auch ernst genommen wird.

Es gibt auch am IfE Menschen, die dies kleinlich finden und sich darüber lustig machen, oder die sagen, daß sie mit "Studenten" NATÜRLICH auch die Frauen meinen. Und wahrscheinlich waren es schon einmal mehr Menschen, die sich um eine faire Sprachkultur bemühten und sie pflegten, aber wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, daß es wieder mehr und immer mehr werden!


Zum Schluß noch ein Überblick, was bzw. wen es am IfE von Frauen für Frauen gibt:


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Stand: 13.07.03