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Auszeichnung für Tübinger Computer Vision Wissenschaftler würdigt Cyber Valley als Vorreiter der KI-Forschung

Erstmals geht der renommierte IEEE PAMI Young Researcher Award an einen deutschen Forscher

Andreas Geiger, Leiter der Forschungsgruppe Autonomes Maschinelles Sehen am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS) und Professor für Learning-based Computer Vision and Autonomous Vision an der Universität Tübingen, erhält den Young Researcher Award des IEEE Pattern Analysis and Machine Intelligence (PAMI) Technical Committee auf der diesjährigen IEEE Conference on Computer Vision and Pattern Recognition (CVPR). Der Preis ist die renommierteste Auszeichnung im Bereich Computer Vision für einen jungen Forscher. Geiger ist der erste Wissenschaftler aus Deutschland, der ihn erhält, und der dritte Forscher in Europa. 

 

„Diesen Preis zu gewinnen bedeutet mir sehr viel, da er die internationale Bedeutung der Arbeit meiner Gruppe anerkennt und zeigt, dass wir auf Augenhöhe sind mit den besten Computer Vision Forschungslabors der Welt", erklärt Geiger.

 

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der renommierte IEEE PAMI Young Researcher Award an einen Wissenschaftler geht, der sowohl am MPI-IS als auch an der Universität Tübingen forscht. Es zeigt einmal mehr, dass die Region Stuttgart-Tübingen – bekannt als Cyber Valley – Weltspitze ist im Bereich künstliche Intelligenz (KI). Cyber Valley ist eine der größten Forschungskooperationen Europas auf diesem Gebiet: Rund um das Neckartal wird außergewöhnliche Forschung auf den Bereichen Computer Vision, Robotik und maschinelles Lernen betrieben. Das MPI-IS nimmt zusammen mit den Universitäten Tübingen und Stuttgart eine international führende Rolle in diesen Forschungsfeldern ein. 

 

„Andreas Geiger hat großen Einfluss auf das Gebiet der Bildverarbeitung und damit auf die Industrie. Er veranschaulicht, worum es bei Cyber Valley geht", sagt Michael Black, Geschäftsführer des Max-Planck-Instituts für intelligente Systeme und Sprecher von Cyber Valley. „Wir gewinnen und halten die besten Köpfe im hart umkämpften KI-Talentepool. Damit bauen wir eine Weltklasse-Gemeinschaft an Wissenschaftlern hier im Cyber Valley auf. Wir stärken die KI-Ausbildung, entwickeln bahnbrechende Technologien und beschleunigen die Akzeptanz der KI in Deutschland". 

 

Der IEEE PAMI Young Researcher Award würdigt Andreas Geiger für seinen herausragenden Beitrag zur Überwindung der Kluft zwischen Computer Vision, Machine Learning und Robotik: Geiger ist der erste Forscher weltweit, der das autonome Fahren als ein herausragendes Gebiet innerhalb dieser Forschungsfelder etabliert hat. Zum einen entwickelt er einige der leistungsfähigsten Modelle zur robusten Lösung anspruchsvoller Bildverarbeitungsaufgaben im Kontext autonomer Systeme, insbesondere in den Bereichen 3D-Rekonstruktion, 3D-Bewegungseinschätzung und 3D-Szenenverständnis. Seine Software ermöglicht es Computern, verschiedene Situationen z.B. im Straßenverkehr zu erkennen und zu klassifizieren. Während die Menschen gelernt haben zu filtern, was wichtig ist, um ein Ziel sicher erreichen zu können, bringen Geiger und sein Team Computern an Bord selbstfahrender Autos bei, worauf es ankommt und was nur eine Blume am Straßenrand ist. Phänomenale Rechenleistung ist hier im Spiel, wenn spezielle Sensoren Millionen von Pixeln pro Sekunde filtern und entsprechende Signale senden, damit das Auto sicher durch den Verkehr kommt. 

 

Zum anderen entwickelt Geiger einige der anspruchsvollsten Datensätze und Benchmarks für die Wahrnehmung autonomer Fahrzeuge. „Meine Recherchen und Datensätze vereinfachen Entscheidungen, die Autofirmen treffen müssen, wenn es darum geht, welche Algorithmen für die Bearbeitung einer Aufgabe geeignet sind", erklärt Geiger. „Unsere Arbeiten zum Szenenverständnis bieten eine Perspektive für wirklich autonomes Fahren ohne spezielle hochauflösende Karten oder teure Laserscanner. Darüber hinaus werden mehrere unserer Algorithmus-Innovationen in Testfahrzeugen rund um den Globus eingesetzt. Zum Beispiel 2013 während der autonomen Fahrt des Forschungsfahrzeugs S 500 Intelligent Drive von Mercedes-Benz, das selbstständig auf den rund 100 Kilometern zwischen Mannheim und Pforzheim fuhr – die Strecke, auf der einst Bertha Benz Geschichte schrieb".

 

Herausragende Forscher wie Geiger, die komplizierte Bilderkennungsalgorithmen schreiben können, sind selten – daher weltweit hoch im Kurs. Die größten Computer- und Autokonzerne befinden sich nämlich derzeit in einem harten Wettbewerb um die besten autonomen Fahrzeuge und konkurrieren deshalb um Experten im Bereich Computer Vision und Künstliche Intelligenz (KI). Geiger jedoch bekennt sich zu Deutschland und Cyber Valley. 

 

„Ich schätze meine Freiheit", sagt Geiger. „Durch die Forschung am MPI-IS und an der Universität Tübingen kann ich meine Forschungsprojekte völlig eigenständig auswählen und die Richtung meiner Forschung jederzeit ändern. Das gibt mir die Möglichkeit, auch mal riskantere Projekte in Angriff zu nehmen. Da Cyber Valley Industrie und Forschungseinrichtungen in einem lebendigen Umfeld zusammenbringt, kann ich zudem meine Kooperationspartner frei wählen. Derzeit arbeiten wir mit der deutschen Automobilindustrie vor Ort zusammen – ein lebhafter Austausch. Wir bringen Engineering und KI-Know-how zusammen, um den Status Quo der Technik voranzutreiben.“

 

Seit März dieses Jahres ist Andreas Geiger Professor am Fachbereich Informatik der Universität Tübingen. Gleichzeitig leitet er die Forschungsgruppe Autonomes Maschinelles Sehen am MPI für Intelligente Systeme. Seit Juni 2016 ist er dort Forschungsgruppenleiter. Bis Februar dieses Jahres war er Gastprofessor in der Computer Vision and Geometry Group an der ETH Zürich in der Schweiz. Zwischen Juni 2013 und Mai 2016 war er Forschungswissenschaftler und Gruppenleiter in der Abteilung für Perzeptive Systeme, geleitet von Direktor Michael Black. Von September 2008 bis Mai 2013 war Geiger wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Mess- und Regelsysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wo er mit einer Dissertation über "Probabilistische Modelle für das Verständnis von 3D-Stadtszenen aus beweglichen Plattformen" promovierte.

 

Geiger erhielt bereits zahlreiche Preise, darunter den Deutschen Mustererkennungspreis der Deutschen Arbeitsgescheinschaft für Mustererkennung (DAGM) und den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Jahr 2017. Im Februar 2015 erhielt er den Preis für die beste Doktorarbeit des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

 

CVPR gilt als die führende Konferenz für Computer Vision und Mustererkennung weltweit.  Geiger wurde während der Konferenz, die in Salt Lake City in Utah stattfindet, als einer von zwei Preisträgern mit dem IEEE PAMI Young Researcher Award ausgezeichnet. Der andere Gewinner ist Kaiming He, Research Scientist bei Facebook AI Research. 

 

Mehr über CVPR 2018 erfahren Sie unter: http://cvpr2018.thecvf.com/

 

Um mehr über das Cyber Valley zu erfahren, besuchen Sie: www.cyber-valley.de

 

Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme