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Deutscher Botschafter in Gabun zu Besuch an der Universität

Der deutsche Botschafter in Gabun, Burkhard Ducoffre, hat bei einem Vortrag an der Universität Tübingen die Chancen in der Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika betont. Es gebe zahlreiche Signale der Hoffnung in Afrika, sagte Ducoffre bei seinem Besuch am Donnerstag im Großen Senat der Universität. Dazu zähle das Entstehen einer afrikanischen Mittelschicht, mit der sich die Hoffnung auf eine stabile wirtschaftliche Entwicklung verbinde.

 

Ducoffre plädierte für einen differenzierten Blick auf Afrika. So sei in Europa nur den wenigsten bewusst, dass sechs von zehn der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften sich auf dem afrikanischen Kontinent befänden. Dies biete Anlass für „eine neue Sicht auf unseren Nachbarkontinent“, sagte der Botschafter. Um die ungeregelte Migration von Afrika nach Europa zu kanalisieren, benötige die afrikanische Jugend allerdings nicht nur gute Bildungs- und Ausbildungsperspektiven, sondern auch die Aussicht auf adäquate Arbeitsverhältnisse in ihren Heimatländern.
 
Der Diplomat würdigte die wichtige Rolle der Universität Tübingen in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Gabun. Gesundheit sei „eine tragende Säule der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern“. Hier spiele insbesondere die Zusammenarbeit zwischen der Tübinger Tropenmedizin und dem Centre de Recherches Medicales de Lambaréné in der Erforschung von Ebola, Malaria und Tuberkulose eine ganz wesentliche Rolle.

 
Ducoffre verwies auf gemeinsame politische Ziele von Deutschland und Gabun. So seien Umwelt- und Klimaschutz zwei der wichtigsten Themenfelder auch der gabunischen Politik. Die Regierung von Staatspräsident Ali Bongo unternehme große Anstrengungen zum Schutz des tropischen Regenwaldes, der große Teile Gabuns bedeckt. Zudem sei die Regierung aktuell dabei, vor den Küsten Gabuns das größte Meeresschutzgebiet Afrikas zu schaffen, ein Areal, das mit  53.000 Quadratkilometern etwa fünfmal so groß sei wie das Wattenmeer und Lebensraum für Delphine, Wale und Meeresschildkröten biete.     
  

Karl G. Rijkhoek