Uni-Tübingen

attempto online

14.05.2018

Max-Planck-Gesellschaft benennt Schiff nach Tübinger Forscher Eugen Seibold

Würdigung für Begründer der modernen marinen Geowissenschaften in Deutschland

Schiffstaufe in Kiel. Foto: Jan Steffen/GEOMAR.
Schiffstaufe in Kiel. Foto: Jan Steffen/GEOMAR.

Vertreter von Wissenschaft und Forschung haben am 11. Mai in Kiel an der Taufe des neuen Forschungsschiffs „Eugen Seibold“ teilgenommen. Benannt ist die hochseetaugliche Yacht, die vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz betrieben wird, nach dem früheren Tübinger Geologen Eugen Seibold, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Seibold, der von 1953 bis 1958 Professor für Allgemeine und Angewandte Geologie an der Universität Tübingen war, gilt heute als Begründer der modernen marinen Geowissenschaften in Deutschland.


Das 22 Meter lange Forschungsschiff bietet Platz für vier bis sechs Wissenschaftler sowie zwei bis vier Crewmitglieder. Es ist ausgerüstet für die punktuelle und kontinuierliche biologische, chemische und physikalische Beprobung von Luft, Meerwasser und Plankton. Über eine spezielle Konstruktion auf dem Achterdeck können Proben aus einer Wassertiefe von bis zu 2.500 Meter entnommen werden. Als Segelschiff mit einem Rumpf aus Kunststoff und einem extra entwickelten Hybridantrieb kann die „Eugen Seibold“ völlig kontaminationsfrei Proben nehmen. Zudem können die Proben in einem Reinraumlabor teilweise bereits vor Ort ausgewertet werden.


Mehrere Festredner würdigten am Freitag den Beitrag Seibolds für die marinen Geowissenschaften. „Eugen Seibold war ein Visionär. Es ist im Wesentlichen ihm zu verdanken, dass in Deutschland eine leistungsfähige und international anerkannte Meeresforschung aufgebaut wurde“, sagte Professor Gerald Haug, Klimageologe und Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie. Das 3,5 Millionen Euro teure Forschungsschiff wurde von der Werner Siemens-Stiftung finanziert, die auch der Universität Tübingen eng verbunden ist. Die erste Forschungsreise der „Eugen Seibold“ ist für den Winter 2018 auf dem Nordatlantik geplant.

Karl G. Rijkhoek

Zurück