Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2018: Forschung

Neues DFG-Graduiertenkolleg – ein SFB und ein DFG-Graduiertenkolleg verlängert

Im neuen Graduiertenkolleg „MOMbrane“ forschen Doktorandinnen und an der mitochondrialen Außenmembran (MAM)

Die Universität Tübingen erhält ein neues Graduiertenkolleg: der Forschungsverbund „MOMbrane“ wird ab April 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)  für insgesamt 4,5 Jahre gefördert. Sprecher ist Professor Doron Rapaport vom Interfakultären Institut für Biochemie.

 

In dem Kolleg zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses forschen Doktorandinnen und Doktoranden aus der Biochemie, Zellbiologie, Strukturbiologie, Biophysik und Proteomik an der mitochondrialen Außenmembran (MAM). Sie bildet die Grenzfläche zwischen dem Organell und dem Rest der Zelle und spielt eine zentrale Rolle in vielen gesamtzellulären Prozessen. Sind die MAM oder die darin enthaltenen Proteine defekt, können sie Krankheiten hervorrufen. Das Kolleg will Dynamik und Funktion auf Ebene der MAM interdisziplinär untersuchen und sowohl die Zusammenhänge dieses biologischen Systems besser verstehen als auch, wie genau Krankheiten aufgrund defekter zellulärer Prozesse entstehen können.

 

Es kooperiert mit dem Weizmann Institut für Wissenschaften in Israel (WIS) ‒ die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler werden von je einen Mentor aus Tübingen und aus dem WIS betreut.

Das Phänomen der Ambiguität

Verlängert wurde das Graduiertenkolleg 1808 „Ambiguität ‒ Produktion und Rezeption“. Seit 2013 erforschen hier Tübinger Doktorandinnen und Doktoranden aus der Linguistik, Literaturwissenschaft und weiteren geisteswissenschaftlichen Fächern das Phänomen der Ambiguität. Durch die interdisziplinäre Herangehensweise sollen die Effekte von Ambiguität in der Kommunikation erfasst und beschrieben werden: Warum gelingt sie trotz ‒ und auch aufgrund ‒ von Mehrdeutigkeit? Und welche Faktoren führen dazu, dass Kommunikation wegen eben dieser Merkmale scheitert? (Sprecher: Professor Matthias Bauer, Englische Philologie).

Homepage: http://www.uni-tuebingen.de/de/34380

SFB 1101 verlängert

Arabidopsis-Pflanzen (Schaumkresse), im Gewächshaus am Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP), Universität Tübingen, Deutschland. Bild: Gunther Willinger/Universität Tübingen
Arabidopsis-Pflanzen (Schaumkresse), im Gewächshaus am Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP), Universität Tübingen, Deutschland. Bild: Gunther Willinger/Universität Tübingen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1101 „Molekulare Kodierung von Spezifität in pflanzlichen Prozessen“ an der Universität Tübingen verlängert. Der Forschungsverbund erhält beginnend mit dem 1. Januar 2018 insgesamt weitere rund zehn Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren.

 

Der SFB besteht seit April 2014 und wird federführend vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) geleitet. Künftig sind hier in mehr als 20 Teilprojekten und Serviceeinheiten 15 Forschergruppen des ZMBP, je eine Gruppe des Instituts für Physikalische und Theoretische Chemie (IPTC) und des Interfakultären Instituts für Biochemie (IFIB) der Universität Tübingen sowie zwei Gruppen des Max Planck Instituts für Entwicklungsbiologie, fünf Gruppen des Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg und eine Gruppe der Universität Hohenheim beteiligt. Sprecher ist der Pflanzenphysiologe Professor Klaus Harter (ZMBP).

 

„In der zweiten Förderperiode werden wir weitere Forschergruppen integrieren, die ergänzende inhaltliche Expertise auf dem Gebiet des pflanzlichen Proteintransports, der pflanzlichen Entwicklungsbiologie und Anpassungskapazität an abiotische und biotische Umweltfaktoren einbringen“, sagt Klaus Harter. „So wollen wir dem Verständnis näherkommen, wie Pflanzen tatsächlich funktionieren und sich in ihrem molekularen ‚Way of life‘ grundsätzlich von anderen Lebewesen unterscheiden.“ Vom methodischen Standpunkt aus gesehen wolle man künftig in die Lage sein, den pflanzlichen „Nanomaschinen“ in der lebenden Pflanzenzelle bei der Arbeit zusehen und ihre Funktion auch mit Hilfe von Computational Modelling ermitteln zu können.

 

Antje Karbe