Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2018: Forschung

Neue Studie „Angriffe auf Wissenschaftler und auf die Wissenschaftsfreiheit“

Wie können Wissenschaftler durch Prävention, Intervention, Nachsorge und Kommunikation unterstützt werden?

Beleidigungen und Bedrohungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die bestimmte Forschungen betreiben oder in der Lehre eine bestimmte wissenschaftliche Meinung äußern, können für die betroffenen Personen und für ihr berufliches und privates Umfeld ein ernstes Problem darstellen. Darüber hinaus können derartige Vorfälle einen Angriff auf die verfassungsrechtlich garantierte Wissenschaftsfreiheit bedeuten, wenn die Betroffenen unter diesem Eindruck eine geplante Forschung unterlassen oder sich zu einem Thema wissenschaftlich nicht äußern.

 

Diesem auch für die Universität Tübingen aktuellen Thema will Professor Dr. Rüdiger Wulf vom Institut für Kriminologie in einer empirischen Studie „Angriffe auf Wissenschaftler und auf die Wissenschaftsfreiheit“ nachgehen. Das Vorhaben schließt an eine eingehende allgemeine Untersuchung zur Sicherheit an der Universität Tübingen an, welche die Tübinger Kriminologen Hans-Jürgen Kerner, Jörg Kinzig und Rüdiger Wulf im Jahr 2012 vorgelegt haben. Geplant ist zunächst eine anonymisierte Online-Umfrage bei allen Tübinger Professorinnen und Professoren, um sich einen quantitativen Überblick über das genannte Problem zu verschaffen. Darauf aufbauend sollen, wenn möglich, qualitative Interviews mit direkt Betroffenen erfolgen. Ein Bild der objektiven Lage und eine Erfassung des Sicherheitsgefühls der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen sollen das empirische Ergebnis der Studie sein.

 

Die explorative Untersuchung möchte zeigen, ob und ggf. wo derartige Angriffe an der Universität Tübingen ein Problem sind. Bei entsprechenden Erkenntnissen stellt sich zudem die Frage, wie in der Wissenschaft tätige Personen durch Prävention, Intervention, Nachsorge und Kommunikation unterstützt werden können. Auch dazu will die Studie Anregungen geben.

 

Das Rektorat der Universität Tübingen begrüßt das Forschungsprojekt. Die Studie ist interdisziplinär und betritt wissenschaftliches Neuland. Vorgesehen ist eine Kooperation mit dem Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) und mit dem Zentrum für Evaluation und Qualitätsmanagement (ZEQ).

 

Jörg Kinzig

Kontakt:

Rüdiger Wulf

c/o Institut für Kriminologie der Universität Tübingen, Sand 7, 72076 Tübingen

Email: wulf[at]jura.uni-tuebingen.de Internet: www.jura.uni-tuebingen.de/wulf