Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2018: Forum

Sustainability Lecture und Verleihung der Nachhaltigkeitspreise 2017

Rede des indischen Umweltaktivisten und Autors Satish Kumar zum Thema „Soil, Soul, Society – how to bring environment, spirituality and humanity togehter“

Ende November 2017 wurde zum siebten Mal der Nachhaltigkeitspreis für Abschlussarbeiten an der Universität Tübingen vergeben. Kanzler Dr. Andreas Rothfuß betonte dabei in seiner Ansprache, dass Nachhaltige Entwicklung in einem größeren Zusammenhang als nur in Umwelt- und Klimaschutz gesehen werden müsse. „Denn die Kernfrage lautet hier: Wie können wir die Gesellschaft so gestalten, dass alle Menschen weltweit die Chance auf ein gutes Leben haben – heute und in nachfolgenden Generationen?“. Im Anschluss an die Übergabe der Urkunden stellten die sieben Preisträgerinnen und Preisträger der Nachhaltigkeitspreise ihre Abschlussarbeiten in kurzen Präsentationen vor; ausgezeichnet wurden dieses Jahr zwei Bachelor- und vier Masterarbeiten.

Von links nach rechts: Kanzler Dr. Andreas Rothfuß, Birka Zapf, Rouven Nagel, Prof. Dr. Thomas Potthast (Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)
Von links nach rechts: Kanzler Dr. Andreas Rothfuß, Birka Zapf, Rouven Nagel, Prof. Dr. Thomas Potthast (Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)
von links nach rechts: Prof. Dr. Thomas Potthast, Kanzler Dr. Andreas Rothfuß, Matthias Kerr, Christine von Guilleaume, Martina Müller, Carina Fromm, Benedikt Wimmer (Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)
von links nach rechts: Prof. Dr. Thomas Potthast, Kanzler Dr. Andreas Rothfuß, Matthias Kerr, Christine von Guilleaume, Martina Müller, Carina Fromm, Benedikt Wimmer (Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen)

Sustainability Lecture zum Thema „Soil, Soul, Society – how to bring environment, spirituality and humanity togehter“

Die Sustainability Lecture 2017 hielt der indische Umweltaktivist und Autor Satish Kumar zum Thema „Soil, Soul, Society – how to bring environment, spirituality and humanity togehter“. In seiner Rede betonte Kumar das Zusammenspiel von Natur und menschlichem Leben. Die Natur sei keine Ressource, welche für wirtschaftlichen Profit und höhere Löhne immer weiter ausgebeutet werden könne, sondern Quelle des Lebens. Wenn ihre Bestandteile Feuer, Wasser, Erde und Luft sich im Gleichgewicht befänden, dann könne auch der Mensch gut leben, da er aus denselben Teilen bestehe: Feuer für Leidenschaft und Liebe, Wasser, da der menschliche Körper zu 70 Prozent daraus besteht, Erde, weil alles, was der Mensch isst, aus der Erde kommt, und Luft, die die Menschen zum Atmen brauchen.


Verschmutzten die Menschen zum Beispiel die Luft, so müssten sie sie trotzdem atmen, vergifteten sie das Wasser, benötigen sie es trotzdem zum Leben. Dieses ausgeklügelte Gleichgewicht sei von uns als Menschen gestört und durcheinandergebracht wordem und könne deshalb auch nur von den Menschen wieder ins Lot gebracht werden. Auch wenn dies noch so schwierig erscheine, so sei doch kein Problem unlösbar und könne durch Betrachtung des Wesentlichen an den Wurzeln gepackt werden. – „Denn das Genie vereinfacht und handelt!“, so Kumar Eine wichtige Rolle für diesen Wandel müsse von den Universitäten kommen, da sie viele der heutigen Entscheiderinnen und Entscheider ausgebildet haben, die für die momentane Situation auf der Erde verantwortlich seien. An den Universitäten müsse eine holistische Perspektive gelehrt werden, die nicht nur ökonomische Faktoren miteinbeziehe, sondern die Studierenden lehre, wie wichtig das natürliche Gleichgewicht ist. Denn Satish Kumar ist sich sicher: Wenn jeder Mensch einen Teil zu diesem Wandel beiträgt, könnte gemeinsam auch eines der größten Probleme gelöst werden und für die jetzige wie auch die kommenden Generationen die Welt wieder zu einem lebenswerten Ort gemacht werden.

Maximilian von Platen