Pressemitteilungen

25.10.2017 14:21

Neue Professorinnen und Professoren an der Universität Tübingen

Eine Kurzvorstellung

Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in den vergangenen Monaten den Ruf an die Universität Tübingen angenommen. Im Folgenden möchten wir sie Ihnen kurz vorstellen. Weitere neue Professoren des vergangenen Jahres werden in attempto online porträtiert unter http://www.uni-tuebingen.de/de/62174?tx_ttnews[tt_news]=47906.

Juniorprofessor Dr. Matthew Gardner
Juniorprofessur für Musikwissenschaft (Philosophische Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität TübingenDr. Matthew Gardner ist zum Wintersemester 2017/18 auf eine Juniorprofessur für Musikwissenschaft berufen worden. Er studierte von 2000 bis 2003 Musik an der Universität Newcastle upon Tyne mit den Schwerpunkten Musikwissenschaft, Orgel und Cembalo. Nach einem Aufbaustudium in Musikwissenschaft und Anglistik promovierte er 2007 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg über Handel and Maurice Greene’s Circle at the Apollo Academy: the Music and Intellectual Contexts of Oratorios, Odes and Masques. In der Dissertation untersuchte er den intellektuellen Kontext (Literatur, Philosophie, Politik, Identität) der Werke von Georg Friedrich Händel und verglich sie mit Werken dessen englischer Zeitgenossen, wie Maurice Greene, John Stanley, William Boyce und Michael Christian Festing.

 

Seit 2007 war er am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg tätig. Von 2011 bis 2014 war er Projektleiter im Forschungsprojekt „The Business of Singing in England 1660–1760“, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Anschließend wurde er Arbeitsstellenleiter des Forschungsprojekts „OPERA – Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, angesiedelt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.


Gardners Forschungsschwerpunkte liegen in der englischen Musik. Insbesondere interessiert er sich für Georg Friedrich Händel und dessen Zeitgenossen, englische Sängerinnen und Sänger von 1660 bis 1760 sowie Editionspraxis und Aufführungspraxis. Darüber hinaus forscht er zur Musik der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und deren intellektuellem Kontext aus Politik, nationaler Identität, Religion, Kunst und Literatur. Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Professor Dr. Kamran Ghoreschi
Professur für Dermatologie mit Schwerpunkt Allergologie und Immunologie (Med. Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität TübingenProfessor Kamran Ghoreschi (geb. 1970) wurde von der Medizinischen Fakultät auf eine Professur für Dermatologie mit Schwerpunkt Allergologie und Immunologie berufen. Die medizinische Ausbildung Ghoreschis begann an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Im Jahr 2000 erhielt er die Approbation als Arzt und promovierte 2001 über die Funktion von Immunzellen im Dünndarmepithel. 2003 wurde er Laborleiter an der Universitäts-Hautklinik in Tübingen. 2006 beendete er die Facharztausbildung für Haut- und Geschlechtskrankheiten und übernahm die Leitung des Psoriasis-Studienzentrums am Universitätsklinikum Tübingen. Dort erforschte und behandelte er die Psoriasis-Krankheit (Schuppenflechte) und war an der Entwicklung neuer Therapiestrategien beteiligt. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt an den National Institutes of Health (NIH) in den Vereinigten Staaten habilitierte er sich 2011 über „Immunmodulation als Therapie für T Zell-mediierte Autoimmunkrankheiten“. Darin entwickelte er neue Behandlungsmethoden für Autoimmunerkrankungen, also Krankheiten bei denen das Immunsystem aufgrund einer Fehlfunktion körpereigene Strukturen angreift, beispielsweise Multiple Sklerose oder Schuppenflechte. Seither war er als Oberarzt und leitender Oberarzt an der Universitäts-Hautklinik Tübingen tätig und forschte unter anderem zu immunologischen und molekularen Mechanismen von Entzündungskrankheiten. Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Juniorprofessorin Dr. Julia Hapke
Juniorprofessur für Fachdidaktik des Sports (Wirtschafts- und Sozialw. Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität TübingenDr. Julia Hapke (geb. 1984) wurde zum Wintersemester 2017 auf eine Juniorprofessur für Fachdidaktik des Sports am Institut für Sportwissenschaft berufen. Hapke studierte in Mainz Sport und Deutsch für das Lehramt an Gymnasien. Nach dem ersten Staatsexamen war sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena am Lehrstuhl für Sportpädagogik und Sportdidaktik tätig. Anschließend promovierte sie 2016 im gleichen Fachbereich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Für ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Erziehender Sportunterricht zwischen Anspruch und Wirklichkeit – eine differenzanalytische Untersuchung zur Umsetzung pädagogischer Perspektiven“ untersuchte sie, wie und warum zentrale normative Leitideen der sportdidaktischen Diskussion in der Praxis von Sportlehrenden umgesetzt – beziehungsweise nicht umgesetzt – werden. Parallel zur universitären Laufbahn war sie als Lehrkraft an verschiedenen Schulen in Hessen und Bayern tätig.

 

In ihrer Forschung beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit der Professionalität und Professionalisierung von Sportlehrenden, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung und Gestaltung von Lehramtsstudiengängen. Bildungswissenschaftliche und sportdidaktische Konzepte wie Kompetenzorientierung und Mehrperspektivität stehen dabei im Fokus ihrer sowohl normativen als auch empirischen Zugänge. Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Professor Dr. Stefan Huber
Professur für Bürgerliches Recht, Zivilprozess- und Insolvenzrecht, Europäisches und Internationales Privat- und Verfahrensrecht (Juristische Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität TübingenProfessor Stefan Huber (geb. 1975) ist zum August 2017 auf eine Professur für Bürgerliches Recht, Zivilprozess- und Insolvenzrecht, Europäisches und Internationales Privat- und Verfahrensrecht an die Juristische Fakultät berufen worden. Er wechselt von der Leibniz Universität Hannover nach Tübingen. Dort hatte er seit 2014 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung inne und war Direktor des Instituts für Internationales Recht. Im Zentrum seiner Forschungsinteressen steht die Behandlung grenzüberschreitender Sachverhalte, die privatrechtliche Fragestellungen aufwerfen.

 

Seine juristische Ausbildung begann er an der Universität zu Köln und der Universität Paris I (Panthéon-Sorbonne), wo er die Maîtrise en Droits Français et Allemand erwarb. Anschließend wechselte er an die Universität Heidelberg, legte dort 2001 das erste juristische Staatsexamen ab und war bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht. In seiner Dissertation ging er der Frage nach, wie für Zivilverfahren mit grenzüberschreitendem Charakter Modellregeln entwickelt werden können, die der Internationalität des Rechtsstreits angemessen Rechnung tragen. Das Referendariat absolvierte er unter anderem beim 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart, der auf internationale Rechtsstreitigkeiten spezialisiert ist. Anschließend kehrte er an die Universität Heidelberg zurück und habilitierte sich 2014 mit einer Arbeit zur Erfüllungshaftung Vertragsfremder. Stefan Huber ist Mitglied einer internationalen Arbeitsgruppe zu Prozessrechtsvergleichung und Sekretär der Fachgruppe Zivilrecht bei der Gesellschaft für Rechtsvergleichung. Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Professorin Dr. Claudia Mayer
Professur für Bürgerliches Recht, Deutsches und Internationales Zivilverfahrensrecht (Juristische Fakultät

Foto: Pierre Bounin/Universität TübingenProfessorin Claudia Mayer (geb. 1984) ist zum Sommersemester 2017 auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches und Internationales Zivilverfahrensrecht berufen worden. Sie war zuletzt als Akademische Rätin an der Universität Passau tätig.

 

Mayer studierte Jura mit Schwerpunkt Zivilrechtspflege in Passau. Nach dem ersten Staatsexamen promovierte sie über die „Sicherheitsleistung durch Bankbürgschaft im Zivilprozess“. Danach legte sie 2011 das zweite Staatsexamen ab. Bei einem anschließenden Masterstudium an der University of Chicago erweiterte sie ihr Wissen über nationales Recht um eine internationale Perspektive.

 

In ihrer Habilitation behandelte Mayer das Thema „Haftung und Paarbeziehung – Ein Beitrag zu den Rechtspflichten in familienrechtlichen Lebensgemeinschaften und den Haftungsfragen im Innen- und Außenverhältnis“. Gleichzeitig erwarb sie die Lehrerlaubnis für Bürgerliches Recht, Zivilverfahrensrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit nationalem und internationalem Zivilverfahrensrecht und Familienrecht. Mayer wurde unter anderem mit einem Preis für gute Lehre ausgezeichnet und engagierte sich in der Vergangenheit im Bereich der Nachwuchsförderung insbesondere der studentischen Rechtsberatung der Universität Passau. Foto: Pierre Bounin/Universität Tübingen

Professor Dr. Martin Seeleib-Kaiser
Professur für Vergleichende und Angewandte Politikfeldanalyse (Wirtschafts- und Sozialw. Fakultät

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität TübingenProfessor Martin Seeleib-Kaiser (geb. 1964) tritt zum Wintersemester 2017 eine Professur für Vergleichende und Angewandte Politikfeldanalyse an. Zurzeit ist Seeleib-Kaiser noch Barnett Professor für Vergleichende Sozialpolitikforschung und Politikwissenschaft an der Universität Oxford sowie Gastwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin. Er beschäftigt sich vor allem mit Fragen der vergleichenden Sozialpolitikforschung unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Rechte von EU-Bürgern. Zuvor hat er unter anderem Forschungsprojekte zu Fragen der Globalisierung und Sozialpolitik, dem Wechselspiel zwischen öffentlicher und privater Absicherung sowie der Bedeutung von politischen Parteien für den Wohlfahrtsstaat durchgeführt. Von 2008 bis 2012 hat er die EU-Kommission als Mitglied des Expertennetzwerks für Sozialschutz beraten.

 

Seeleib-Kaiser hat von 1984 bis 1989 Politikwissenschaften, Amerikanistik und Öffentliches Recht an der Ludwigs-Maximilian-Universität München studiert. 1992 promovierte er dort über Entscheidungsprozesse in der US-amerikanischen Sozialpolitik. Von 1993 bis 2002 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, währenddessen ging er von 1999 bis 2002 als Gastdozent des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an die Duke University in Durham, USA. Nach seiner Rückkehr aus den USA arbeitete er bis 2004 als Wissenschaftlicher Assistent und Privatdozent am Zentrum für Sozialpolitik und dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Bremen. 2003/04 hatte er eine Vertretungsprofessur für Sozialpolitik an der Universität Bielefeld inne. Seit 2004 lehrt und forscht Seeleib-Kaiser an der Universität Oxford. Zudem war er Gastwissenschaftler an einer Reihe internationaler Universitäten und Forschungsinstitute, unter anderem an der George Washington University (USA), der Shizouka University (Japan), der Aalborg University (Dänemark) und dem Wissenschaftszentrum Berlin. Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Juniorprofessorin Dr. Kristina Strohmaier
Juniorprofessur für Public Economics (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität TübingenKristina Strohmaier (geb. 1989) wurde zum Wintersemester 2017 auf die Juniorprofessur für Public Economics berufen. Sie erwarb an der Universität Hohenheim zwei Masterabschlüsse, in Economics sowie in Management, ehe sie 2015 als Doktorandin an die Ruhr-Universität Bochum wechselte. Ihre Dissertation „Essays on Public Economics and Policy“ umfasste vier empirische Beiträge im Bereich der Steuer- und Bildungspolitik. Seit 2015 war sie zudem Lehrbeauftrage an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, seit 2016 forschte und lehrte sie auch an der Universität Hohenheim.

 

In ihrer Forschung beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit Steuerwettbewerb und Steuerhinterziehung von Individuen wie auch Firmen, insbesondere in Entwicklungsländern. Außerdem interessiert sie sich für Fragen der Bildungsökonomik und untersucht dort die Wirtschaftlichkeit von Bildungsausgaben, mit Fokus auf der optimalen Ausgestaltung von Schulübergangsregelungen. In diesem Kontext untersucht sie auch die Effizienz eines dreigliedrigen Schulsystems im Vergleich zu einem Gesamtschulsystem. Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Professor Dr. Hong Yu Wong
Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Kognitionswissenschaft (Philosophische Fakultät)

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität TübingenProfessor Hong Yu Wong wurde zum Wintersemester 2017 auf eine Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Kognitionswissenschaft berufen. Wong ist in Singapur geboren und studierte in London Philosophie. 2009 machte er seinen Ph.D. in Philosophie unter dem Titel „The Intimate Connexion: Bodily Awareness and Bodily Agency“. Darin beschäftigte er sich mit Körperbewusstsein und Körper-Agency. Als Körper-Agency wird die individuelle Handlungsfähigkeit bezeichnet, die von persönlichen, sozialen oder technischen Möglichkeiten bestimmt wird.

 

Wong ist seit 2010 Nachwuchsgruppenleiter am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und forscht dort unter anderem an Phänomenen wie Bewusstsein, Wahrnehmung und Aktion, Körperwahrnehmung und Rationalität. In einem interdisziplinären Ansatz bringt er dabei philosophische und neurowissenschaftliche Perspektiven zusammen. Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Kontakt:

Dr. Karl G. Rijkhoek
Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Telefon +49 7071 29-76788
karl.rijkhoek[at]uni-tuebingen.de

 

 

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Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung

 

Antje Karbe
Pressereferentin
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