Collegium Musicum

Pressespiegel des Akademischen Chors

Kinderkonzert mit Carl Orff: Carmina Burana am 30. Juni 2013

(C) Schwäbisches Tagblatt, 01.07.2013

Konzert vom 05.06.2011 Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem

Konzert in der Stiftskirche Tübingen gemeinsam mit dem Universitätschor Innsbruck und dem Akademischen Orchester Tübingen

Konzert - Der neue Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung überzeugte bei seinem Einstand mit Brahms’ Requiem

Ein sehr guter Anfang

VON HANS-JÖRG LUN; Reutlinger Generalanzeiger, 07.06.2011

TÜBINGEN. Mit seinem »Deutschen Requiem« schuf Brahms aus Bibelzitaten in deutscher Sprache ein Werk, das vielfältige Beziehungen etwa zum lateinischen Requiem und zur protestantischen Trauermusik aufweist, sich als Gattung jedoch einer eindeutigen Zuordnung entzieht und gerne als Chorsinfonie bezeichnet wird. Das siebenteilige Werk, 1896 in Leipzig uraufgeführt, trat zuvorderst im deutschen Sprachraum trotz Skepsis konservativer Kritik einen Siegeszug an, der bis heute anhält. Schumanns fortschrittliche »Allgemeine Musikzeitung« etwa spricht von einem Werk, das mit einer gelungenen Aufführung überall durchschlagen wird: »… eine Musik von unbeschreiblicher Neuheit, Kraft und Frische, ein modernes Meisterwerk, wie wir es seit Langem ersehnt haben«.

Philipp Amelung, als Universitätsdirektor und Dirigent designierter Nachfolger des tragisch verunglückten Tobias Hiller, der die Aufführung dieses Werks schon geplant hatte, erreichte durch eine anfänglich meditative Stille in der voll besetzten Stiftskirche eine hohe Aufnahmebereitschaft. Seine Präsenz, ausgedrückt in einem konzentriert klaren und unmissverständlichen Dirigat, fand seine Entsprechung in der motivierten Sing- und Spiellaune des Chors und Orchesters. Die unterschiedlichen Affekte der Sätze gelangen auf Anhieb profiliert und führten in lyrischen und dramatischen Teilen zu einem homogenen Klang. Der Chor überzeugte durch ebenso verständliche wie natürliche Diktion und Kantabilität. Probleme wie weit-schwingend chromatisch aufsteigende Linien, Intonation, harmonische Rückungen und Umdeutungen, unbegleitete A-cappella-Einsätze auf dissonanten Akkorden oder fugierte Passagen wurden entspannt bewältigt. Der Wohlklang blieb in allen Lagen erhalten.

Unaufdringliche Virtuosität

Der sinfonisch angelegte Orchesterpart, der den Text auf instrumentale Weise auslotet, bestach durch seine unaufdringliche Virtuosität und Dynamik des aufeinander Hörens und Musizierens vom feinsten Pianissimo bis zum dröhnenden Fortissimo, zu dem die Pauken in einen anhaltenden Orgelpunkt führten. Vokale Glanzlichter setzten die beiden Solisten: Sopranistin Gerlinde Sämann brachte ihren Part den Zuhörern mit verinnerlichtem Verständnis nahe. Bariton Andreas Scheibner entwickelte ein stimmiges Volumen für den Kirchenraum und gestaltete in hoher Lage seine Koloraturen mit gewinnender Strahlkraft. Verständlich für viele wurde so auch die Tagebuchnotiz von Clara Schumann, nach der sie von diesem Requiem ergriffen war, »wie noch nie von Kirchenmusik«. Nach einer achtungsvollen Pause applaudierte das Publikum lange anhaltend und herzlich. Einer der Vorgänger Philipp Amelungs, der die Aufwärtsentwicklung des Akademischen Chors und Orchesters zeitweise mit vorangebracht hatte, meinte im Hinausgehen: »Ein sehr guter Anfang.« (GEA)

Joseph Haydn: Stabat mater