Collegium Musicum

Pressespiegel des Akademischen Orchesters

Winterkonzert 2013

Winterkonzerte des Akademischen Orchesters Januar 2012

Konzert vom 05.06.2011

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem zusammen mit dem Akademischen Chor der Universität Tübingen und dem Universitätschor Innsbruck

Konzert - Der neue Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung überzeugte bei seinem Einstand mit Brahms’ Requiem

Ein sehr guter Anfang

VON HANS-JÖRG LUND

TÜBINGEN. Mit seinem »Deutschen Requiem« schuf Brahms aus Bibelzitaten in deutscher Sprache ein Werk, das vielfältige Beziehungen etwa zum lateinischen Requiem und zur protestantischen Trauermusik aufweist, sich als Gattung jedoch einer eindeutigen Zuordnung entzieht und gerne als Chorsinfonie bezeichnet wird. Das siebenteilige Werk, 1896 in Leipzig uraufgeführt, trat zuvorderst im deutschen Sprachraum trotz Skepsis konservativer Kritik einen Siegeszug an, der bis heute anhält. Schumanns fortschrittliche »Allgemeine Musikzeitung« etwa spricht von einem Werk, das mit einer gelungenen Aufführung überall durchschlagen wird: »… eine Musik von unbeschreiblicher Neuheit, Kraft und Frische, ein modernes Meisterwerk, wie wir es seit Langem ersehnt haben«.

Philipp Amelung, als Universitätsdirektor und Dirigent designierter Nachfolger des tragisch verunglückten Tobias Hiller, der die Aufführung dieses Werks schon geplant hatte, erreichte durch eine anfänglich meditative Stille in der voll besetzten Stiftskirche eine hohe Aufnahmebereitschaft. Seine Präsenz, ausgedrückt in einem konzentriert klaren und unmissverständlichen Dirigat, fand seine Entsprechung in der motivierten Sing- und Spiellaune des Chors und Orchesters. Die unterschiedlichen Affekte der Sätze gelangen auf Anhieb profiliert und führten in lyrischen und dramatischen Teilen zu einem homogenen Klang. Der Chor überzeugte durch ebenso verständliche wie natürliche Diktion und Kantabilität. Probleme wie weit-schwingend chromatisch aufsteigende Linien, Intonation, harmonische Rückungen und Umdeutungen, unbegleitete A-cappella-Einsätze auf dissonanten Akkorden oder fugierte Passagen wurden entspannt bewältigt. Der Wohlklang blieb in allen Lagen erhalten.

Unaufdringliche Virtuosität

Der sinfonisch angelegte Orchesterpart, der den Text auf instrumentale Weise auslotet, bestach durch seine unaufdringliche Virtuosität und Dynamik des aufeinander Hörens und Musizierens vom feinsten Pianissimo bis zum dröhnenden Fortissimo, zu dem die Pauken in einen anhaltenden Orgelpunkt führten. Vokale Glanzlichter setzten die beiden Solisten: Sopranistin Gerlinde Sämann brachte ihren Part den Zuhörern mit verinnerlichtem Verständnis nahe. Bariton Andreas Scheibner entwickelte ein stimmiges Volumen für den Kirchenraum und gestaltete in hoher Lage seine Koloraturen mit gewinnender Strahlkraft. Verständlich für viele wurde so auch die Tagebuchnotiz von Clara Schumann, nach der sie von diesem Requiem ergriffen war, »wie noch nie von Kirchenmusik«. Nach einer achtungsvollen Pause applaudierte das Publikum lange anhaltend und herzlich. Einer der Vorgänger Philipp Amelungs, der die Aufwärtsentwicklung des Akademischen Chors und Orchesters zeitweise mit vorangebracht hatte, meinte im Hinausgehen: »Ein sehr guter Anfang.« (GEA)

Konzert vom 27. Juni 2009

Doppelkonzert mit dem Universitätschor aus Innsbruck

"In der zweiten Hälfte musizierte das Akademische Orchester unter Universitätsmusikdirektor Tobias Hiller die "Frühlingssinfonie" von Robert Schumann..."

"...das Zusammenspiel hochpräzis, der Orchesterklang lupenrein durchhörbar und von der apollinischen Klarheit einer aquarellierten Federzeichnung. Im Kontrast zu dieser durchleuchteten Strahlkraft fiel besonders der verdämmernde Schluss des zweiten Satzes auf: ein Erlöschen wie der letzte Lichtschein unter einer Tür."

(Schwäbisches Tagblatt, 29. Juni 2009)

Winterkonzert 25. Januar 2009, Metzingen

Tschaikowsky: Sinfonie No.6 "Pathetique"

Sibelius: Violinkonzert

"Grüblerische Dramatik: Das Akademische Orchester Tübingen gastierte mit anspruchsvollem Programm in Metzingen. Sibelius' Violinkonzert und Tschaikowskys Sechste klangen kraftvoll, präsent, selbstbewusst.(...)"

"Hier erlebe man das Orchester in Hochform: die Musiker entfesselten einen zündenden Furor, der die Musik mit Kraft und Leidenschaftlichkeit erfüllte; auch bestach hier die Präzision des Spiels, ein rhythmisch scharf konturiertes, dynamisch fein augehorchtes Gepräge, das den polyphon geschichteten Satz transparent und ereignishaft hörbar machte."

(Metzinger Generalanzeiger, 27. Januar 2009)

"(...)Wieder wechselt das Tübinger Uni-Orchester nahtlos zwischen den Stimmungen, macht Hiller aus dem 45-Minuten Epos ein aufwühlendes Drama, das trotz des massiven Klangkörpers immer durchhörbar bleibt und gut artikuliert spricht. Es bleiben tiefe Geigenseufzer, und das Werk geht in dei Stille zurück, aus der es gekommen war. Macht langem Beifall Platz, dem doch keine Zugabe mehr folgen kann."

(Reutlinger Generalanzeiger, 27. Januar 2009)

 

Winterkonzert 31. Januar 2009, Stuttgart-Birkach

"So bekam diese grandiose Kurve vom zagenden Anfang bis zum still resignierenden, verlöschenden Ende des Adagio-lamentoso-Finales ein tiefes Charisma und hohe Empfindsamkeit ohne jeden Kitsch. Über die Staffungen des ersten Satzes, diesen aus Choral und neckischem Tanz gemischten Allegro con grazia, den prall auftrumpfenden Marschsatz mit seiner gewollt vulgären Synkope bis hin zum zarten, in seiner unendlichen Traurigkeit kaum gemilderten Versiegen dieses Gefühlsstromes war das alles beispielhaft."

 

(Stuttgarter Zeitung, 02. Februar 2009)