Ortsverzeichnis

Das Archiv enthält Bestände aus folgenden nachgewiesenen Orten:

Altshausen
Bad Buchau
Bad Schussenried
Bad Waldsee
Biberach an der Riß
Brackenheim
Dietenheim
Ehingen an der Donau
Ellwangen
Geislingen an der Steige
Gutenzell
Herrenberg
Isny
Laupheim
Nürtingen
Obermarchtal
Oberndorf
Ochsenhausen
Ravensburg
Rot an der Rot
Rottenburg am Neckar
Rottweil
Schwäbisch Gmünd
Sießen
Tübingen
Weilheim an der Teck
Weingarten
Weißenau
Zwiefalten


Ehemalige Benediktiner-Reichsabtei Isny
Das ehemalige Benediktinerkloster St. Georg und Jakobus wurde 1096 geweiht.

Ehemalige Prämonstratenser-Reichsabtei Obermarchtal
Um 1171 entstand anstelle eines bereits im 8. Jahrhundert gegründeten Benediktinerklosters das Prämonstratenser-Ordensstift Obermarchtal. 1686 wurde der Grundstein für die Klosterkirche gelegt. Die Klosteranlage an der Ostseite der Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Ehemalige Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen
Nachdem es zunächst zu St. Blasien gehört hatte, wurde das Kloster Ochsenhausen 1391 von Papst Bonifax IX. zur selbständigen Abtei erhoben. Bereits im 14. Jahrhundert wurde durch den umfangreichen Erwerb von Herrschaftsrechten die Grundlage für das politisch eigenständige Klostergebiet gelegt. Die rasche Entwicklung Ochsenhausens manifestierte sich während des 15. Jahrhunderts in der 1489 bis 1495 erbauten neuen Klosterkirche. Zwar wurden fast alle Gebäude während des Dreißigjährigen Krieges stark beschädigt, doch konnte vor allem im 18. Jahrhundert der heutige prachtvolle bauliche Zustand wieder hergestellt werden. Seit der Klostergründung hat die Förderung der Bildenden Künste und der Musik Tradition in Ochsenhausen.

Ehemalige Prämonstratenser-Reichsabtei Rot an der Rot
Im Jahr 1126 wurde die Abtei Rot an der Rot gegründet und vom Mutterkloster Prémontré aus besiedelt. Dieses älteste Prämonstratenserkloster in Schwaben blühte rasch auf. Ab 1272 war der Abt des Klosters gleichzeitig Generalvikar des Ordens und hatte damit starken politischen Einfluss. Im 14. Jahrhundert begann das Kloster an Bedeutung zu verlieren, erstarkte im 18. Jahrhundert dann nochmals, wurde aber mit der Säkularisation 1803 endgültig geschlossen. Die Orgel der zwischen 1777 und 1784 neu erbauten Klosterkirche St. Verena stammt von Johann Nepomuk Holzhey. Gründliche Renovierungen machten die ehemalige Klosterkirche wieder zu einem Schmuckstück der oberschwäbischen Landschaft.

Tübingen
Für die Zeit der ersten Erwähnung (1078) bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts fehlen genaue Nachrichten, doch weist die Existenz eines Augustiner- und Franziskanerklosters auf die Pflege des Gregorianischen Gesangs. Mit der Gründung der Universität 1477 hält die Musik Einzug ins akademische Leben. Zwar ist die Musik als Lehrgegenstand der Artistenfakultät nicht erwähnt, doch haben von den Magistern einige nachweislich über Musik gelesen. Nach der Reformation wurde zur Vorbereitung auf das Studium im »Paedagogicum« die Musik Lehrfach. Auch im Tübinger Stift wurde Musik unterrichtet, zum Teil in Personalunion und verbunden mit der Kirchenmusik der Stadt. Schwere Rückschläge erhielt die Musikpflege Tübingens im 30jährigen Krieg. Erst um 1660 war ein geordneter Zustand wieder gänzlich hergestellt, die Inventare des Stifts zeigen ein überwiegend vokales und lateinisches Repertoire spätfrankoflämischer-italienischer Tradition. Seit etwa 1720 sind dann fast ausschließlich deutschsprachige Kantaten inventarisiert. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wuchs der Bestand an instrumentaler Musik; gesammelt wurden Werke der Stuttgarter Hofkapelle sowie der Mannheimer und Wiener Schule. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde aber über den Niedergang der Stiftsmusik geklagt. Freie bürgerliche Initiativen belebten an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert das städtische Musikleben, ein echter Fortschritt wurde mit der Schaffung der Stelle eines Universitätsmusikdirektors 1817 erzielt. Dieser hatte auch die Leitung der Kirchenmusik unter sich sowie die musikalische Ausbildung der Angehörigen des evangelischen und des katholisch-theologischen Stifts. Ein gemischter Chor wurde gegründet, ein aus Studenten gebildetes Orchester trat hinzu und 1829 entstand der Oratorienverein. Die nachfolgenden Universitätsmusikdirektoren förderten stark das Musikleben der Stadt. Die mit dem Wirken von Emil Kauffmann erreichte Verbindung von praktischer und wissenschaftlicher Tätigkeit blieb unter den Amtsnachfolgern als Universitätsmusikdirektor bestehen. Das Musikleben Tübingens selbst wird getragen vom Stiftskirchenchor, dem 1947 gegr. Tübinger Kantatenchor und dem 1958 gegr. Kammerorchester Tübinger Studenten; zu erwähnen sind auch die seit 1945 in der Stiftskirche wöchentlich stattfindenden Abendmusiken und die von der Museumsgesellschaft veranstalteten Konzerte. (Vgl. Bernhard Meier s.v. »Tübingen« in : MGG ²1994ff., Bd.9, Sp.1036ff.)

Ehemalige Benediktiner-Reichsabtei Weingarten
Die Gründungsgeschichte der ehemaligen Reichsabtei und heutigen Benediktinerabtei Weingarten reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Der Grundstein zum Barockneubau, der heutigen Klosteranlage, wurde 1715 gelegt. Über 200 Künstler waren im Verlauf der Baugeschichte der Kirche beschäftigt. Berühmt sind vor allem das Chorgestühl von Joseph Anton Feuchtmayer und die Große Orgel von Joseph Gabler.

Ehemalige Benediktiner-Reichsabtei Zwiefalten
Die Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Zwiefalten stammt aus dem Jahr 1089. Während des 12. Jahrhunderts wurde der Grundstock der großen Klosterbibliothek gelegt, deren Bestände nach der Säkularisation in die Stuttgarter Landesbibliothek überführt wurden. Nachdem das alte Zwiefalter Münster 1740 abgerissen worden war, wurde im selben Jahr der Grundstein für die neue Klosterkirche gelegt und 1762 der erste Gottesdienst in der neuen Kirche abgehalten. Kloster und Münster Zwiefalten waren aber nicht nur der prunkvollen Ausstattung wegen berühmt, sondern auch aufgrund der Musikpflege. Im neuen Münster waren dafür drei Orgelprospekte vorgesehen. Die Hauptorgel besaß 34 Register und wurde von Johann Martin aus Hayingen erbaut. Ihr Klang erreichte Berühmtheit. 1803 wurde die Klosterkirche geschlossen und erst 1812 als Pfarrkirche von Zwiefalten wieder eröffnet. Heute ist in den Klosterbauten ein Psychiatrisches Landeskrankenhaus untergebracht.