Lehre

Lehre WS 2017/18:

 

Hauptseminar „Die Kokugaku – von der Philologie zur Politik“
Donnerstag, 14 - 16, Raum 7

 

Die kokugaku stellt eine nativistische Bewegung der Edo-Zeit dar, die ursprünglich als Gegenbewegung zur fortschreitenden Sinisierung Japans während dieser Epoche entstanden war. Als philologisch-philosophische Schule suchte sie die Rezepte für die Erneuerung von Staat und Gesellschaft in Japans fernster Vergangenheit, d. h. in den literarischen und religiösen Überlieferungen des Altertums. Mit der Rekonstruktion der alten Texte war die programmatische Intention verbunden, einen direkten Einblick in das idealisierte, als authentisch angesehene frühe Japan zu erhalten. Doch zeigt sich hier der zwiespältige, zwischen Philologie und Politik angesiedelte Charakter der kokugaku, die sich schließlich in Richtung einer nationalistischen Ideologie entwickelte, welche die geistigen Grundlagen des modernen Japans bis 1945 nachhaltig prägen sollte. Das Seminar setzt sich zum Ziel, mit einem Schwerpunkt auf Person und Werk eines ihrer Hauptverteter, Motoori Norinaga (1730-1801), diese vielfältigen Aspekte der kokugaku zu beleuchten.

 

Hauptseminar: „Wareware Ajiajin – Geschichte und Gegenwart des Asianismus in Japan“, Donnerstag 16 – 18, Raum 7

Im Gefolge der internationalen Globalisierung ist in Japan seit den ausgehenden 1990er-Jahren eine Debatte um den Standort des Landes zwischen West und Ost entbrannt. Diese zunächst auf Wirtschaft und Politik begrenzt scheinende Diskussion entpuppte sich bei genauerer Betrachtung jedoch als Ausdruck einer tiefgehenden Identitätskrise im gegenwärtigen Japan, das sein Verhältnis zu den ost- und südostasiatischen Nachbarn auch in kultureller Hinsicht neu zu überdenken scheint. Im Rahmen des Seminars sollen neben aktuellen Debatten auch die historischen Hintergründe des zwiespältigen Verhältnisses Japans zu Asien aufgezeigt werden. Japanische Stimmen zu einer eindeutigen Westorientierung wie auch einer (Re-) Asiatisierung des Landes werden dabei einer Analyse unterzogen. Ziel des Seminars ist es, Anhaltspunkte für Japans zukünftige Stellung im ostasiatisch-pazifischen Raum zu gewinnen.

 

Übung: „Geschichte Japans (für Hauptfach)“   Mo, 14-16, R 2.10

Die fundierte Kenntnis der japanischen Geschichte stellt eine unerlässliche Basis für das gesamte Studium der Japanologie dar. Die Übung gibt einen Einblick in die Chronologie und wichtigsten Themen der japanischen Geschichte. Der behandelte Zeitraum umfasst die gesamte Historie Japans, von den vor- und frühgeschichtlichen Anfängen bis in die Moderne und Gegenwart. Dabei sollen die Studierenden zum einen das grundlegende Faktenwissens zur Geschichte Japans erwerben, zum anderen aber auch einen ersten Eindruck von den Kontinuitäten wie auch vielfältigen Brüchen und Diskontinuitäten im Verlauf dieser Geschichte erhalten. Überkommene Geschichtsbilder werden dabei ebenso thematisiert wie unterschiedliche Blickwinkel auf die Historie Japans.

 

„Kulturwissenschaftliches Kolloquium“    Mo, 16-18 u. Fr 9 – 10

  Dieses Kolloquium richtet sich v. a. an Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich in der konkreten Vorbereitungsphase für ihren Master- oder Doktorabschluss befinden, jedoch haben auch Studierende in der Abschlussphase ihres BA-Studiums die Möglichkeit zur Teilnahme. Neben der Behandlung allgemeiner und theoretischer Fragen (Wissenschaftsmethodik, Quellenkunde, Daten-Recherche etc.) ist insbesondere die Gelegenheit zur Vorstellung und konstruktiven Besprechung jeweils individueller Projekte gegeben.