Prof. Dr. Christoph Reinfandt

Englisches Seminar - Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft


E-Mail: christoph.reinfandt[at]uni-tuebingen.de

Homepage: http://www.uni-tuebingen.de/angl/

Prof. Dr. Christoph Reinfandt

Prof. Dr. Christoph Reinfandt, seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere Englische Literatur an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Wichtige Veröffentlichungen: Der Sinn der fiktionalen Wirklichkeiten (1997), Romantische Kommunikation (2003), Englische Romantik (2008); als (Mit-) Hrsg.: Systems Theory and Literature (2001); The Cultural Validity of Music in Contemporary Fiction (2006); Multi-Ethnic Britain 2000+ (2008); Romanticism Today (2009). Zahlreiche Aufsätze zu folgenden Forschungsschwerpunkten:
 

  •        Romantik
  •        Literatur und Kultur der Gegenwart
  •        Englischsprachige Literaturen weltweit
  •        Geschichte und Theorie des Romans
  •        Erzähltheorie
  •        Populäre Kultur
  •        Literatur und Musik
  •        Mediengeschichte und ‚Literacy‘
  •        Systemtheorie
  •        Theoriegeschichte der Moderne

Projekt 1

Textures of Objectivity


Das Projekt widmet sich der Frage, wie sich die moderne Gesellschaft ihre ontologischen Gewissheiten konstruiert. Untersucht werden die medialen Bedingungen ‚objektiver‘ Repräsentation in verschiedenen Diskursen (Naturwissenschaften, Literatur, Massenmedien, populäre Kultur) in ihrem Wechselspiel mit den grundsätzlich subjektiven Modi moderner Weltwahrnehmung. Grundlegende Arbeiten zum Begriff der Textur und zur historischen Semantik der Objektivität sind bereits erschienen („Literatur als Medium“ 2009, „Reading the Waste Land: Textuality, Mediality, Modernity“ 2011, „‘Texture‘ as a Key Term in Literary and Cultural Studies“ im Erscheinen, „Objektivität, Kontingenz und Theorie in historischer Perspektive“ 2011). Mittelfristig ist die Zusammenführung dieser und weiterer Arbeiten in einer englischsprachigen Monographie geplant. Zum Begriff der Textur ist eine weitere Vernetzung über eine Arbeitsgruppe an der Universität Tübingen hinaus geplant, die Überlegungen zur Objektivität sind im Kontext einer Internationalen Tagung zum Thema ‚Theorietheorie: Die Geisteswissenschaften als Ort avancierter Theoriebildung – Theorie als Ort avancierter Geisteswissenschaft“ (Dubrovnik, 26.-29.3.2009, finanziert von der Thyssen-Stiftung) entstanden, bei der ich (neben Mario Grizelj, LMU München, Jochen Hörisch, Mannheim, Oliver Jahraus, LMU München, und Christian Kohlross, Jerusalem) als Mitveranstalter fungiert habe (http://www.uni-tuebingen.de/angl/theorietheorie/). Mit den gleichen Partnern sowie Vladimir Biti (Wien) und Sybille Krämer (Berlin) befindet sich derzeit eine Nachfolgetagung mit dem Titel „Vor der Theorie: Immersion – Materialität – Intensität“ (Dubrovnik, 29.3.-1.4.2012) in Vorbereitung.

Projekt 2

The Literary Market in the UK


Ausgehend von einer mit meiner Mitarbeiterin Lisa Peter im Sommersemester 2011 organisierten international besetzten Vorlesungsreihe zur gegenwärtigen Lage und zum Wandel des literarischen Feldes in Großbritannien, in der sowohl Akademiker als auch Praktiker (Autoren, Literaturagenten, Lektoren, Herausgeber etc.) zu Wort kamen, soll ein Sammelband entstehen, der diesen zentralen Schauplatz aktuellen kulturellen Geschehens vor dem Hintergrund radikalen Medienwandels für Studierende und andere interessierte Leser erschließt.

Projekt 3

The Place of Theory


Ausgehend von einer gemeinsam mit Martin Middeke (Augsburg) organisierten Sektion auf dem Anglistentag 2011 in Freiburg ist ein Sammelband zum aktuellen Stellenwert der (Literatur-)Theorie in der Anglistik und der Theorie allgemein in Planung. Eigene aktuelle Publikationen auf diesem Gebiet beschäftigen sich mit Grundbegriffen der Systemtheorie („Das Wissen der Systeme“ 2011 und „Raum und Zeit“ 2011), dem Begriff der ‚Textur‘ (siehe Projekt 1) sowie mit der Geschichte der Ausdifferenzierung von (Literatur-)Theorie(n) („Reading Texts after the Linguistic Turn“ 2009).

Projekt 4

Romantic (Mis-)Understandings: Trafficking Cultures Across India, Britain and  Germany after 1800


In Zusammenarbeit mit Chandrani Chatterjee und Aniket Jaaware (Pune) sowie Lars Eckstein und Dirk Wiemann (Potsdam) werden die kulturellen Wechselwirkungen und mehr oder weniger produktiven (Miss-)Verständnisse zwischen Europa und Indien vermessen. Bislang wurden drei Symposien veranstaltet („Meeting Modernities – Trading Traditions“ 2008; „Romantic Misunderstandings: Translating Cultures Between East and West after 1800“ 2009, “Voice and Perception in Transcultural Realities” 2011, vgl. http://www.uni-tuebingen.de/angl/pune-tuebingen/). Möglichkeiten der Drittmittelfinanzierung für eine zukünftige Intensivierung der Zusammenarbeit Tübingen – Potsdam – Pune werden gegenwärtig sondiert.

Projekt 5

Postcolonial Theory and the Sociological Imagination


Ausgehend von einem gemeinsam mit Lars Eckstein (Potsdam) verfassten Aufsatz („Luhmann in the Contact Zone: Zur Theorie einer transkulturellen Moderne“ im Erscheinen) sollen die (In-) Kompatibilitäten von postkolonialer Theorie und soziologischer Systemtheorie systematisch erschlossen und diskutiert werden.  Eine gemeinsam verfasste englischsprachige Monographie unter dem genannten Titel soll nach einer Vermessung des Problemfelds in zwei Teile gegliedert sein: „The Case for Systems Theory“ (Reinfandt) und „The Case Against Systems Theory“ (Eckstein). Ziel ist es, zwei bislang weitgehend unabhängig voneinander operierende Theoriefelder miteinander ins Gespräch zu bringen und zugleich das Potential der Luhmannschen Systemtheorie in  der englischsprachigen Forschungsdiskussion bekannter zu machen.